Legionellen im Trinkwasser: Wie man sich schützen kann

Als im August 2013 im nordrhein-westfälischen Warstein eine Erkrankungswelle von Lungenentzündungen begann, ahnte man erst noch nicht, dass es sich um den bislang größten Fall von Legionellen im Trinkwasser in Deutschland handeln sollte. Mit 165 Erkrankten und drei Todesfällen schaffte es der Fall bundesweit in die Presse und versetzte die Menschen in Aufruhr. Doch was sind Legionellen überhaupt? Und wie kann man ihnen vorbeugen?

Es handelt sich dabei um mikroskopisch kleine Stäbchenbakterien, die im Wasser leben und sich bei Wassertemperaturen von 20° C bis 45° C sowie in stagnierenden Leitungen vermehren. Dabei ist es sogar möglich, dass eine einzige betroffene Wohnung der Auslöser für eine Verunreinigung in einem Haus oder einer Wohnanlage mit mehreren Parteien sein kann. Wenn nämlich das falsche Nutzverhalten angewandt und die Leitungen nicht regelmäßig benutzt wurden.

Folgen von Legionellen

Auch wenn das Trinken von legionellenbehafteten Wassers bei Menschen mit intaktem Immunsystem unbedenklich ist, können die Folgen des Einatmens fatal sein. Beim Duschen, durch Klimaanlagen, Rasensprenger und auch durch Whirlpools entsteht Sprühnebel, welcher von den Menschen aufgenommen wird. Dadurch können zwei verschiedene Krankheiten ausbrechen: eine grippeähnliche Erkrankung, Pontiac-Fieber genannt, die von selbst wieder abklingt. Und die Legionellenpneumonie, die schwere Lungenentzündungen hervorruft und tödlich enden kann. Eine 2010 veröffentlichte Studie des Forschungsprojektes CAPNetz besagt, dass in Deutschland jährlich ca. 32.000 Fälle von Legionellenpneumonie registriert werden, wobei sechs Prozent tödlich enden.

Vorbeugende Maßnahmen

Um privat einem Legionellenbefall vorzubeugen, muss man stillgelegte Leitungen unbedingt von der Wasserversorgung abtrennen, denn im stagnierenden Wasser befindet sich der optimale Nährboden für die Bakterien. Auch sollten Duschköpfe und Wasserspeicher konstant geputzt bzw. das Wasser auf 60° C gehalten werden. Denn bei dieser Temperatur werden die Legionellen abgetötet. Selten benutzte Leitungen müssen regelmäßig aufgedreht werden, damit sich die Bakterien nicht festsetzen können.

Damit ist der erste Grundstein gelegt, um sich vor Legionellen zu schützen. Wenn man sich unsicher ist, kann man Trinkwasserproben durch einen zertifizierten Fachbetrieb nehmen lassen, welche im Labor untersucht werden. Bei einem erhöhten Wert muss dies sofort den zuständigen Behörden gemeldet werden. Nur durch die regelmäßige Wartung der vom Fachmann geprüften Armaturen und Rohren kann man sicher sein, dass keine Gesundheitsgefährdung vorliegt.

Autorin: Pia Schmitt

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