Natürliche Bodenbeläge

Unnatürliche Bodenbeläge haben Vorteile, die nicht von der Hand zu weisen sind, jedoch machen auch natürliche Bodenbeläge einiges her, sowohl in ihrer Funktionalität als auch in ihrem Erscheinungsbild. Von der guten Sache für die Umwelt, wenn nachwachsende Rohstoffe verwendet werden, ganz zu schweigen. Zudem sind natürliche Bodenbeläge sowohl vielseitig als auch zeitlos, jedoch eignen sie sich nicht für jeden Wohnbereich. Wo passt Holz am besten, was sind die Vorteile von Korkfußböden? Sind mit natürlichen Bodenbelägen auch Teppiche gemeint? Und wie verhält es sich mit der Verlegung eines solchen Bodenbelages ganz allgemein?

Die Vielfalt der natürlichen Bodenbeläge

An Bodenbeläge werden unterschiedliche Anforderungen gestellt. So möchten die meisten im Schlafzimmer Teppich haben, um ihre Füße warm zu halten, im Eingangsbereich eines Hauses oder eine Wohnung sollte der Belag hingegen vor allem pflegeleicht sein.

In Fachgeschäften ist die Auswahl an Bodenbelägen sehr groß, viele davon wurden synthetisch hergestellt. Dabei besteht allerdings manchmal die Gefahr von gesundheitlichen Risiken, die von PVC- oder Gummibelägen ausgehen können. Wer diese eindämmen möchte, fährt mit natürlichen Bodenbelägen besser und tut der Umwelt zudem etwas Gutes, wenn die verwendeten Rohstoffe nachwachsend sind und / oder aus einem nachhaltig arbeitenden Betrieb stammen. Werden diese Kriterien – die auch anhand von Gütesiegeln zu erkennen sind – beachtet, bietet sich den Hausherren eine große Vielfalt an möglichen Bodenbelägen. Bewussteinkaufen rät etwa dazu, Siegel wie den Blauen Engel oder das EU-Ecolabel zu beachten und bietet zudem eine Auflistung der wichtigsten Label.

Holzboden verlegen - © Halfpoint - Fotolia.com

Holzboden verlegen – © Halfpoint – Fotolia.com

1. Holz

Holzfußböden werden vor allem im Wohnbereich gerne gesehen. Dielenböden geben dem Wohnraum einerseits einen rustikalen Flair, können aber andererseits auch sehr modern wirken. Durch ihre unterschiedliche Maserung ist jeder Boden ein Unikat. Auch im Schlafzimmer ist ein Holzfußboden eine gute Alternative zum Teppich, da er nur gering Wärme ableitet und dadurch auch barfuß angenehm zu betreten ist.

Häufig werden Hölzer wie Ahorn, Eiche oder Kastanie für den Dielenboden benutzt – von tropischen Hölzern sollte aber unbedingt abgesehen werden, da dabei die Nachhaltigkeit nicht gegeben ist. Die heimischen Hölzer hingegen haben den Vorteil, dass diese Rohstoffe nachwachsen und entsprechend von Betrieben gezüchtet werden.

Ein weiterer Vorteil von Holzfußböden besteht darin, dass viele Hölzer sehr belastbar und leicht zu reinigen sind. Sollte der Boden mal Schäden bekommen haben, muss er allerdings nicht sofort ausgewechselt werden, sondern kann sogar mehrmals abgeschliffen werden, wodurch Holzböden vor allem mit ihrer Langlebigkeit punkten können.

Als negativen Aspekt gibt es höchstens den Preis zu vermelden. Da es sehr schwer ist, Holzdielen als Laie selbst zu verlegen, kommen zu dem ohnehin schon angehobenen Bodenpreis meist auch noch die Kosten für einen professionellen Handwerker hinzu. Letztendlich gleichen sich diese Kosten aber durch die Langlebigkeit des Bodens wieder aus.

Parkett ist im Übrigen die günstigere Alternative zu Holzdielen: Auch hierbei handelt es sich um Echtholz, das aber in Form von Fertigparkett selbst verlegt werden kann.

  • Belastung durch Klebesysteme: Holzböden lassen sich auf verschiedene Weise verlegen, sie werden entweder geklebt, schwimmend verlegt, genagelt oder geschraubt. Hierbei ist zu beachten, dass verklebte Holzfußböden eine erhöhte Grundbelastung mit sich bringen, die aus der Klebersubstanz hervorgeht. Darunter fallen vor allem Stabilisatoren und Weichmacher, aber auch Lösemittel befinden sich in geringen Mengen dauerhaft in der Raumluft. Vor allem in Ruhe- und Schlafräumen sollte daher nicht zu der verklebten Variante gegriffen werden.

