Wasser sparen im eigenen Zuhause

Wasser ist ein kostbares Gut und überlebenswichtig für Menschen, Tiere und Umwelt. Obwohl mehr als zwei Drittel der Erdoberfläche damit bedeckt sind, beträgt der tatsächlich nutzbare Trinkwasser-Anteil jedoch nur etwa 0,3 %. Denn die übrigen Vorkommen sind entweder Salzwasser oder fest in der Atmosphäre, den Polkappen oder dem Boden gebunden. Bei so geringen Vorräten lohnt es sich einmal mehr darüber nachzudenken, wie Wasser im eigenen Zuhause gespart werden kann. Welche Möglichkeiten es dazu gibt, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten.

Warum überhaupt Wasser sparen?

Trinkwasserverbrauch im Haushalt pro Person täglich

Pro-Kopf-Trinkwasserverbrauch. Bildquelle: © Alexander Rosenkranz

Die weltweiten Wasservorräte sind begrenzt und sehr ungleich verteilt. Dazu kommt, dass sich der Wasserverbrauch in den letzten 70 Jahren nahezu verfünffacht hat. Hauptverursacher des stark steigenden Verbrauchs sind dabei Landwirtschaft und Industrie. Bereits heute hat etwa die Hälfte der Menschen zu wenig Wasser. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2050 etwa zwei Drittel der Menschheit unter akuter Wassernot leidet. Das führt nicht nur zu tödlichen Krankheiten, sondern auch zu sozialen Unruhen und Konflikten, die weltweit zu einer Destabilisierung führen können.

 

Aber auch dann, wenn man den weltweiten Kontext außer Acht lässt, lohnt es sich Wasser zu sparen. Im Durchschnitt verbraucht ein typischer deutscher Haushalt täglich etwa 127 Liter pro Kopf zum Reinigen, Spülen, Waschen, Kochen sowie für Toilette und Garten. Auf ein Jahr gerechnet, entspricht das einer Menge von fast 330 vollgefüllten Badewannen. Mit einfachen Möglichkeiten wie bewusstem Verhalten, effizienten Geräten oder wassersparenden Armaturen könnte der Verbrauch auf die Hälfte reduziert werden. Das heißt, in jedem Haushalt könnten jährlich 165 Badewannenfüllungen Trinkwasser pro Person eingespart werden.

Neben den Ausgaben für das Wasser selbst senkt das auch die Heizkosten. Denn die werden zu etwa 12 % durch die Warmwasserbereitung verursacht.

Einfache Tipps zum Wassersparen im Alltag

Wasser sparen muss nicht aufwendig sein. Denn schon mit einfachen Alltags-Tipps kann der tägliche Verbrauch spürbar reduziert werden. Ohne zusätzliche Kosten kann dabei bereits gespart werden, wenn beim Zähneputzen ein Becher benutzt und der Wasserhahn nicht unnötig lange laufen gelassen wird. Ähnlich funktioniert das auch in der Küche. Werden Obst und Gemüse zum Beispiel in einer Schüssel abgewaschen, kann verhindert werden, dass Wasser ungenutzt in den Abfluss fließt.

Auch beim täglichen Waschen kann Wasser gespart werden. Wird zum Beispiel die Duschzeit nur um eine Minute reduziert, sinkt der Verbrauch um fast 40 Badewannenfüllungen im Jahr. Zusätzlich verringern sich auch die jährlichen Heizkosten dabei um 30 € je Person.

Tipp: Wird das Badewasser nicht von mehreren Personen genutzt, ist es günstiger zu duschen. Denn dabei wird in der Regel nur halb so viel Wasser verbraucht wie bei einem Vollbad.

Wassersparende Haushaltsgeräte verwenden

Jeden Tag werden in einem durchschnittlichen Haushalt pro Kopf etwa 32 Liter Trinkwasser zum Wäschewaschen, Geschirrspülen und Reinigen verwendet. Effiziente und wassersparende Haushaltsgeräte können auch an dieser Stelle den Verbrauch senken. Denn während eine 15 Jahre alte Waschmaschine zum Beispiel etwa 110 Liter Wasser für einen Waschgang benötigt, kommen moderne Geräte bereits mit 50 bis 60 Liter aus. Schon bei zwei Waschmaschinen in der Woche kann dabei Wasser für rund 40 Badewannenfüllungen im Jahr eingespart werden.

Ist der Kauf einer neuen Wasch- oder Spülmaschine gerade nicht geplant, hilft es auch, die alten Geräte möglichst voll zu beladen. Denn so wird die Anzahl der Waschgänge reduziert und insgesamt weniger Wasser verbraucht.

Tipp: Je weniger Waschmaschinen und Spüler verbrauchen, desto niedriger fällt auch die Stromrechnung aus. Denn das Wasser in den Geräten wird elektrisch erhitzt und das ist teuer. 

Wassersparende Armaturen montieren

Wasser sparen funktioniert auch dann, wenn man eigentlich gar nicht daran denkt. Möglich wird das zum Beispiel mit wassersparenden Armaturen, die fachmännisch installiert wurden. Durch spezielle Düsen und die Beimischung von Luft verbrauchen diese oft nur halb so viel Wasser wie herkömmliche Wasserhähne und Duschbrausen. Und das ohne Komfortverlust. Denn dafür sorgen ausgereifte Konstruktionen.

Wie hoch der Durchfluss an vorhandenen Armaturen ist, lässt sich auch ohne teure Messgeräte einfach herausfinden. Stellen Sie dazu einen Eimer unter den Wasserhahn und lassen ihn für genau 10 Sekunden mit Wasser volllaufen. Die aufgefangene Menge Wasser, multipliziert mit sechs, ergibt den Durchfluss der Armatur pro Minute. Zum Vergleich: Moderne Duschbrausen erreichen einen Wert von 10 bis 15 Litern in der Minute. Effiziente Wasserhähne kommen sogar mit nur 6 Litern pro Minute aus.

Mit diesen Werten können wassersparende Armaturen dazu beitragen, den täglichen Wasserverbrauch zum Waschen und Reinigen zu halbieren. Auf ein Jahr gerechnet, spart das Trinkwasser für umgerechnet rund 50 Badewannenfüllungen pro Person. Neben den Kosten für das wertvolle Gut sinken dazu auch die Heizkosten im Durchschnitt um 30 € im Jahr.

Rechnet man die möglichen Einsparungen der vorherigen Abschnitte zusammen, kann der Wasserverbrauch typischer Haushalte täglich um 50 bis 60 Liter pro Person – also etwa 155 Badewannenfüllungen – reduziert werden. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel. Denn auch die jährlichen Kosten für Wasser und Heizung werden durch die Sparmaßnahmen pro Person um 100 bis 150 € gesenkt.

Alexander Rosenkranz

Alexander Rosenkranz (28 J.) ist Gründer von energie-wortwende.de und war als Co-Gründer an der Entwicklung der Sanierungsplattform eccuro beteiligt. Verständliche Informationen und eine motivierende Kommunikation sind für ihn der Schlüssel für den nachhaltigen Erfolg der Energiewende.
Alexander Rosenkranz

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