Sensoren an Fensterrahmen und in den Fenstergriffen schützen vor dicker Luft und Einbrechern

Es gibt ein umfangreiches Angebot an Sensoren, die sich an Fensterrahmen und in den Fenstergriffen montieren lassen. Einige Systeme arbeiten sogar mit Funktechnologie. Das hat den Vorteil, dass sie einfach nachrüstbar sind, weil kein Stromkabel notwendig ist. Die wichtigsten Einsatzfelder für die Sensoren sind der Schutz vor Einbrechern und ausreichende Frischluftzufuhr.

Innovative Sensortechnik

So soll etwa ein neuartiger Funkchip Hausbewohner darauf hinweisen, dass ein Fenster offen steht und man zum Fenster hinaus heizt. Außerdem bemerkt er Einbruchsversuche und kann die Bewohner alarmieren, wenn diese nicht zu Hause sind. Entwickelt haben den Chip, der sich mit Solarenergie versorgt, Forscher des Fraunhofer-Instituts IMS in Duisburg. Gegenüber gängigen Lösungen verfügt er über zwei Vorteile: Er versorgt sich über Solarstrom selbst mit Energie, und er soll, so das Versprechen der Forscher, viel billiger sein und nur ein Fünftel dessen kosten, was bisher üblich ist. Möglich wird das durch ein neues Herstellungsverfahren.

Bislang gibt es das Sensorsystem als Nachrüstungsmöglichkeit einer Alarmanlage. Künftig soll der Sensor im Scheibenzwischenraum bei Mehrscheiben-Fenstern eingebaut und dann auf Wunsch der Bewohner aktiviert werden. Mehrere europäische Glashersteller hätten Interesse angemeldet, so die Duisburger Forscher.

Verschiedene Hersteller und Systeme

Erprobt sind die Lösungen einer ganzen Reihe von Herstellern, die Lösungen auf Basis von EnOcean-Technologie anbieten. Das Besondere dabei: Zur Stromversorgung setzt EnOcean anstelle von Batterien miniaturisierte Energiewandler ein, die Wärme, minimalen Druck oder Sonne nutzen. Diese ermöglichen den Funkbetrieb in unterschiedlichsten Umgebungen. Die meisten der im Privatbereich angebotenen Lösungen sind darauf ausgelegt, in Alarmanlagen eingebunden zu werden und auf Einbruchsversuche hinzuweisen.

Hideki, ein Hersteller aus Hongkong, hat auch eine Home Gateway-Lösung im Programm. Die Lösung kann deutlich mehr als nur Fenster anzusteuern und lässt sich über einen Router mit Smartphones oder Tablets verbinden. Dadurch hat der Anwender Licht, Temperatur, Feuchtigkeit, den Status von Türen und Fenstern oder auch Bewegungen im eigenen Zuhause von überall auf der Welt im Blick.

RWE-SmartHome-Tür-und-Fenstersensor

Eingebauter RWE SmartHome Fenstersensor. Foto: RWE SmartHome

Eine Kombination von Fenstersensoren und Heizungssteuerung hat auch RWE mit seiner Smart-Home-Lösung im Angebot. Mit dem Tür- und Fenstersensor von RWE SmartHome können Benutzer die Zugänge zum Haus jederzeit auch von unterwegs im Blick haben. Sensoren sind an Fensterflügel und Fensterrahmen installiert und bemerken, ob Fenster oder Tür zu sind. Das lässt sich sogar auch mit einem Heizkörperthermostat kombinieren. Das Heizsystem regelt sich automatisch bei geöffnetem Fenster herunter und heizt erst wieder, wenn das Fenster wieder geschlossen ist.

RWE Zukunftshaus SmartHome Bedienung. Foto: RWE SmartHome

RWE Zukunftshaus SmartHome Bedienung. Foto: RWE SmartHome

Eine ähnliche Lösung gibt es auch für die Konkurrenzplattform Qivicon, die von der Deutschen Telekom angeboten wird. Die Lösungen für Qivicon basieren meist auf Homematic und bieten eine ähnliche Funktionalität. Auch dort lassen sich Fensteröffnung und das An- und Ausschalten der Heizung koppeln.

Immer gut gelüftet

Eine Reihe anderer sensorbasierter Lösungen konzentriert sich darauf, für ausreichend frische Luft zu sorgen. So bietet der Dachfensterhersteller Velux eine Sensorkombination an, die Luftfeuchte und flüchtigen organischen Verbindungen in der Luft, so genannte VOC misst. Sind die Werte kritisch, wird automatisch gelüftet. Dabei ist die Lüftungsempfindlichkeit individuell einstellbar. Die Steuerung erfolgt über das Velux Interface KLF 050. Am Fenster sind keine Stromanschlüsse notwendig. Ein Regensensor verhindert, dass sich diese bei Niederschlag öffnen. Ein Temperatursensor schließt die Fenster, wenn die Raumtemperatur unter 16 Grad fällt.

Auf kontrollierte Lüftung zielt auch auf der so genannte „Klimagriff“ ab. Er wird am Fenstergriff montiert und zeigt den Bewohnern mit einer Art Ampel, wann sie lüften sollten. Das soll nach Sanierungen helfen, Schimmel zu vermeiden. Es eignet sich auch Mietwohnungsbereich. Mieter können damit belegen, dass sie ausreichend gelüftet haben, um Schimmel in der Wohnung vorzubeugen. Das Gerät speichert Lüftungsvorgänge und Raumklimadaten zwei Jahre lang. Mieter müssen dem Einsatz zustimmen.

Ein sehr simples Gerät, das ebenfalls auf das richtige Lüften hinweist hat das Sentinel-Haus Institut im Programm: einen Raumluftwächter in Form eines USB-Sticks vor. Er wird einfach einen Rechner eingesteckt und signalisiert wann es Zeit zum Lüften ist.

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