Tapeten auswählen, anbringen & streichen

Mit Tapeten können Sie den Räumen in Ihrem Zuhause die gewünschte Atmosphäre verleihen. Tapezieren ist an sich nicht kompliziert: Vorausgesetzt Sie arbeiten mit den richtigen Materialien und berücksichtigen einige einfache Dinge. So sollten Sie sich vor dem über die unterschiedlichen Tapetenarten informieren, denn viele verfügen über materialabhängige Eigenschaften und erfordern daher eine spezifische Verarbeitung.

Um diese Themen geht es in diesem Artikel:

  • Tapete auswählen: Überblick über die Tapetenarten
  • Tapete anbringen: So gehen Sie vor
  • Tapete streichen: Tipps für den perfekten Anstrick
  • Kosten für Tapeten und Zubehör ausrechnen

Die Tapetenarten im Schnellüberblick

Der Klassiker – die Raufasertapete – setzt sich aus mehreren Papierschichten zusammen. Raufaser ist beliebt, da sie zum einen kostengünstig und zum anderen mehrfach überstreichbar ist. Papiertapeten bestehen zumeist aus zwei Papierlagen. Eine Lage erhält unter Druck eine reliefartige Prägung, die andere einen Farbdruck. Strukturprofiltapeten zeigen eine erhabene Oberfläche, die unter Druck durch aufgeschäumte Farbpasten entsteht und äußerst strapazierfähig ist. Das Trägermaterial kann Vlies oder Papier sein. Vinyltapeten werden mit Papier- und Vliesrücken angeboten. Eine glatte Kunststoffschicht bildet die Oberfläche und sorgt für die hohe Strapazierfähigkeit. Zugleich wird durch die Kunststoffschicht aber auch der feuchtigkeitsausgleichende Effekt der Wand unterbunden. Während bei Wandbildtapeten bzw. Fototapeten ein Fotomotiv mithilfe digitaler Techniken auf Fotoleinen, Gewebe oder Papier aufgebracht wird, wird bei Textiltapeten ein Papierträger mit Gewebe oder Fäden beschichtet. Textiltapeten sind leicht wärmedämmend und verbessern die Raumakustik. Die Mehrheit der angebotenen Tapeten wird heute auf Vlies gedruckt. Vliestapeten sind aufgrund ihres reißfesten und dimensionsstabilen Trägermaterials einfach in der Handhabung und dehnen sich im Gegensatz zu Papiertapeten unter Feuchtigkeit nicht aus. Das Material ist so stabil, dass kleine Wandrisse überklebt werden können. Unabhängig davon, für welche Tapetenart Sie sich entscheiden, achten Sie in jedem Fall auf das RAL-Gütezeichen, das die gesundheitliche Unbedenklichkeit der Tapete bescheinigt.

Folgende Tapetenarten sind momentan gängig:

  • Raufasertapete,
  • Papiertapete,
  • Strukturprofiltapete,
  • Vinyltapete,
  • Wandbild- bzw. Fototapete,
  • Textiltapete,
  • Vliestapete,
  • Glasfasertapete,
  • Jutetapete.
Tapezieren: Kleistern des Untergrunds

Vor dem Anbringen der Tapetenbahn wird der Untergrund gründlich gekleistert.

Tapeten befestigen: Einfaches Tapezieren mit Vliestapeten

Nachdem die alten Schichten entfernt und der Untergrund behandelt wurde, kann die Tapete aufgebracht werden. Vliestapeten sind ideal für Anfänger. Die robusten Tapeten verziehen nicht und lassen sich trocken ins Kleisterbett legen. Zunächst sollte der Untergrund mit verdünntem Kleister grundiert werden, um den Staub zu binden und das Saugverhalten der Wand zu regulieren. Anschließend wird der Kleister nach Herstellerangaben angerührt. Beim Messen der Tapetenbahnen sollte immer etwas Überstand eingeplant werden. Zudem sollten die Ecken nicht als Bezugslinie genutzt werden, da diese in aller Regel nicht gerade sind. Besser ist es, eine Bahnbreite (minus 1 bis 2 Zentimeter) von der Wand entfernt zu starten und den geraden Verlauf mit einer Wasserwaage zu ermitteln. Anschließend wird das Längenmaß auf die Tapete übertragen und diese zugeschnitten. Vliestapeten erfordern im Gegensatz zu Tapeten mit einem Papierträger keine Weichzeiten. Daher kann der Kleister einfach bahnenweise mit dem Quast auf die Wand gestrichen werden. Es empfiehlt sich hierbei, den Kleister satt aufzutragen, um ausreichend Zeit zum Ausrichten der Bahnen zu haben. Dann die Bahn an die Startlinie anlegen und von oben nach unten mit den Händen andrücken und mit der Tapezierbürste oder Gummiwalze glattziehen. Abschließend den unteren Überstand abschneiden. Den nächsten Bahnabschnitt einkleistern und Tapetenbahn auf Stoß anlegen und andrücken.

