Unbeliebt, aber manchmal nötig: Die Kündigung

Manchmal muss man Mitarbeitern kündigen, auch wenn die Kündigung für keinen Betrieb angenehm ist. Hier finden Sie Informationen zu Kündigungsfristen und Tipps zum Umgang mit gekündigten Mitarbeitern.

Kündigungen sind für Arbeitnehmer und Arbeitgeber oft gleichermaßen unangenehm. Erstere erhalten oftmals den Eindruck, einen schlechten Job gemacht zu haben. Dabei sind die Gründe für eine Kündigung verschieden.

Gründe für Kündigungen

Es gibt viele Möglichkeiten, warum beim Arbeitnehmer oder -geber eine Kündigung ins Haus flattert. Der Handwerksbetrieb durchläuft vielleicht eine schwere Phase und muss betriebsbedingt Kosten einsparen; ergo werden einige Handwerker entlassen. Wenn hingegen der Arbeitnehmer kündigt, ist er vielleicht mit dem Betrieb unzufrieden, hat einen anderen Arbeitsplatz gefunden oder er zieht um.

Unabhängig davon, welche Gründe für die Kündigung sprechen, muss ein ordentliches Kündigungsschreiben erstellt werden. In der Praxis treten aber immer wieder Formfehler auf, die das Kündigungsschreiben ungültig oder anfechtbar machen.

Das Kündigungsschreiben verfassen

Der Teufel steckt beim Kündigungsschreiben bekanntlich im Detail. Der größte Fehler liegt im Regelfall bei den Kündigungsfristen, die in Vergessenheit geraten sind. Deshalb gilt: Die gesetzlichen Kündigungsfristen für Arbeitgeber hängen von der Dauer des Arbeitsverhältnisses ab. Je länger ein Arbeitnehmer beschäftigt ist, desto länger die Kündigungsfrist.

Bei einem bis zu sechs Monate langem Arbeitsverhältnis (Probezeit) beträgt die Kündigungsfrist nur zwei Wochen; war der zu entlassende Arbeitnehmer bis zu zwei Jahre in Ihrem Betrieb, liegt die Frist bei vier Wochen und die Kündigung muss zum 15. oder am Ende des Kalendermonats erfolgen.

Die Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main bietet auf ihrer Webseite einen Mustervertrag an, den Handwerksbetriebe nutzen können. Darin befinden sich alle wichtigen Daten, die eine Kündigung beinhalten muss:

  • Ort und Datum
  • Absender und Adressat
  • Betreff
  • Kündigungsfristen
  • höfliche Grüße

Wichtig: Ohne die Unterschrift des Arbeitgebers ist die Kündigung unwirksam. Lassen Sie sich auch den Empfang durch Ihren Mitarbeiter mit Datum und Unterschrift bestätigen.

Umgang mit gekündigten Mitarbeitern

Aus den Augen, aus dem Sinn – so stellen sich einige Unternehmer eine Kündigung vor. Wie aber die Fristen für Kündigungen zeigen, kann es bei langjährigen Mitarbeitern viele Monate dauern, bevor sie den Betrieb tatsächlich verlassen. In dieser Zeit sollte weder die Atmosphäre im Betrieb unter der Kündigung leiden noch die Arbeitsmoral der Betroffenen. “Parken” Sie die Mitarbeiter daher nicht irgendwo im Betrie, sondern weisen Sie ihnen nach wie vor ihre gewohnten Aufgaben im gewohnten Umfang zu.

Gekündigte Mitarbeiter freistellen?

In seltenen Fällen jedoch kann es die bessere Entscheidung sein, dass Sie gekündigte Mitarbeiter freistellen, bis das Beschäftigungsverhältnis endet. Dies empfiehlt sich v.a. dann, wenn sich zeigt, dass der gekündigte Mitarbeiter demonstrativ krank macht, absichtlich schlechte Stimmung im Betrieb verursacht oder seinen Aufgaben absichtlich nicht mehr nachkommt. So verhindern Sie, dass das Betriebsklima im Inneren und das Image nach außen hin Schaden nehmen.

Nach dem Verlassen des Betriebes sollten Sie sich weiterhin gegenüber ihren ehemaligen Mitarbeitern von Ihrer menschlichen Seite zeigen. Fragen Sie gelegentlich, wie es ihm geht und ob er eine neue Arbeitsstelle gefunden hat. Ein guter Umgang mit gekündigten Mitarbeitern verbessert natürlich das Image Ihres Betriebes.

Gerade bei Entlassungen aus wirtschaftlichen Gründen ist es wichtig, den Betroffenen den genauen Grund klar und deutlich zu kommunizieren. Sie sollen schließlich nicht den Eindruck erhalten, dass das Problem bei ihnen und ihrer Arbeitsleistung lag. Und wer weiß: Vielleicht ist ja eine Rückkehr möglich, wenn es Ihrem Betrieb wieder besser geht? Dann wäre es schade, gerade auf einen bewährten Mitarbeiter nicht mehr zurückkommen zu können.

Mitarbeitern künigen: Fristen, Form & Fingerspitzengefühl

Entlassungen sind für Betriebe und Mitarbeiter ein schwieriges Thema. Es liegt am Unternehmen, einen höflichen Umgang zu pflegen und die Moral aller Mitarbeiter aufrechtzuerhalten. Eine gute Kommunikation macht eine noch so unangenehme Kündigung gleich viel erträglicher.

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