Treppen & Treppengeländer: Planen, bauen & pflegen (Teil 1)

Der Bau eines Hauses erfordert in der Regel vorher einige grundsätzliche Überlegungen seitens der Bauherren. Eine ganz allgemeine davon ist die Gestaltung der Verkehrswege innerhalb Ihres Gebäudes. Mit Ausnahme eines nicht unterkellerten Bungalows mit Flachdach ist ein wichtiger Teil die Verbindung der einzelnen Stockwerke. Diese Erschließung erfolgt in der Regel horizontal über Flure, vertikal über Treppen.

Treppen werden unterschieden nach Ihrer Bauart, nach den Materialien, die zum Bau verwendet werden, und nach der Nutzung, beziehungsweise nach den Orten, an denen sie eingesetzt werden. Abweichende Einsatzorte sind zum Beispiel Mehrfamilienhäuser, dort wird in der Regel ein richtiges Treppenhaus geplant.

Grundsätzliche Überlegungen zu Treppen

Im Einfamilienhaus wird ebenfalls ein Treppenraum geplant, im Reihenhaus wird, je nach Grundrissgestaltung, um Fläche zum Wohnen zu generieren, die Treppe in das darüber liegende Geschoss aus einem Raum – meistens dem großen zum Wohnen, Essen und  Kochen gewidmeten Raum – nach oben geführt. Vernünftigerweise endet die Treppe dann auf einer zum Wohnraum hin offenen Galerie. Von dort aus sind dann die einzelnen, privaten Räume erschlossen. Dadurch entsteht ein sehr großzügiger Raumeindruck.

Diese Art der Raumgestaltung wird häufig auch in 2-geschossigen Wohnungen, die als Maisonette-Wohnungen bezeichnet werden, ausgeführt. In dieser Art von Wohnungen sind die gesetzlichen Anforderungen an die Treppen nicht so hoch gesteckt wie in Ein- und Mehrfamilienhäusern.

Die Art der Treppe wird unterschieden in baurechtlich notwendige Treppen und baurechtlich nicht notwendige Treppen. Baurechtlich nicht notwendige Treppen sind im Regelfall zusätzliche Treppen innerhalb von Wohnungen in Mehrfamilien-Häusern, wenn die Wohnungen über zwei Etagen reichen, also den erwähnten Maisonette-Wohnungen. Dann ist allerdings ein allgemeines Treppenhaus notwendig und der Zugang aus jedem Geschoss der Wohnung zu diesem Treppenhaus.

Breite und Steigungsverhältnis

Die gesetzlichen Anforderungen sind in der DIN 18065 bestimmt (Anforderungen an Treppen in Wohngebäuden mit bis zu zwei Wohnungen und innerhalb von Wohnungen). Hier sind alle Anforderungen an Treppen festgelegt.

Die wohl wichtigste Eigenschaft ist die Treppensteigung. Diese fußt auf dem Schrittmaß des durchschnittlichen erwachsenen Menschen. Das Steigungsverhältnis einer Treppe wird von der Schrittmaßregel bestimmt. Als  Schrittmaß wird die Schrittlänge eines normal großen Erwachsenen beim Gehen in der Ebene verwendet (gemessen von Absatzkante zu Absatzkante). Dieses Maß beträgt ca. 63 cm. Beim Steigen einer Treppe verkürzt sich die Schrittlänge um das 2-fache der Höhe.

Die Formel für das Steigungsverhältnis lautet also:

2x Höhe + 1x Breite der Stufe ~ 63cm

Somit ist ein häufig gewähltes gängiges Verhältnis 18 cm Auftrittshöhe / 27 cm Auftrittsbreite. Sie können innerhalb der 63 cm interpolieren, allerdings muss die Auftrittshöhe für baurechtlich notwendige Treppen mindestens 14 cm und höchstens 20 cm sein. Für die anderen Treppen gilt dasselbe Mindestmaß, jedoch ist dann eine Höhe bis 21 cm erlaubt. Diese Höhen wurden früher für Keller und Bodentreppen benutzt. Allerdings beginnt hier schon fast die Treppe als Leiter zu funktionieren, das bedeutet, die Treppe ist schon so steil, dass die Nutzer rückwärts hinuntergehen.

Wichtig ist auch noch die nutzbare Laufbreite, hier gilt für notwendige Treppen mindestens 80 cm lichte Breite zwischen den Handläufen und für nicht notwendige Treppen 50 cm. Beachten Sie bitte, dass auch Traglasten über Treppen befördert werden sollen. Der Wäschekorb ist auf einer nur 50cm breiten Treppe sehr schwierig zu befördern.

Zu den unterschiedlichen Bauarten

Nun zu den möglichen Ausführungen. Hier unterscheiden wir als Erstes die Art der Treppen.

  • Wenn der Grundriss der Treppe L-förmig ist, spricht man von einer „viertel-gewendelten“ Treppe.
  • Wenn der Grundriss der Treppe U-förmig ist, spricht man von einer „halb-gewendelten“ Treppe.
  • Wenn der Grundriss der Treppe O-förmig ist, also im Verlauf der Treppe keine gerade, also rechteckige Stufe – Auftritt – vorhanden ist, spricht man von einer „Wendel“-Treppe.
  • Wenn die Treppe gerade verläuft, also alle Treppenstufen rechteckig sind, handelt es sich um eine „geradläufige“ Treppe.

Die Treppen enden und beginnen immer mit einem Treppenpodest. Diese Podeste sind in der Regel die Erschließungsflächen, also Flure der jeweiligen Etage. Wenn die Treppe ohne Unterbrechung von einem Geschoss zum nächsten führt, handelt es sich um eine „einläufige Treppe“, wenn – bei großen Etagenhöhen –  der Treppenlauf durch ein Podest unterbrochen wird, handelt es sich um eine „zweiläufige Treppe“.

Der Platz, den Ihre Treppe benötigt, müssen Sie schon bei Ihrer Grundrissgestaltung mit einplanen.

Vergessen Sie jedoch nicht: Ihre Treppe muss vom fertigen Fußboden der einen Ebene zum fertigen Fußboden der anderen Ebene führen! Also – die jeweiligen Fußbodenbeläge bedenken.

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Herbert A. Wolf

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