Fakten über die Rente im Handwerk

Im hohen Alter möchte man voller Stolz auf seine langjährige Karriere zurückblicken und seine wohlverdiente Auszeit genießen. Damit man sich über seine Rente freuen kann, nachfolgend einige Tipps zur Altersvorsorge im Handwerk.

„Die Rente ist sicher“ – das waren damals die Worte des ehemaligen Sozialministers Norbert Blüm. Eine Umfrage des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) zeigt aber, dass das Vertrauen der Deutschen in diese Sozialversorgung abnimmt. 76 Prozent geben an, dass sie davon ausgehen, im Rentenalter ihren Lebensstandard senken zu müssen.

Regelaltersgrenze: Das verflixte 67. Lebensjahr

45 Jahre arbeiten und mit 63 in Rente gehen – so stellen sich die meisten Handwerker ihre Karriere vor. Das war früher auch die Regel, nur hat sich inzwischen einiges getan. Die wichtigste Änderung: Das Renteneintrittsalter steigt bis zum Jahr 2029 stufenweise. Wer nach 1964 geboren wurde, der geht erst mit 67 Jahren in Rente.

Glücklicher können sich Arbeitnehmer schätzen, die vor dem 1. Januar 1947 das Licht der Welt erblickten. Sie können noch mit 65. Jahren in Rente gehen.

Regelaltersgrenze & Flexi-Rentengesetz

Seit 2017 gilt in Deutschland das neue Flexi-Rentengesetz. Es verspricht mehr Geld im hohen Alter sowie neue Möglichkeiten. Eine davon sind Sonderzahlungen, die Handwerker zusätzlich zu den Pflichtbeiträgen leisten. Diese bewahren Arbeitnehmer vor Abschlägen, falls sie ihre Rente vorziehen wollen.

Beispiel: Ein Handwerker arbeitet seit seinem 18. Lebensjahr im Handwerk. Er ist nun 50 Jahre alt und weiß bereits, dass er ab seinem 63. Lebensjahr in Rente gehen möchte. Das Mindestalter für Sonderzahlungen liegt bis Juli 2017 bei mindestens 55 Jahren. Bei der Rentenversicherung fragt er im kommenden Juli an, was es kosten würde, die auf ihn zukommenden Rentenabschläge auszugleichen – und diese zahlt er dann in den kommenden 13 Jahren.

Über den Renteneintritt hinaus arbeiten

Das Dazuverdienen im Rentenalter war bis dato ein Problem. Mit dem neuen Flexi-Gesetz ist das nicht mehr der Fall. Arbeitswillige Handwerker können ihren Beruf weiter ausführen und in die Rentenversicherung einzahlen – sie erhalten dadurch sowohl ihre Rentenansprüche als auch das Gehalt.

Optional besteht die Möglichkeit, die Rente noch nicht zu beantragen und normal weiterzuarbeiten. In diesem Fall erhöht sich die Rente auf zwei Wegen: Durch das Einzahlen in die Rentenversicherung und durch das steigende Alter.

Frührente: Dazuverdienen möglich

Im Vergleich zu Arbeitnehmern, die im Büro sitzen, spielen nur wenige Handwerker mit dem Gedanken, länger als nötig zu arbeiten – im Gegenteil: Sie würden aufgrund ihrer Tätigkeit, die ihren Körper Tag für Tag belastet, tendenziell am liebsten früher in Rente gehen.

Als Faustregel gilt: Der früheste Austritt aus dem Angestellten-Dasein ist mit 63 Jahren möglich. Einzige Voraussetzung: Man hat 45 Beitragsjahre erwirtschaftet.

Wer in die oben beschriebene Frührente geht, kann in gewissem Umfang allerdings dazuverdienen. Die Vorschriften waren früher kompliziert, ändern sich aber ab Juli 2017. Lohnenswert ist es, wenn man sich bis zu 6.300 Euro im Jahr hinzuverdient – das ist die aktuell gültige Obergrenze, die nicht angerechnet wird; darunter fallen zahlreiche Minijobs, die auch noch steuerfrei sind. Höhere Verdienste lohnen sich nur bedingt, da 40 Prozent auf die Rente angerechnet werden.

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