2. Laminat

Das Laminat ist die günstigere und einfachere Version der Holzfußbodengestaltung. Laminat besteht aus mehreren miteinander verbundenen Schichten, wobei die untere Schicht aus einer mitteldichten oder hochdichten Faserplatte besteht, worüber ein Spezialpapier als Dekorschicht mit dem gewünschten Design liegt. Laminatfußböden lassen sich zwar nicht abschleifen wie Holzdielen, überzeugen aber mit ihrer Kratz- und Stoßfestigkeit, sowie der Tatsache, dass sie ebenfalls leicht zu reinigen sind. Die Verlegung von Laminat ist zudem deutlich einfacherer – Klicklaminat zum Beispiel eignet sich hervorragend, um den ersten eigenen Bodenbelag zu verlegen.

  • Die Beanspruchungsklasse bei Laminat: Beim Kauf von Laminatfußböden sollte je nach Verwendung auf die Beanspruchungsklasse geachtet werden. Diese Klassen ordnen ein, wie robust und widerstandsfähig der Belag ist. Laminatfußböden werden in sechs verschiedene Beanspruchungsstufen unterteilt, die wiederum in gewerbliche und wohnliche Nutzung unterteilt sind. Mithilfe dieser Klasseneinteilung ist es dem Käufer möglich abzuschätzen, welches Laminat für seinen Verwendungszweck am besten geeignet ist.

3. Kork

Natürlicher Korkboden - © A_Bruno - Fotolia.com

Natürlicher Korkboden – © A_Bruno – Fotolia.com

Kork ist ein Naturprodukt, das nicht mal das Fällen eines Baumes notwendig macht. Kork wird durch die Rinde der Korkeiche gewonnen, die abgeschält wird und in nächsten 8 bis 12 Jahren wieder soweit nachgewachsen ist, dass sie erneut abgeschält werden kann. Ein Korkboden kommt mit vielen Vorteilen daher: Kork ist von Natur aus wärmeisolierend, so dass sich der Belag auch für Wohn- und Schlafzimmer eignet, außerdem ist er resistent gegen Feuchte und Fäulnis und obendrauf noch sehr pflegeleicht. Auch Kork kann abgeschliffen werden, sodass eine Langlebigkeit des Fußbodens gegeben ist. Allerdings sollte Korkbelag mithilfe von Öl, Wachs oder Lack geschützt werden, um das Eindringen von Schmutz gänzlich zu vermeiden.

Hinsichtlich der Bewertung von Korkbelägen und ihrem Umwelt- und Gesundheitsschutz findet kein Vergleich mit anderen Belägen wie Linoleum, Teppich oder Holz statt, stattdessen werden die verschiedenen Korkarten untereinander verglichen. Der Handel bietet unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten und Oberflächen an, welche beispielsweise unbehandelt, geölt, gewachst, transparent versiegelt oder eingefärbt versiegelt sein können. Verbraucher sollten den natürlichen, möglichst volldeklarierten Oberflächenbeschichtungen wie Bienenwachs oder Naturharzöl den Vorzug geben. Auch Versiegelungsmittel wie Acrylat-, Nano- oder Polyurethan-Dispersion kommen zum Einsatz, sollten aber nur dann genutzt werden, wenn sie schadstoffgeprüft sind. Bezüglich der Entsorgung und Umweltproblematik bei der Kompostierung oder Müllverbrennung sind sowohl die Korkbeläge mit hohen Anteilen als auch geringen Prozentanteilen von umweltgefährdenden Chemikalien betroffen. Verbraucher können sich diesbezüglich beim Verband „Das Kork-Logo“ zu den Inhaltsstoffen und Qualitäten informieren.

  • Das Kork-Logo ist ein Qualitätszeichen der Hersteller, welches eine Garantie für die labortechnische Überwachung einiger Gefahrenstoffe und die umweltverträgliche Erzeugung darstellt.

4. Linoleum

Linoleum – nicht zu verwechseln mit einem PVC-Belag – ist in der Tat ein natürlicher Bodenbelag, wenngleich er auf den ersten Blick nicht so aussehen mag. Linoleum besteht aus Leinöl, natürlichen Baumharzen, Holzmehl, Korkmehl, Kalksteinmehl, Farbpigmenten und Jutegewebe, sodass er nicht nur umweltverträglich, sondern auch biologisch abbaubar ist. Linoleum ist sowohl bakteriostatisch und schwer entflammbar als auch langlebig und widerstandsfähig. Somit eignet sich dieser Bodenbelag für verschiedene Bereiche. Da er allerdings über keinen anhaltenden Schutz vor Nässe verfügt, ist er im Badezimmer und in der Küche nur bedingt einsetzbar.

