Einen neuen Gasanschluss legen lassen

Ein neuer Gasanschluss wird zum Beispiel nötig, wenn ein Haus neu gebaut oder die alte Ölheizung durch eine neue Gasanlage ersetzt werden soll. Damit das funktioniert, sind jedoch einige Voraussetzungen zu erfüllen. Welche das sind, wie Hausbesitzer einen neuen Gasanschluss legen lassen können und welche Kosten dabei anfallen, erklären wir in den folgenden Abschnitten.

Wann ein neuer Gasanschluss nötig wird

Soll ein neues Haus gebaut oder der Energieträger einer alten Heizung gewechselt werden, kann es nötig sein, einen neuen Gasanschluss legen zu lassen. Dieser besteht aus einer Anschlussleitung im Bereich der öffentlichen Straße sowie den Anbindeleitungen im Haus und versorgt Heizung, Gas-Kochgeräte oder Heizstrahler mit dem meist fossilen Rohstoff.

Ist ein neuer Gasanschluss möglich?

Wollen Hausbesitzer einen neuen Gasanschluss legen lassen, muss eine Versorgungsleitung in Grundstücksnähe vorhanden sein. Diese befindet sich in der Regel im Bereich der öffentlichen Straße und transportiert das Gas aus dem Versorgungsnetz zu den angebundenen Haushalten. Da die Leitungen unterirdisch verlegt und auf den ersten Blick nicht sichtbar sind, erfahren Hausbesitzer bei regionalen Energieversorgern oder dem Bauamt, ob der Anschluss überhaupt möglich ist.

Bestandteile des neuen Gasanschlusses

Ein neuer Gasanschluss besteht aus der Hausanschlussleitung und der Anbindeleitung im Gebäude.

Die Hausanschlussleitung führt von der öffentlichen Versorgungsleitung bis zur Hauptabsperreinrichtung im Gebäude und unterliegt in Deutschland der Verantwortung der Energieversorger. Diese sind für Bau und Sicherheit der Leitung verantwortlich, die in einem 0,6 bis 2,0 Meter tiefen Graben verlegt und durch eine besonders dichte Hauseinführung in das Gebäude geführt werden.

Die Anbindeleitungen führen von der Hauptabsperreinrichtung – der Trennstelle zwischen öffentlichem und privatem Netz – zu den jeweiligen Verbrauchern und verteilen den Brennstoff im Haus. Während die Arbeiten am öffentlichen Gasnetz ausschließlich von speziell zugelassenen Betrieben durchzuführen sind, können die Arbeiten im Haus von jeder Fachfirma erledigt werden.

Gasanschluss legen lassen – so funktioniert es

Der erste Weg führt zum Gasnetzbetreiber oder dem örtlichen Bauamt. Denn diese Stellen informieren über die örtliche Versorgungssituation und geben Auskunft darüber, ob ein neuer Anschluss überhaupt möglich ist.

Im nächsten Schritt erstellt der Netzbetreiber ein Angebot. Die Kosten zur Erschließung des Grundstücks richten sich dabei nach dem voraussichtlichen Gasverbrauch und dem Abstand des Gebäudes von der Versorgungsleitung. Ist dieser besonders groß, kann das Vorhaben schnell unwirtschaftlich werden.

Ist das Angebot in Ordnung, erfolgt die Vergabe des Auftrags und der Gasnetzbetreiber beginnt mit den nötigen Arbeiten. Während die Gasleitung dabei von einem zugelassenen Fachbetrieb bis ins Haus gelegt wird, können die Grundstückseigentümer sparen, indem sie den Graben bis zum Gebäude selbst erstellen.

Da die Leitungen für den neuen Gasanschluss an der Hauptabsperreinrichtung im Haus enden, ist zur Verlegung der Rohre im Gebäude eine gesonderte Fachfirma zu beauftragen. In der Regel werden die Arbeiten vom Heizungsinstallateur übernommen.

Die einzelnen Schritte im Überblick:

  • Netzbetreiber oder Bauamt fragen, ob neuer Gasanschluss möglich ist
  • Angebot bei Netzbetreiber einholen und Auftrag erteilen
  • Erdarbeiten selbst ausführen oder vom Versorger erledigen lassen
  • Fachfirma zur Verlegung der Leitungen im Haus beauftragen

Kosten für einen neuen Gasanschluss

Die Kosten für einen neuen Gasanschluss können regional sehr unterschiedlich sein. Sie richten sich nach den Bedingungen des jeweiligen Netzbetreibers, der Entfernung vom Haus zur Versorgungsleitung und dem voraussichtlichen Gasbedarf.

Während Hausbesitzer für die Leitung bis ins Haus mit Kosten von rund 1.600 Euro rechnen können, kommen für die Verteilung im Gebäude noch einmal 1.000 bis 1.200 Euro hinzu. Wichtig zu wissen ist, dass die Ausgaben für die Anbindeleitungen im Haus selbst steigen, je mehr Gasgeräte zu versorgen sind.

Alexander Rosenkranz

Alexander Rosenkranz

Alexander Rosenkranz (28 J.) ist Gründer von energie-wortwende.de und war als Co-Gründer an der Entwicklung der Sanierungsplattform eccuro beteiligt. Verständliche Informationen und eine motivierende Kommunikation sind für ihn der Schlüssel für den nachhaltigen Erfolg der Energiewende.
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