Wohnen im eigenen Kraftwerk – Das Plusenergiehaus

Immer mehr Handwerksbetriebe erhalten Kundenaufträge für das sogenannte Plusenergiehaus. Was hat es damit auf sich, welche Kosten müssen Sie berechnen und welche Vorteile haben Plusenegergiehäuser? Auf diese Fragen liefern wir Ihnen nachfolgend die passenden Antworten.

Seit geraumer Zeit ist in Deutschland ein klarer Trend zu Niedrigenergiehäusern zu erkennen. Diese verbrauchen, wie der Name sagt, wenig Energie und können diese teilweise selbst produzieren – alles aus Liebe zur Umwelt und für den Geldbeutel der Hausbesitzer.

Plusenergiehaus: Eine echte Herausforderung

In Zukunft wird in Europa das Plusenergiehaus ein Standard sein. Es handelt sich um ein Gebäude, das mehr erneuerbare Energie erzeugt als es verbraucht.

Im Jahr 2011 hat das Bundesministerium für Bau, Verkehr und Stadtentwicklung (BMVBS) ein Förderprogramm für Modellhäuser in die Wege geleitet, die den Standard des Effizienzhauses-Plus erfüllen.

Ein Pilotprojekt in Berlin zeigte, dass nicht immer alles nach Plan verläuft. Konkret lag der Photovoltaikertrag 20 Prozent unter den berechneten Erwartungen und der Energieverbrauch war um 75 Prozent größer. Der Grund: Eine überdurchschnittlich schlechte Witterung. Die Experten nutzten gemäß DIN V 18599 das Jahresmittel des vergangenen Jahrzehntes, ahnten aber nicht, dass es ausgerechnet 2012 besonders kalt werden würde.

Der erhöhte Verbrauch war auch damit zu begründen, dass die Experten gleichmäßige Raumtemperaturen im Haus planten, die Bewohner sich aber kühlere Schlafräume wünschten. Da sie die Fußbodenheizung im ersten Stock abstellten, kam es zu einer schlechteren Effizienz.

Komponenten für ein Plusenergiehaus wählen

Das genannte Beispiel zeigt, dass ein sparsames Haus nicht ohne die Wünsche der Bewohner geplant werden kann. Alle am Projekt beteiligten Experten, vom Handwerker bis zum Architekten, müssen sich perfekt aufeinander abstimmen und die Kundenwünsche respektieren. Nur so können die passenden Komponenten ausgewählt werden, damit der Energieverbrauch letztendlich geringer als die Energieproduktion ist.

Dieser Punkt unterscheidet das Plusenergiehaus vom simplen Effizienzhaus. Letzteres gab den Startschuss für energieeffizientes Bauen, bis es sich zum Nullenergiehaus entwickelte. Rechnerisch verbraucht dieses genauso viel Energie, wie es erzeugt.

Das Plusenergiehaus muss folglich mehr Energie erzeugen, als seine Bewohner verbrauchen. Deshalb besitzt es Komponenten wie Photovoltaikanlagen, die unter anderem Strom produzieren.

Die Wahl und Verarbeitung der Materialien beim Plusenergiehaus sollten natürlich und schadstofffrei sein. In Kombination mit zeitgemäßen Lüftungssystemen und anderen Komponenten herrscht im Plusenergiehaus immer eine angenehme, gesunde Luft.

Die Kosten für ein Plusenergiehaus

Die Kosten für das Effizienzhaus Plus teilen sich in zwei Bereiche auf:

  1. Die Kosten für den Bau oder die Sanierung einer Immobilie sowie
  2. jene für die Instandhaltung und eventuell anfallende Reparaturen.

Im Gegensatz zum Passivhaus sind die Kosten für Plusenergiehäuser zu Baubeginn größer. Dafür entfallen nach dem Einzug in die Immobilie Energiekosten. Durch den Energieüberschuss können Familien sogar Geld verdienen, wenn sie den Strom beispielsweise ins öffentliche Netz einspeisen. Oder: Sie tanken mit dem Überschuss ihr Elektroauto.

Die letztendlichen Mehrkosten für ein Energiehaus Plus sind nicht leicht zu berechnen. Branchenexperten gehen aber von einem Überschuss von 15 bis 30 Prozent aus.

Eine passende Förderung kann die Kosten wiederum mindern. Speziell für das Plusenergiehaus gibt es derzeit (Stand: November 2017) keine laufenden Förderprogramme. Der Einsatz von KfW-Fördermitteln sollte aber möglich sein (Programm 153 oder Programm 151).

Fazit

Das Projekt Plusenergiehaus ist durchaus interessant und sollte für viele Familien die Ungewissheit der jährlich steigenden Energiekosten langfristig ausschließen. Leider gibt es derzeit keine speziellen Fördermittel, sodass Interessenten die Mehrkosten selbst tragen müssen.

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