Schimmel: Bad und Küche wirksam schützen

Gelangt regelmäßig viel Feuchtigkeit in die Luft, lässt ein ungebetener Hausgast oft nicht lange auf sich warten: Schimmel. Er siedelt sich zum Beispiel in Bädern oder Küchen von Häusern und Wohnungen an, verschmutzt Tapeten oder Fugen und schadet darüber hinaus sogar der Gesundheit. Aber warum entsteht Schimmel in Bädern oder Küchen? Eine Antwort auf diese Frage sowie Informationen darüber, wie Sie den Schimmel entfernen und seinem Wachstum vorbeugen können, finden Sie in den folgenden Abschnitten.

Warum entsteht Schimmel in Bad oder Küche?

Der Schimmel ist eine Pilz-Art, die sich über Sporen verbreitet. Voraussetzung für sein Wachstum sind zum einen feuchte Umgebungen, zum anderen aber auch organische Substanzen. Geht es um den Schimmel in Bad oder Küche, sind beide Voraussetzungen oft gegeben. Denn durch Duschen, Baden oder Kochen gelangt zeitweise viel Feuchtigkeit in den Raum, die sich dann in Form feiner Wassertröpfchen an den Wänden ablagert. Zusammen mit Staubpartikeln, Hautschuppen oder Haaren entsteht so ein optimaler Nährboden für Schimmel. Zumindest dann, wenn die Feuchtigkeit an den Wänden nicht innerhalb kurzer Zeit abtransportiert wird.

Welche Folgen hat der Schimmel-Befall?

Ist der Schimmel einmal da, verschmutzt er aber nicht nur die betroffenen Oberflächen. In ausreichender Konzentration kann er sogar dem Bauwerk und der Gesundheit schaden. Einen Hinweis darauf, welche Folgen der Schimmelbefall mit sich bringt, gibt die Einteilung der sichtbaren Schäden in vier Kategorien:

Kategorie 0 – der Normalzustand – besteht, wenn nicht mehr als 100 cm² einer Fläche im Raum oberflächlich mit Schimmelbewuchs befallen oder Stockflecken an den Wänden zu finden sind. Ist das der Fall, bestehen erst einmal noch keine Probleme für Gebäude oder Gesundheit.

Kategorie 1 – geringer bis mittlerer Schaden – besteht, wenn in einem Raum mehr als 0,5 m² oberflächlich oder mehr als 100 cm² dicht von Schimmel befallen sind und keine Anzeichen auf einen Wasserschaden vorliegen. Während in diesem Falle noch keine bauphysikalischen Schäden zu erwarten sind, raten Gesundheitsämter bereits zur Vorsicht. In jedem Fall sollte die Situation verbessert werden, da sich der Schimmel in Bad und Küche schnell ausbreiten kann.

Kategorie 2 – großer Schaden – besteht, wenn zu den Anzeichen der Kategorie 1 auch ein Schimmelbewuchs in tieferen Schichten oder an mehreren Stellen im Raum (bis zu 10 m²) vorhanden ist. Auch der typische Schimmelgeruch ohne sichtbaren Schimmel ist ein deutliches Kennzeichen für einen größeren Schaden. Während die Situation für die Gesundheit bereits eine große Gefahr darstellt, ist sie nun auch für das Bauwerk oft problematisch. Experten raten zu schnellem Handeln, um ein weiteres Ausbreiten des Schimmels zu verhindern.

Kategorie 3 – extremer Schaden – besteht, wenn der Schimmel auf einer Fläche von über 2 m² dicht wächst. Ist das der Fall, sollte der Raum nur noch geschützt betreten werden. Denn der Schimmel könnte zu akuten Beeinträchtigungen führen.

Wie kann Schimmel in Bad und Küche entfernt werden?

Achtet man regelmäßig auf Wände, Fugen und Raumecken, kann der Schimmelbefall vor allem in Küchen und Bädern meist in einem frühen Stadium festgestellt werden. Während die Fliesen-Fugen von einem Fachhandwerker ausgeschliffen werden können, raten Experten bei Silikonfugen zum Reinigen mit Alkohol. Dieser ist zum Beispiel mit einem Alkoholgehalt von über 80 Vol. % in der Apotheke erhältlich und hat keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit. Auf Gifte sollten Sie in kleinen Innenräumen verzichten.

Gibt es einen wirksamen Schutz vor Schimmel in Bad und Küche?

Zum Schutz vor Schimmel in Bad und Küche gibt es zwei Tipps, die ohne Kosten sofort von jedem umgesetzt werden sollten. Diese sind:

  • richtig Lüften und
  • ausreichend Heizen.

Richtiges Lüften hilft dabei, die Feuchtigkeit nach dem Duschen, Baden oder Kochen wieder in den Griff zu bekommen. Dabei wird der Wasserdampf aus dem Raum abtransportiert und die Gefahr der Kondensation nimmt ab. Unterstützt wird das von einem passenden Heizverhalten. Denn auch wenn die Temperatur der Wandflächen ausreichend hoch ist, kann die Kondensation – also die Ablagerung von Wassertröpfchen aus der Luft – vermieden werden.

Hinweis: Sind Sie unsicher, wie viel Heizen und Lüften angemessen ist, helfen schon einfache Hygrometer. Diese zeigen die relative Feuchte der Luft an und sind oft schon für weniger als 10 Euro im Baumarkt zu haben.

Helfen die Tipps nicht und der Schimmel tritt überwiegend an einzelnen Flächen wie etwa den Raumecken auf sollten Sie einen Energieberater zurate ziehen. In der Regel handelt es sich dabei um sogenannte Wärmebrücken – bestimmte Konstruktionen, an denen der Wärmeschutz vermindert und die Temperatur der Oberflächen niedriger ist.

Geht es um den Neu- oder Umbau eines Bades, sollten Sie auch darauf achten, nicht alle Wandflächen mit dichten Fliesen zu bekleben. Denn diese bilden eine undurchlässige Schicht für Luft und Wasserdampf. Besser ist es, auch einen ausreichend großen Teil der Badwände mit Tapeten oder Kalkputzen zu beschichten. Denn diese Oberflächen sind hygroskopisch. Das heißt, sie können einen Teil der Feuchte kurzfristig aufnehmen und zeitversetzt – je nach Belastung, Lüftungs- und Heizverhalten – wieder abgeben. So trocknen sie automatisch wieder aus und beugen der Kondensation und dem Schimmel wirksam vor.

Der Schimmel in Bädern oder Küchen kann sich bei ausreichend hoher Konzentration negativ auf die Gesundheit und das Bauwerk auswirken. Während das richtige Heizen und Lüften hilft, dem Befall vorzubeugen, sollten schon kleinste Schimmel-Flecken beobachtet und behandelt werden. Bekommen Sie den Befall selbst nicht in den Griff, hilft ein Sachverständiger dabei die Ursachen zu finden und zu beseitigen.

Alexander Rosenkranz

Alexander Rosenkranz (28 J.) ist Gründer von energie-wortwende.de und war als Co-Gründer an der Entwicklung der Sanierungsplattform eccuro beteiligt. Verständliche Informationen und eine motivierende Kommunikation sind für ihn der Schlüssel für den nachhaltigen Erfolg der Energiewende.
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