Smart Home – Effizienz für die Energiewende und das eigene Zuhause

Smart, also intelligent oder clever, sind heute viele Bereiche des Lebens. Neben Accessoires oder Kleidungsstücken, die rund um die Uhr Ihre Vital-Funktionen messen, hat der Trend zur Digitalisierung unlängst auch das eigene Haus erreicht. Smart-Home-Lösungen versprechen dabei mehr Sicherheit, höheren Komfort und niedrigere Energiekosten. Welchen Stellenwert das Smart Home in der Energiewende hat und ob die modernen Technologien tatsächlich dabei helfen können, Energie zu sparen, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten.

Digitalisierung und Energiewende – ganzheitlich zu mehr Sicherheit

Die Energiewende ist heute Oberbegriff für eine Vielzahl verschiedenster Themen. Neben einer nachhaltigen Mobilität und einer effizienten Beheizung ist die regenerative Versorgung mit elektrischer Energie dabei oft das Kernthema öffentlicher Diskussionen. Doch gerade diese sogenannte Stromwende ist mit großen Herausforderungen verbunden. Denn im Gegensatz zu konventionellen Gas- oder Kohlekraftwerken kann Strom aus Windkraft oder Photovoltaikanlagen nur dann gewonnen werden, wenn der Wind weht oder die Sonne scheint.

Um zu garantieren, dass jeder Verbraucher immer mit Strom versorgt wird, ist es dabei besonders wichtig, die auftretenden Schwankungen bestmöglich auszugleichen. Einen vielversprechenden Lösungsansatz bietet dabei die Digitalisierung. Denn diese macht Netze intelligent. Das heißt, Stromversorger, -Speicher und -Verbraucher können in sogenannten Smart Grids miteinander kommunizieren und sich den vorhandenen Gegebenheiten in Echtzeit anpassen.

Ein einfaches Beispiel ist die intelligente Steuerung von Haushaltsgeräten. Dabei werden Wasch- oder Spülmaschinen automatisch immer dann gestartet, wenn gerade ein Überschuss an elektrischer Energie im Netz ist. Wird der Strom dagegen knapp, können intelligente Geräte automatisch abgeschaltet und Engpässe vermieden werden.

Die nachfolgende Grafik stellt mögliche Abläufe in einem intelligenten Netz stark vereinfacht dar.

Funktionsweise des intelligenten Stromnetzes

Bildquelle: © Alexander Rosenkranz

Hinweis: Mit der zunehmenden Dynamik in deutschen Stromnetzen steigt auch die Anforderung an die eingesetzte Mess- und Regeltechnik. Mit dem Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende plant die Regierung einen flächendeckenden Einbau intelligenter Zähler, die als Kommunikationsplattform intelligenter Netze dienen.

Smart Home – Das vernetzte Haus im intelligenten Stromnetz

Neben intelligenten Zählern werden Smart-Home-Technologien in Zukunft die Schnittstelle zwischen öffentlichem Netz und eigenem Haushalt darstellen. Vom Lichtschalter über die Waschmaschine bis zur Heizungsanlage verbinden sie dabei die Komponenten moderner Gebäude und ermöglichen eine Steigerung von Komfort, Sicherheit und Energieeffizienz.

Während die notwendigen Technologien bereits vorhanden sind, stoßen Verbraucher bei der Wahl von Smart-Home-Systemen immer wieder auf Probleme. Denn die digitale Kommunikation im jungen Smart-Home-Markt läuft über viele verschiedene Standards. Einzelne Geräte sind dabei nicht immer frei kombinierbar.

Grund dafür ist die Verbindung vieler Gewerke, die vor einigen Jahren kaum Berührungspunkte hatten. So ermöglicht ein vollständig digitalisiertes Haus zum Beispiel die intelligente Überwachung und Steuerung von:

  • Jalousien und Fenstern
  • Türen und Toren
  • Sicherheitstechnik und Alarmanlagen
  • Beleuchtung
  • Heizungs- und Lüftungsanlagen
  • Anlagen zum barrierefreien Wohnen
  • Unterhaltungselektronik

Neben der großen Vielfalt unterschiedlicher Kommunikations-Standards kritisieren Datenschutz-Experten vor allem die Sicherheit sensibler Daten. Um Informationen wie Anwesenheitszeiten oder Nutzungsprofile verschiedener Geräte geheim halten zu können, raten sie zu großer Sorgfalt. Und das bereits bei der Wahl des entsprechenden Anbieters.

Vor allem deutsche Hersteller von Smart-Home-Systemen sind per Gesetz zu bestmöglichem Datenschutz verpflichtet. Korrekt ausgeführt können mögliche Gefahren dabei nahezu komplett ausgeschlossen werden.

Hinweis: Achten Sie immer auf einen bewussten Umgang mit Ihren Daten. Mit der Verschlüsselung von Routern, sicheren Passwörtern und der Verwendung hochwertiger Komponenten kann der Schutz dabei weiter verbessert werden.

Einfach Energie sparen mit Smart-Home-Systemen

Neben Komfort und Sicherheit, die moderne Smart-Home-Systeme zum Beispiel über die Fernüberwachung und -Steuerung Ihres Hauses ermöglichen, hilft die digitale Technologie auch beim Energiesparen.

Intelligente Häuser wissen, wann welche Geräte benötigt werden. Durch das vollständige Abschalten nicht verwendeter Haushalts- oder Elektrogeräte helfen sie dabei, unnötige Stand-By-Verluste zu reduzieren. In einem typischen 4-Personen-Haushalt kann das bis zu 100 Euro im Jahr einsparen.

Neben der intelligenten Steuerung von Geräten messen viele Smart-Home-Systeme auch Ihren Energieverbrauch. Einfache Anzeigen oder kleine Spiele helfen dabei, das eigene Energieverhalten besser kennenzulernen und durch bewusstes Handeln bares Geld zu sparen. Darüber hinaus helfen die Verbrauchsdaten auch, die größten Stromfresser im eigenen Haushalt zu identifizieren. Informationen, die bei der jährlichen Abrechnung durch Ihren Energieversorger verborgen bleiben.

Neben den Kosten für den eigenen Stromverbrauch können moderne SmartHome-Systeme auch die Heizkosten aktiv senken. Denn mit einer intelligenten Regelung, die neben Ihren täglichen Gewohnheiten auch aktuelle Wettervorhersagen berücksichtigt, können Heizungs- und Lüftungsanlagen besonders effizient betrieben werden. Experten des Borderstep Institus gehen davon aus, dass eine gute Automatisierungslösung dabei fast genauso viel Energie spart wie die Dämmung eines Gebäudes.

Alexander Rosenkranz

Alexander Rosenkranz (28 J.) ist Gründer von energie-wortwende.de und war als Co-Gründer an der Entwicklung der Sanierungsplattform eccuro beteiligt. Verständliche Informationen und eine motivierende Kommunikation sind für ihn der Schlüssel für den nachhaltigen Erfolg der Energiewende.
Alexander Rosenkranz

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