Die einzelnen Schritte zum Tapezieren mit Vliestapeten als Stichpunkte:

  • Alte Tapete entfernen, Untergrund bereinigen und mit verdünntem Kleister grundieren,
  • Kleister anrühren (Herstellerangaben beachten!),
  • Tapetenbahnen abmessen (etwas Überstand einplanen),
  • Die erste Bahn großzügig mit Kleister einstreichen,
  • Tapetenbahn oben an der Startlinie anlegen und langsam nach unten abrollen und dabei
  • Bahn mit der Tapezierbürste bzw. der Gummiwalze glattziehen,
  • Überstand unten abschneiden.
Tapezieren: Anbringen der Tapetenbahn

Die gründliche Ausrichtung der Tapetenbahn gehört zu den schwierigsten Aufgaben beim Tapezieren.

Die Tapeten streichen

Weiße Vliestapeten, Raufaser und Strukturtapeten werden in vielen Fällen mit Wandfarbe gestrichen. Die Farbe mit der Rolle auf die Tapete zu bringen, ist in aller Regel nicht schwierig, zumal durch das Aufbringen von Tapeten bereits einiges an Vorarbeit geleistet wurde. Für die meisten Anwendungen ist eine normale Wandfarbe empfehlenswert. Für einen gelungenen und anhaltenden Anstrich lohnt es sich zudem in hochdeckende Wandfarben zu investieren. Sie ersparen sich dadurch das mehrmalige Streichen mit preiswerter, aber qualitativ minderwertiger Farbe. Welche Materialien Sie zum Streichen benötigen und wie Sie dabei genau vorgehen, erfahren Sie in unserer Checkliste: Streichen.

Kosten fürs Tapezieren

Die Kosten fürs Tapezieren setzen sich aus Tapetenrollen, Werkzeugen und Hilfsmitteln zum Anbringen zusammen.

Die Kosten für die Tapete werden üblicherweise pro Rolle berechnet. Das Standardmaß für eine Tapetenrolle beträgt 53cm Breite x 10,05m Länge. Ihren Bedarf an Tapetenrollen können Sie näherungsweise mit der Formel

Länge der zu tapezierenden Wände in m x Höhe des Raums in m : 5 = Anzahl der Rollen

bestimmen. Bei einer Wandlänge von 5m und einer Raumhöhe von 2,5m benötigen Sie demnach

5 x 2,5 x 5 = 2,5

aufgerundet also 3 Tapetenrollen. Bei Fototapeten oder Tapeten mit Muster ist zudem zu beachten, dass das Motiv übergangslos fortgesetzt wird – möglicherweise fällt also zusätzlich Verschnitt an.

Außerdem benötigen Sie:

  • Tapetenkleister zum Grundieren und Befestigen der Tapeten (ab 30 Cent pro Quadratmeter)
  • Wandfarbe (ab 1 Euro pro Quadratmeter; für qualitativ hochwertige Farben mehr als das Doppelte)
  • Trittleiter
  • Kleinwerkzeug (Quast, Tapezierbürste, Cuttermesser, Wasserwaage, Schere, Lineal, …)
  • Tapeziertisch
  • Kleistergerät

Je mehr Hilfsmittel Sie bereits besitzen oder bei Bekannten und Freunden ausleihen können, desto größer ist hier das Sparpotenzial. Wenn Sie die Tapezierarbeiten vom Profi durchführen lassen, müssen Sie den Zubehör meist nicht selbst anschaffen, berechnet werden Ihnen zumindest die Verbrauchsmaterialien aber dennoch.

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