Die umweltfreundlichste Variante von Linoleum im Handel ist die unbehandelte Bahnenware, da die Beschichtungen grundsätzlich bei allen konventionellen Linoleumqualitäten aus Kunststoff bestehen. Wer auf die unbehandelte Variante zurückgreift, kann diese selbst mit Naturwachsbeschichtungen behandeln und so auf Kunststoff verzichten. Naturharzkleber, Naturwachse, Reiniger- und Pflegemittel aus nachwachsenden Rohstoffen bieten sich für diesen Belag ebenfalls an.

Eine ähnlich robuste und hygienische Alternative ist auch der Kautschukbelag, der insbesondere in Krankenhäusern und Flughäfen Verwendung findet. Völlig natürlich ist der Belag meistens allerdings nicht, da er in der Regel aus einer Mischung aus Natur- und Industriekautschuk, mineralischen Füllstoffen und Farbpigmenten besteht. Weitere Informationen zum Belag hält beispielsweise Ökotest bereit.

5. Teppich

Teppich aus Naturfasern - homydesign - Fotolia.com

Teppich aus Naturfasern – homydesign – Fotolia.com

Die Vorteile von Teppich liegen für viele klar auch der Hand: er hält die Füße warm, wirkt schallisolierend und ist einfach gemütlich. Doch gerade bei Teppichen muss auf das Material geachtet werden. Ein wirklich natürlicher Bodenbelag ist der Teppich nur, wenn er zum Beispiel aus Wolle, Jute, Sisal oder Kokosfasern gefertigt worden ist. Beim Verlegen von Teppichen sollte aber unbedingt auf den verwendeten Kleber geachtet werden. Dieser sollte keine Schadstoffe enthalten, eventuell ist das klebefreie Verspannen die bessere Alternative.

Gemäß der Agenda 21 und der staatlichen Umweltpolitik werden hohe Anforderungen an die Recyclingfähigkeit, die Umweltkriterien und die leichte Entsorgung von textilen Bodenbelägen gestellt. Oft können die hohen technischen Ansprüche aber nur durch massive chemische Nachrüstungen realisiert werden, die Gesundheitsrisiken mit sich bringen. Die meisten der heutzutage verkauften Teppiche bestehen aus Kunstfaser, allein 70 Prozent von ihnen aus Polyamid. Ein Großteil davon ist äußerst schwer zu entsorgen, denn sie sind aus unterschiedlichen Stoffgruppen zusammengesetzt und können nur mithilfe der umweltproblematischen Müllverbrennung vernichtet werden. Gerade in Hotels, Büros oder öffentlichen Einrichtungen sind sie aber dennoch die erste Wahl, da sie anders als unbehandelte Teppiche über Flammenschutzchemikalien verfügen.

Bei Teppichen genügt es außerdem nicht, nur auf das sichtbare Oberflächenmaterial zu achten, auch ein Blick auf den Rücken ist aufschlussreich. Ein Schaumstoffrücken kann beispielsweise Schadstoffe abgeben, aber auch das Verkleben wird häufig mittels problematischer Stoffe wie Styrol-Butadien-Copolymerisat realisiert. Eine bessere Alternative für die Stabilisierung auf der Rückseite sind Naturharzkleber.

Elektrik unter dem Boden verlegen

Jeder der oben genannten Bodenbeläge hat unterschiedliche Anforderungen bei der Verlegung. Wenn allerdings Elektrik unterhalb des Bodens verlegt werden soll, gibt es noch etwas Weiteres zu beachten. Zunächst darf die Verlegung von Elektrik nicht unterschätzt werden, dies sollte im Zweifel von einem Fachmann übernommen werden. Wer die Elektrik bereits verlegt hat und nun einen Bodenbelag darüber legen möchte, sollte außerdem darauf achten, dass die Elektrik nicht beschädigt und mögliche Löcher für Kabel an den Wänden ordentlich ausgeführt werden. Für die korrekte Verlegung der Elektrik sind zudem unterschiedliche Schutzklassen zu beachten, um etwa Tropfwasser, Sprühwasser oder Strahlwasser abzuhalten. Zusätzlich gilt es gegebenenfalls auch unterschiedliche Arten von Prüfzeichen zu berücksichtigen. Darunter fällt zum Beispiel das VDE-EMC-Zeichen für elektromagnetische Verträglichkeit oder auch das ENEC-Zeichen des VDE für Erzeugnisse nach harmonisierten Zertifizierungsverfahren.

 

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