Niedrigenergiehaus – Wohnen für die Umwelt

Ein Niedrigenergiehaus bezeichnet ein Gebäude, das weniger Energie verbraucht als gesetzlich vorgeschrieben. Es ist besonders effizient und hat im Vergleich zu früheren Baustandards oft geringe Auswirkungen auf die Umwelt. Welche konkreten Anforderungen ein Niedrigenergiehaus erfüllen muss, wie diese erreicht werden können und welche Vor- und Nachteile mit dem Baukonzept verbunden sind, erklären wir im folgenden Beitrag.

Was ist ein Niedrigenergiehaus?

Geht es um die Definition, gab es in den vergangenen Jahren unterschiedliche Ansätze und Vorgaben, die durch die Einführung und Verschärfung der Energieeinsparverordnung (EnEV) teilweise überflüssig wurden. Generell gilt jedoch, dass ein Niedrigenergiehaus in Sachen Energieeffizienz auch heute noch bessere Werte erzielen muss als in der EnEV vorgeschrieben. Das heißt, dass Wärmeschutz und Primärenergiebedarf sowohl im Neubau als auch bei einer Sanierung die gesetzlichen Mindeststandards übertreffen müssen.

Eine genauere Definition gibt die RAL Gütegemeinschaft energieeffiziente Gebäude e.V. Dabei gilt, dass:

  • Wärmeverluste über die Gebäudehülle die Anforderungen der EnEV 2007 um 30 Prozent unterschreiten müssen,
  • besonderer Wert auf die Vermeidung von Wärmebrücken und das Erreichen einer hohen Luftdichtheit zu legen ist,
  • die Heizungsanlage besondere Anforderungen erfüllen muss,
  • die Trinkwarmwasser-Bereitung besonders effizient zu gestalten ist,
  • eine mechanische Lüftungsanlage installiert werden muss.

Genau wie die Einführung der Energieeinsparverordnung frühere Definitionen überflüssig gemacht hat, wird die Niedrigstenergiegebäude-Richtlinie auch diese Anforderungen ablösen. Denn die EU-Richtlinie schreibt vor, dass ab dem Jahr 2021 alle neuen Gebäude als sogenannte Niedrigstenergiegebäude – Gebäude mit einem besonders niedrigen Energiebedarf, der weitgehend über regenerative Energien zu decken ist – errichtet werden müssen.

Wie wird ein Gebäude zu einem Niedrigenergiehaus?

Wie in den Anforderungen der RAL Gütegemeinschaft beschrieben, geht es in einem Niedrigenergiehaus in erster Linie darum, die Energieverluste über die Gebäudehülle zu reduzieren. Möglich wird das zum Beispiel durch:

  • die ausreichende Dämmung von Fassaden und Dächern,
  • den Einbau effizienter Fenster und Türen,
  • das Erreichen einer luftdichten Gebäudehülle,
  • das Vermeiden von Wärmebrücken bei Planung und Ausführung der Gebäude.

Konnte der Energiebedarf über diese Maßnahmen reduziert werden, ist er mit effizienter Anlagentechnik zu decken. Besonders günstig und zukunftsweisend sind dabei Technologien, die auf erneuerbare Energien setzen, wie zum Beispiel Solaranlagen, Wärmepumpen oder Holzheizungen.

Da die dichte Gebäudehülle eines Niedrigenergiehauses den natürlichen Luftaustausch schwächt, muss außerdem eine Lüftungsanlage installiert werden. Diese stellt sicher, dass die im Gebäude anfallende Feuchtigkeit zusammen mit der verbrauchten Luft abgeführt wird, und schafft besonders gute hygienische Bedingungen. Wichtig ist die Maßnahme auch, um das Haus effektiv vor Tauwasser und Schimmel zu schützen.

Welche Vorteile hat ein Niedrigenergiehaus?

Die Vorteile eines Niedrigenergiehauses werden schnell klar. Denn die Gebäude verbrauchen weniger Energie und entlasten Portemonnaie und Umwelt gleichermaßen. Günstig ist aber auch die mögliche Wertstabilität in der Zukunft. Denn wer bereits beim Neubau auf eine hohe Effizienz setzt, stellt sicher, dass sein Haus den gesetzlichen Mindestanforderungen auch nach vielen Jahren noch entspricht. Wäre das nicht der Fall, könnte der Wert der Immobilie mit den Jahren stark sinken.

Gibt es auch kritische Stimmen?

Neben den Vorteilen des Niedrigenergiehaus-Standards gibt es aber auch Nachteile. So bemängeln Kritiker vor allem die Luftdichtheit der Gebäudehülle, die die Wohngesundheit beeinflusst und technische Maßnahmen wie Lüftungsanlagen notwendig macht. Diese verursachen wiederum zusätzliche Kosten durch Betrieb, Wartung oder Instandhaltung und sind verbunden mit gesundheitlichen Risiken – vor allem dann, wenn die Filter der Anlagen nicht regelmäßig gereinigt werden.

Sie benötigen statt einer Immobilienfinanzierung für Ihr Niedrigenergiehaus einen Bankkredit?

Hier finden Sie passende Kreditangebote:

Alexander Rosenkranz

Alexander Rosenkranz (28 J.) ist Gründer von energie-wortwende.de und war als Co-Gründer an der Entwicklung der Sanierungsplattform eccuro beteiligt. Verständliche Informationen und eine motivierende Kommunikation sind für ihn der Schlüssel für den nachhaltigen Erfolg der Energiewende.
Alexander Rosenkranz

Letzte Artikel von Alexander Rosenkranz (Alle anzeigen)

/ DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

FOLGEN SIE UNS

Alle Rechte vorbehalten © Portal United AG 2019