Meister-BAföG – Tipps für die Beantragung

Es gilt als die Säule der deutschen Wirtschaft und ist seit vielen Jahren eine Erfolgsgeschichte. Das deutsche Handwerk. Das Ausland beneidet uns meist um die vielen sehr gut ausgebildeten Fachkräfte. Doch die Abschlusszahlen der Meisterprüfungen stagnieren seit Jahren. Laut dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) haben im Jahr 2014 22.428 Personen erfolgreich den vierten Teil der Meister-Prüfung beendet; 3,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Um diesen Trend entgegen zu wirken und Existenzgründungen zu erleichtern, wurde bereits 1996 das so genannten Meister-Bafög ins Leben gerufen.

Auch Meister-Bafög ein Erfolg

Geregelt ist das Meister-Bafög im Aufstiegsförderungsgesetz (AFBG) und wird zusammen von Bund und Ländern finanziert. Mit der Aufstiegsförderung soll den Arbeitnehmern ein Anreiz geboten werden, ihre berufliche Qualifikationen zu erweitern und auszubauen. Und wie schon das Studenten-Bafög ist auch das Meister-Bafög eine Erfolgsgeschichte. Im Jahr 2013 erhielten 171.000 Personen Meister-Bafög, 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahlen sind im sechsten Jahr in Folge gestiegen.

Wer wird gefördert?

Auch wenn es Meister-Bafög heißt, wird diese Förderung nicht nur für Meister-Kurse gewährt. Auch Arbeitnehmer, die eine Weiterbildung zum Techniker, Fachkaufmann, Fachwirt oder Betriebswirt planen, haben einen Anspruch auf eine finanzielle Unterstützung. Die Förderung ist altersunabhängig; sie ist jedoch an andere bestimmte persönliche, qualitative und zeitliche Anforderungen gebunden. Die Unterstützung erhalten Arbeitnehmer sowohl bei Vollzeit, als auch bei Teilzeit-Weiterbildungen. Auch ob es sich um schulische oder außerschulische Lehrgänge, mediengestützte Kurse oder auch Fernlehrgänge handelt, spielt für die Beantragung keine Rolle.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Damit eine Förderung nach dem Aufstiegsförderungsgesetz beantragt werden kann, muss die Fortbildung mindestens 400 Unterrichtsstunden umfassen. Eine Weiterbildung in Vollzeit wird maximal 24 Monate lang gefördert. Bei der Teilzeit-Maßnahme erhalten die Teilnehmer 48 Monate eine finanzielle Unterstützung.
Bei einer Vollzeit-Qualifizierung müssen an fünf Werktagen mindestens 25 Unterrichtsstunden absolviert werden. Teilzeitmaßnahmen dürfen maximal vier Jahre dauern und die Lehrveranstaltungen dürfen innerhalb von acht Monaten nicht weniger als 150 Unterrichtsstunden umfassen.

Wie sieht die Förderung aus?

Sowohl Vollzeit- als auch Teilzeit-Weiterbildungen werden mit einem Maßnahmebeitrag unterstützt. Dieser ist unabhängig vom Einkommen und Vermögen des Antragstellers. Bezuschusst werden damit sowohl Lehrgangs- als auch Prüfungsgebühren sowie die Materialkosten des Prüfungsstücks. Bei einer Vollzeit-Maßnahme ist auch eine Unterstützung zum Lebensunterhalt möglich. Hierfür darf das Einkommen und Vermögen jedoch gewisse Freigrenzen nicht überschreiten. Das Meister-Bafög besteht dabei grundsätzlich aus zwei Teilen: einem Zuschuss und einem Darlehen bei der Bank für Wiederaufbau (KfW). Wie hoch der Zuschuss und der Darlehens-Anteil sind, hängt davon ab, in welcher familiären Situation sich der Antragsteller befindet und was gefördert wird. Die monatliche Förderung liegt zwischen 697 Euro für Alleinstehende und 1332 Euro bei Verheirateten / eingetragenen Lebenspartner mit zwei Kindern.

Welche Unterlagen werden benötigt?

Einreichen müssen Arbeitnehmer den Antrag zum Meister-Bafög beim zuständigen Amt für
Ausbildungsförderung an ihrem Wohnsitz. Welche einzelnen Formblätter erforderlich sind, hängt davon ab, ob die Weiterbildung in Voll- oder Teilzeit absolviert werden soll.
Bei einer Vollzeit-Weiterbildung werden benötigt:

  • Personalausweis oder amtliche Meldebestätigung in Kopie
  • Formblätter A und B, Anlagen zu den Formblättern A und B
  • Verheiratete zusätzlich Formblatt C sowie Nachweise über das Ehegatten-Einkommen aus dem Vor-Vor-Jahr
  • Ausländer zusätzlich Formblatt E und Passkopie/ Aufenthaltsberechtigung
  • Kopie der Rechnung über die Höhe der Lehrgangsgebühren bzw. des Fortbildungsvertrags
  • Kopie der Rechnungen über die Prüfungsgebühren und ggfs. Materialkosten des Prüfungsstücks
  • Nachweis über Schul-, Berufs- und Fortbildungsabschlüsse
  • Nachweise über Vermögen bei Antragsstellung und Einkommen während der Maßnahme
  • Bescheinigung der Kranken- und Pflegeversicherung während der Maßnahme.

Bei einer Qualifizierung in Teilzeit müssen die Antragssteller neben der Kopie des Personalausweises oder der Meldebestätigung die Formblätter A und B mit der Anlage zu Formblatt B sowie die Kopien der Rechnungen für die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren sowie der Materialkosten für das Prüfungsstück einreichen. Außerdem werden Nachweise über Schul-, Berufs- und Fortbildungsabschlüsse benötigt.

Weitere Informationen, eine Liste der zuständigen Ämter sowie alle erforderlichen Formulare stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung zur Verfügung.

 

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