Welcher Dämmstoff schützt am besten vor Hitze?

In kaum einem anderen Gebäudeteil trägt die Dämmung so viel zum Raumklima bei wie im Dach. Sie sorgt nicht nur dafür, dass es im Winter behaglich warm ist, sondern auch dafür, dass es im Sommer nicht zu heiß wird. Immer mehr Hersteller von Dämmstoff entdecken den besseren sommerlichen Wärmeschutz als schlagendes Verkaufsargument für ihre Produkte. Experten bestätigen die positiven Auswirkungen der Dachdämmung im Sommer, nicht aber, dass bestimmte Dämmstoffe besser für den Wärmeschutz geeignet sind als andere. Wichtig sei, dass gedämmt wird, womit gedämmt wird dagegen weniger.

Verbesserte Energieeffizienz

Wärme steigt nach oben – dieser einfache Grundsatz macht deutlich, wie wichtig ein gut gedämmtes Dach für die Energieeffizienz eines Gebäudes ist. Ungedämmte Dächer führen zu hohen Transmissionswärmeverlusten. Gleichzeitig ist die Dämmung des Dachs beziehungsweise der obersten Geschossdecke je nach Vorgehensweise deutlich günstiger als die Außenwanddämmung und in vielen Fällen einfach nachrüstbar. Daher überrascht es nicht, dass sich bei der Untersuchung der Langzeiteffekte von Modernisierungsmaßnahmen gezeigt hat, dass sich die Dachdämmung deutlich schneller amortisiert als die Dämmung der Außenwände.

Je nachdem, ob eine Nutzung des Dachraumes geplant ist, oder nicht, bietet sich die Dämmung des Daches selbst oder der oberen Geschossdecke an. Letztere ist deutlich günstiger, die Auswahl an Dämmmaterialien ist groß – von Dämmmatten oder Platten aus Holzfasern über Polystyrol oder Polyurethan bis hin zu Zelluloseflocken.

Die Wärmespeicherkapazität von Dämmstoff

Die Hersteller von Holzfaserdämmstoffen führen wie auch die Zelluloseproduzenten die hohe Rohdichte und damit auch hohe Wärmespeicherkapazität als einen wesentlichen Vorteil ihres Materials an. Dadurch eigne sich das Material gut für den sommerlichen Wärmeschutz. Da sehr viel Wärme im Material gespeichert werde dauere es somit länger, bis sie im Innenraum ankommt. Nachts könne sie dann gut weggelüftet werden. Die Argumentation klingt einleuchtend. Einen wirklichen Effekt hat die hohe Wärmespeicherfähigkeit von Holzfaserdämmstoffen und Co. allerdings nur,  wenn keine Fenster im Spiel sind.

Fensterflächen und deren Auswirkung

Schon ab fünf Prozent Fensterfläche spielen alle anderen Faktoren kaum noch eine Rolle für den sommerlichen Wärmeschutz, hießt es beim Münchner Forschungsinstitut für Wärmeschutz.  Durch die Fenster erfolgt nämlich der Hauptenergieeintrag. Und dann besteht das Dach ja auch noch aus dem Gebälk und dessen Masse ist laut FIW gegenüber den Dämmstoffen dominant. Will sagen: Die Dämmstoffe machen eben nur einen Teil der gesamten Dachkonstruktion aus und die anderen Komponenten haben mehr Einfluss auf die Überhitzung im Sommer.

Daher ist die sogenannte Phasenverschiebung auch keine offizielle Größe im Nachweisverfahren für den sommerlichen Wärmeschutz. Dieses Verfahren dient dazu, sicherzustellen, dass die Temperatur in Innenräumen auch bei hoher Sonneneinstrahlung in einem behaglichen Bereich bleibt. Es wird in der DIN  4108-2 „Mindestanforderungen an den Wärmeschutz“ geregelt, die seit Inkrafttreten der EnEV 2014 verbindlich anzuwenden ist. Das macht deutlich, dass die aktuelle Energieeinsparverordnung dem sommerlichen Wärmeschutz eine höhere Bedeutung zumisst. Grundsätzlich ist es das Ziel, ohne eine energieintensive Kühlung auszukommen. Dabei kommt der Verschattung der Fenster eine große Bedeutung zu.

Über die Wahl des richtigen Dämmstoffes lässt sich viel diskutieren. Jeder Dämmstoffhersteller hat seine Argumente. Wichtig ist, dass der Dämmstoff für das jeweilige Bauteil zugelassen ist. Ist das der Fall, hängt die Qualität der Dachdämmung in erster Linie von der Verarbeitung ab. Wichtig ist, dass das Dach wirklich luftdicht ist.

Zwischensparrendämmung oder Aufsparrendämmung?

Bei bestehenden ungedämmten Dächern bietet sich die Zwischensparrendämmung an. Wird das Dach neu gedeckt oder wird neu gebaut, kommt dagegen die Aufsparrendämmung infrage. Sie bietet den Vorteil, dass Wärmebrücken vermieden werden, denn die Dämmschicht wird von außen komplett über die Dachsparren verlegt. Außerdem kann die Dämmschicht so dick ausfallen wie gewünscht, wenn das Gewicht des Dämmstoffes keine Rolle spielt. Ist das der Fall, gilt es einen leistungsfähigen leichten Dämmstoff zu wählen.

 

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