Wärmedämmverbundsysteme: Möglichkeiten, Befestigung, Kosten

Ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) können nahezu an jeder Wand zum Einsatz kommen. Es besteht aus Dämmstoffplatten, die auf das Mauerwerk oder den vorhandenen Putz einer Außenwand aufgeklebt oder auch gedübelt werden. Auf die Dämmschicht kommt Armierungsmörtel mit einem eingebetteten Gewebe. Das Gewebe sorgt dafür, dass bei einem Erwärmen der Wand und dadurch auftretende Dehnungsspannungen oder kleinere Erschütterungen keine Risse im Putz entstehen. Risse würden das Eindringen von Wasser erlauben und können die Dämmung beschädigen. Auf das Gewebe folgt Haftgrund und schließlich der Außenputz.

Anbringen eines Wärmedämmverbundsystems

Die verschiedenen Komponenten wie Dämmung, Unterputz, Armierungsgewebe, Oberputz, Kleber und Dübel der Hersteller sind aufeinander abgestimmt. Sie müssen bei der Fassadendämmung wie vorgeschrieben verwendet werden. Es dürfen nur bauaufsichtlich zugelassene Systeme angebracht werden. Zulassungen erteilt in Deutschland das Deutsche Institut für Bautechnik.

Um das WDVS richtig zu befestigen, müssen Fachleute sich die Situation vor Ort anschauen. Wie ist der Untergrund der Fassade beschaffen? Welche Vorarbeiten sind notwendig, um eine sichere Befestigung zu gewährleisten? Welcher Dämmstoff wird verwendet und wie sieht die Beschichtung aus? Wie stark ist die Fassade der Witterung ausgesetzt und welche Materialien kommen dann in Frage?

Mögliche Systeme für bestimmte Untergründe

Unterschiedliche Dämmstoffe können zum Einsatz kommen. Dämmplatten aus expandiertem Polystyrol (EPS) werden häufig auch deshalb eingesetzt, weil sie vergleichsweise günstig sind und die Handwerker wissen, wie sie zu verarbeiten sind. Da sie relativ starr sind eignen sie sich oft nicht, wenn die bestehende Fassade uneben ist, denn für Befestigung und Standsicherheit des Wärmedämmverbundsystems müssen Untergrund und Dämmplatten gut miteinander verbunden sein.

Bei WDVS mit EPS sind außerdem vom Deutschen Institut für Bautechnik mittlerweile eine Reihe von umlaufenden Brandriegeln in der Fassade vorgeschrieben. Als Materialien dafür kommen Mineralwolle oder Polyurethan in Frage. Die Brandriegel sollen zum einen verhindern, dass Brände von außen, etwa durch brennende Müllcontainer, auf die komplette Fassade übergreifen. Außerdem sollen sie dafür sorgen, dass sich bei einem Wohnungsbrand die Flammen nicht über die Fassade mehrere Stockwerke nach oben ausbreiten.

Systeme aus Polyurethan-Hartschaum stehen ebenfalls als Dämmung für die Außenwand zur Verfügung. Sie haben eine sehr geringe Wärmeleitfähigkeit, man braucht also weniger Dämmstärke für die gleiche Wirkung.

Dämmplatten aus Mineralfasern sind etwas beweglicher als Produkte aus EPS und zudem nicht-brennbar. Dafür sind sie teurer.

Auch Holzfaserdämmplatten können als Dämmschicht in einem WDVS eingesetzt werden. Sie sind in der Regel als normal entflammbar eingestuft und dürfen daher nicht in höheren Gebäuden eingesetzt werden.

Hinweise zur Befestigung und Kosten

Möglich ist bei allen Formen eines Wärmedämmverbundsystems die Verklebung auf ebenem Untergrund, eine Verdübelung, wenn das Haus häufig Wetterextremen ausgesetzt ist, oder eine Verklebung plus Verdübelung bei hoher Dämmstärke und hohem Gewicht oder an Altbauten sowie die mechanische Befestigung mit Schienen, wenn der Untergrund sehr unregelmäßig ist.
Für ein gängiges Wärmedämmverbundsystem müssen Hausbesitzer zwischen 90 Euro und 130 Euro pro Quadratmeter rechnen. Wie hoch die Kosten sind, hängt vom Zustand der Wand, dem gewünschten Dämmstoff und seiner Beschichtung ab.

 

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