Lehre im eigenen Betrieb: Was kostet ein Azubi?

Die Zukunft Ihres Handwerksbetriebes hängt von der jungen Generation ab – und diese müssen Sie ausbilden. Tipps für die Ausbildung in Ihrem Betrieb erhalten Sie im Anschluss.

Jedes Jahr suchen tausende junge Menschen nach einem Ausbildungsbetrieb, um den Start ins Berufsleben zu wagen. 2015 beschäftigte das Handwerk rund 364.000 Lehrlinge – einige davon könnten bei Ihnen die Handwerkskunst erlernen.

Was ein Azubi kostet

Dass Handwerksbetriebe ihre Zukunft sichern möchten, ist verständlich. Mit welchen Kosten ist für die Lehre zu rechnen? Die Antwort auf diese Frage kommt von dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), das Anfang 2017 eine Kosten-Nutzen-Erhebung publizierte.

Die Datenerhebung für das Ausbildungsjahr 2012/13 ergab, dass Betriebe im Schnitt 17.933 Euro jährlich pro Azubi ausgeben. 62 Prozent der Kosten bestehen aus Personalkosten; nur zehn Prozent betragen die Ausgaben für Lehr- und Lernmaterialien, externe Kosten sowie für die betriebliche Verwaltung der Ausbildung.

Natürlich steht den Kosten auch ein Nutzen gegenüber, den Sie während der Lehre, insbesondere aber in den Folgejahren nach dem Abschluss der Ausbildung bemerken werden. Im Ausbildungsjahr leistet ein Lehrling im Schnitt Leistungen in Höhe von 12.535 Euro; zieht man diese Summe von den Bruttokosten ab, liegen die reellen Kosten für einen Auszubildenden bei nur noch 5.398 Euro.

Zwischen den einzelnen Branchen gibt es große Unterschiede bei der Leistung der Azubis. In einigen Betrieben lohnt sich die Lehre nur mittel- oder langfristig, in anderen weitaus früher. So betragen die Nettokosten im Handwerk nur 4.390 Euro je Azubi, im öffentlichen Dienst sind sie fast doppelt so hoch (8.032 Euro).

Jeden Azubi schätzen

Ein erfolgreicher Ausbildungsbetrieb weiß, dass heutzutage nichts wichtiger ist als gute Kommunikation. Diese darf keine Einbahnstraße sein, sondern muss sich auf zwei Spuren abspielen. Der Ausbilder trägt die Verantwortung, eine offene Tür für jeden Azubi zu haben und ihm zu signalisieren, dass Feedback willkommen und gewünscht ist. Angefangen bei grundlegenden Alltagsproblemen wie Pünktlichkeit, Motivation und Verhalten bis hin zu detaillierten fachlichen Anforderungen – sie alle müssen geklärt werden.

Wenn ein Ausbilder seine Arbeit richtig macht, fühlen sich Auszubildende geschätzt und das Risiko ist gering, dass sie frühzeitig den Vertrag abbrechen. Dadurch gewinnt ihr Betrieb im Azubi von heute vielleicht die Fachkraft von morgen.

Vertragsabbruch verhindern

Damit die Mühe der Ausbilder und die Ausgaben des Handwerksbetriebes nicht umsonst sind, müssen Schritte eingeleitet werden, die einen Vertragsabbruch verhindern. Der Grund: Eine Studie des Soziologischen Forschungsinstituts (SOFI) hat ergeben, dass jeder vierte Ausbildungsvertrag frühzeitig aufgelöst wird – Tendenz steigend.

Kleinbetriebe sind besonders von dem frühen Abbruch betroffen. Ihre finanzielle Lage ist selten rosig und auch personelle Freiräume gibt es wenige, um die Ausbildung so gut wie möglich zu gestalten. Aufgrund fehlender Ressourcen gleicht die Atmosphäre in der Lehrzeit weniger jener eines Ausbildungsbetriebes, sondern jener eines Arbeitsplatzes. Wenig verwunderlich, dass Lehrlinge mit dem Gedanken spielen, den Ausbildungsbetrieb zu wechseln.

Kommunikation ist das A & O in der Lehre

Wenn Sie einen Ausbildungsbetrieb leiten, sollten Sie großen Wert auf eine harmonische Atmosphäre legen. Achten Sie auf die Beziehung zwischen Ihrem Ausbilder und den Lehrlingen; investieren Sie aber auch Zeit in die Weiterbildung des Ausbildungspersonals, damit dieses Konflikte erkennen und frühzeitig lösen kann.

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