Varianten zur Dämmung des Dachs

Um das Steildach zu dämmen, gibt es im Wesentlichen drei Möglichkeiten: Die Dämmung der obersten Geschossdecke, die Dämmung unter den Sparren oder die Dämmung auf den Sparren. Sparren nennt man die Holzlatten, die vom Dachfirst zur Traufe verlaufen und auf denen die Dachbedeckung aus Ziegeln, Dachsteinen oder anderen Materialien aufliegt.

Dämmung der Geschossdecke

Wenn der Dachboden nicht ausgebaut werden soll, ist im Bestandsgebäude die Dämmung der obersten Geschossdecke beziehungsweise des Dachbodens meist die einfachste und wirtschaftlichste Variante der Dämmung des Spitzdachs. Sie erfolgt von innen und ist deshalb zu jeder Jahreszeit möglich. Einige Arbeiten können auch durch Heimwerker bewerkstelligt werden, sorgfältige Ausführung und Geschick vorausgesetzt.

Man sollte vorher entscheiden, ob der Dachboden begehbar sein soll. Dann muss man bei der Auswahl auf das Kürzel „dh“ auf der Verpackung achten, das steht für „hohe Druckbelastbarkeit“ und erlaubt es, später darauf zu laufen, ohne dass die Dämmung Schaden nimmt.

Untersparrendämmung mit Zwischensparrendämmung

Wie die Dämmung der obersten Geschossdecke ist die Untersparrendämmung eine Variante, bei der die Bedeckung auf dem Dach bleibt und von innen gedämmt wird. Ein Vorteil der Untersparrendämmung ist, dass sie bei einem geplanten Dachausbau als Installationsebene genutzt weiden kann, um beispielsweise Elektroleitungen oder auch Rohre, die die Wärme aus Solarwärmeanlagen abtransportieren unterzubringen. Die Verarbeitung durch erfahrene Heimwerker ist möglich, sie müssen aber sorgfältig arbeiten, um Bauschäden durch eindringende Feuchtigkeit vorzubeugen.

Aufbau Untersparrendämmung - Dachlattung, Unterspannbahn, Dämmung, Dampfsperre, Konterlattung, Wandverkleidung© thingamajiggs - Fotolia.com

Aufbau Untersparrendämmung – © thingamajiggs – Fotolia.com

Sie kann durch Zwischensparrendämmung ergänzt werden. Dabei wird der Dämmstoff in die Zwischenräume der Sparren eingeklemmt. Im ersten Schritt erfolgt die Auswahl eines geeigneten Dämmstoffs. Je geringer dessen Wärmeleitfähigkeit, desto geringer kann die Dämmstärke ausfallen. Im zweiten Schritt wird die gesamte Höhe der Sparren mit Dämmstoff ausgefüllt. Im dritten Schritt erfolgt die luftdichte Abdichtung mit einer Folie oder Pappe. Darunter kommt die Untersparrendämmung in der notwendigen Stärke.

Bei der Zwischensparrendämmung kommen vor allem flexible Matten- oder Rollendämmstoffe zum Einsatz: Sie lassen sich gut auf das Sparrenmaß zuschneiden und können leicht an den Zwischenraum angepasst und gestaucht werden. Zu den verwendeten Materialien gehören Glaswolle, Steinwolle, Holzfasern, Hanf, Schafwolle oder Zellulose.

Reicht die Höhe der vorhandenen Sparren nicht aus, um eine angemessene Dämmwirkung zu erzielen, hat man drei Optionen. Entweder man entscheidet sich für einen Dämmstoff mit einer geringeren Wärmeleitfähigkeit. Oder man doppelt die Sparren auf. Dazu kommt auf die bereits vorhandenen Sparren ein Kantholz, das den Hohlraum, in den die Dämmung eingebracht werden kann, vergrößert. Die dritte Option ist die Kombination von Zwischensparren- und Untersparrendämmung.

Aufsparrendämmung mit Zwischensparrendämmung

Bei der Aufsparrendämmung erfolgt die Dämmung komplett von außen über die Dachsparren. Das erlaubt eine optimale Dämmwirkung, ist allerdings auch aufwändig, da dann das Dach neu gedeckt werden muss. Diese Ausführung sollte auf jeden Fall durch einen Fachbetrieb erfolgen.

Als Dämmstoff kommen flexible oder biegesteife Dämmplatten zum Einsatz. Für den Einsatz flexibler Dämmplatten ist eine Schalung notwendig. Auf die Unterseite kommt eine Dampfbremse. Von oben erfolgt der Witterungsschutz durch ein Unterdach. Ergänzend zur Aufsparrendämmung ist eine Zwischensparrendämmung möglich. In diesem Fall wird vor der Aufsparrendämmung von außen eine Dämmung zwischen den Sparren eingebracht. Das vermindert die Höhe des Dachaufbaus bei gleicher Dämmwirkung.

Bei der Aufsparrendämmung sollte darauf geachtet werden, dass gleichzeitig der Überstand des Dachs an allen Seiten vergrößert wird, falls die Wände noch nicht gedämmt sind. Das erleichtert das nachträgliche Anbringen einer Dämmung an den Außenwänden.

Bei allen Dämmarbeiten am Dach ist es wichtig, dass bei Bauteilen, die das Dach durchstoßen auf Wärmebrücken geachtet wird. Das gilt für Leitungen, die nach außen führen, etwa für Solarthermie oder PV-Anlagen. Wichtig ist dies jedoch auch bei Schornsteinen.

 

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