Pflegeleicht und vielseitig: Der Steingarten

Steingärten sind schon eine sehr spezielle Angelegenheit und nichts für jeden. Sie sind wie eine Miniaturausgabe der alpinen Landschaft und daher nur etwas für echte Liebhaber. Bevorzugt von Kletterern und Wanderern, die diese Art der Gestaltung von Ihren Ausflügen mit nach Hause nehmen wollen.

 

Die Geschichte dahinter

 

Als echter Exot unter den Gärten wurde der Steingarten erst mit Beginn des 20. Jahrhunderts bekannt. Sein Ursprung jedoch, liegt weit in der Vergangenheit  bei den ersten japanischen Landschaftsparks. Hier wurden gezielt Steine nach strengen Regeln in den Garten eingefügt. Im 18. Jahrhundert wurde es für vermögende Engländer Mode sich einen so genannten „Rock Garden“ anzulegen. Durch die zunehmenden alpinen Wanderungen als Freizeitvertreib schafften es zu Beginn erst das beliebte Alpenveilchen und danach auch alle anderen Pflanzenarten in den  heimischen Garten mit passenden Untergrund. Heute ist diese Art des Gartens eher selten zu finden.

Aufbau

 

Die perfekte Lage für einen Steingarten bietet ein sanfter Abhang mit südöstlicher oder südwestlicher Ausrichtung. Das Umschichten von Erdmassen ist zwar mit viel Aufwand verbunden, lässt aber eine einzigartige und reizvolle „Berg- und Tallandschaft“ entstehen. Ebenfalls lassen sich dabei unauffällig so genannte Trittsteine verstecken. Beim Bau sollte besonders auf eine gute Drainageschicht geachtet werden, da der Boden sonst bei Regengüssen verschlammt oder der Wurzelraum ausgeschwemmt werden kann. Befinden sich noch Reste von Mauern, Treppen oder Stufen im Garten macht das nichts. Im Gegenteil. Diese können optimal in die Landschaft integriert werden, ohne ihren ursprünglichen Nutzen zu verlieren.

Doch wie viele Steine braucht man? Nur zwei oder drei Steine zwischen den Pflanzen machen noch keinen Steingarten aus. Grundsätzlich gibt es zwei Varianten, wie man einen Steingarten optimal gestalten kann. Auf der einen Seite gibt es die Möglichkeit einen scharfen Kontrast zwischen schroffen Steinen und den bevorzugt weichen Polsterstauden aufzubauen.  Auf der anderen Seite harmoniert ein „Ton in Ton“ Konzept sehr schön. Dabei werden vom Wasser geglättete Kiesel mit Pflanzen so kombiniert, dass die Polsterstauden wie lebende Steine wirken. Der Kreativität sind dabei jedoch keine Grenzen gesetzt.

Die Pflege

 

Nachdem man den Garten einmal angelegt hat kann man sein Werk für lange Zeit mit wenig Aufwand genießen. Ein paar Kleinigkeiten sollten aber trotzdem nicht außer Acht gelassen werden: Durch die alpine Lage sind die meisten Pflanzen sehr genügsam und benötigen entsprechend wenig Pflege. Achten Sie jedoch darauf Trockenzeiten zu vermeiden. Viele Pflanzen sehen zwar wie echte Überlebenskünstler aus, sind es jedoch nicht gewohnt aufgrund ihrer natürlichen Umgebung auf Wasser zu verzichten. Oft ist es bei den ersten Anzeichen schon zu spät. Wir empfehlen einmal frühmorgens oder nach Sonnenuntergang zu wässern.

Achten Sie auf Unkraut und bestimmte Moosarten. Besonders das bösartige Lebermoos erstickt Pflanzen förmlich unter sich und zerstört so die ganze Arbeit.

Entdeckte Unkräuter und Samen sollten sofort entfernt werden, um eine Verbreitung zu verhindern. Die ist vor allem wichtig, um den jungen Alpenpflanzen genug Fläche für Wurzeln zu bieten. Aber Vorsicht. Einige alpine Pflanzen mögen zwar anfangs wie Unkraut aussehen, werden Sie aber in Ihrer Blüte überraschen. Es ist also ratsam bepflanzte Stellen mit kleinen Schildchen zu markieren.

Gegen natürliche Fressfeinde wie zum Beispiel Nacktschnecken sollten Sie sofort vorgehen. Nachlässigkeit rächt sich wie in jedem Garten besonders über Nacht. Alles in allem hat man mit einem Steingarten viel Freude und, wenn er einmal angelegt ist, auch wenig Arbeit.

Geeignete Steinarten

 

Um eine möglichst echte alpine Landschaft zu schaffen empfehlen wir vor allem Natursteine zu verwenden. Sie besitzen ihren eigenen individuellen Charme und entwickeln über die Jahre eine einzigartige Patina. Außerdem ist er vielseitig einsetzbar. Passende Steinarten wären Gneis, Syenit, Porphyr oder Granit.

Geeignete Pflanzenarten

 

Aufgrund des steinigen Untergrunds sind nicht alle Pflanzen geeignet. Mögliche Pflanzen wären zum Beispiel

  • Amur Adonisröschen
  • Himalaya Mannschild
  • Karpaten Schaumkresse
  • verschiedenste Polsterstauden

Sollten Sie auch ein paar einheimische Pflanzen verwenden, fragen Sie vorher einen Fachmann. Diese können Ihnen gute Tipps geben welche Pflanzen kombiniert werden können.

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