Kabel oder schnurlos? Stand der Technik und Einrichtungsmöglichkeiten

Viele erinnern sich noch an die alten Telefone mit Wählscheibe und dem verdrehten Kabel, das nur an bestimmten Stellen im Zimmer stehen konnte. Heutzutage sind diese Telefone begehrte Sammlerstücke und es gibt sogar Aufsätze für Smartphones und PC-Verbindungen. Die Entwicklung der letzten fünfzig Jahre hat massive Veränderungen mit sich gebracht, die sich hauptsächlich im Wohn- und Lebenskomfort der Menschen wiederspiegeln. Lange Distanzen sind dank Satellitenübertragungen kein Problem mehr und die gigantischen Telefonkabel im Meer, ob über das transatlantische Telefonkabel zwischen Amerika und Europa oder über das SEA-ME-WE 3 von Europa über Afrika, Asien und Australien, vernetzen die Menschen der Welt miteinander.

Schnurlose Telefone gibt es seit 1984, Pixabay.com ©

Schnurlose Telefone gibt es seit 1984, Pixabay.com ©PublicDomainPictures (CC0 1.0)

Nicht zuletzt die Diskussion um die Stromtrassen durch Deutschland durch die geplante Umstellung auf erneuerbare Energien ist klar – ohne Kabel geht es nicht. Zur aktuellen Lage liefert dieser Artikel ausführliche Informationen. Doch besonders im häuslichen Bereich, im Internet und bei Telefonanlagen ist die Vernetzung auch ohne Kabel problemlos möglich. Wer jedoch kein Handwerker oder Experte ist, kann bei den vielseitigen Einrichtungsmöglichkeiten den Überblick verlieren.

Bereiche, in denen Kabelinstallationen überwiegen: elektrische Leitungen und das Heimkino

Der heutige Strom kommt aus Elektroleitungen, die aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Die Starkstromkabel wurden zum Beispiel zum ersten Mal 1880 in Berlin für die Straßenbeleuchtung eingerichtet und bestanden aus Kupferleiter, einer Papierisolierung in Mineralöl getrennt und Spezialöle für die Isolierung. Seit den 40er Jahren kommen für die Isolierung Kunststoffe, meist PVC zum Einsatz. Niederspannungskabel enthalten PVC oder VPE als Isolierung und mittlerweile gibt es Kabel mit hohen Sicherheitsstandards ohne Halogene und mit flammwidrigen Mänteln. Zu unterscheiden ist hauptsächlich zwischen Starkstromkabeln und isolierten Leitungen.

Die Erdkabel für Strom- und Nachrichtenübertragung sind bei Spannungen unter 100 kV in Deutschland vorgesehen. Die Mantelleitung ist meist im Putz zu finden oder auf dem Putz, je nach Untergrund und Räumlichkeit. Telefonleitungen liegen ebenfalls im oder auf dem Putz und können auch im Freien angebracht werden, jedoch nicht im Erdreich.

Wer selbst im Haus Leitungen verlegen will, sollte deshalb unbedingt auf die Angaben und Empfehlungen der VDE, der Verband der Elektrotechnik, achten, denn nur mit Einhaltung der höchsten Sicherheitsstandards ist eine Installation gefahrlos möglich. Die Kabelisolierungen sind im Laufe der Jahrzehnte immer besser geworden, so dass die Einrichtung der Kabel für eine lange Zeit gesichert ist.

Viele erinnern sich noch an die alten Telefone mit Wählscheibe und dem verdrehten Kabel, das nur an bestimmten Stellen im Zimmer stehen konnte. Heutzutage sind diese Telefone begehrte Sammlerstücke und es gibt sogar Aufsätze für Smartphones und PC-Verbindungen. Die Entwicklung der letzten fünfzig Jahre hat massive Veränderungen mit sich gebracht, die sich hauptsächlich im Wohn- und Lebenskomfort der Menschen wiederspiegeln.

High Definition Qualität gibt es mittlerweile auf vielen Geräten; Pixabay.com ©

High Definition Qualität gibt es mittlerweile auf vielen Geräten; Pixabay.com © wilkernet (CC0 1.0)

Wer zu Hause sein eigenes Heimkino einrichtet, wird schnell feststellen, dass mehrere Kabel notwendig sind, um die entsprechende Leistung wiedergeben zu können. Mit der Einrichtung des digitalen Fernsehens und der Empfang der Sender über Satellitensysteme fällt das Kabel jedoch nicht weg und für ein gutes Fernsehbild und einen satten Sound sind zusätzliche Kabel notwendig. Wer über einen HD-Fernseher verfügt, braucht meist ein HDMI-Kabel, das mit TMDS, Transition Minimized Differential Signaling, funktioniert. Die Übertragung der Audio- und Videosignale erfolgt so auf hohem Niveau und mit Highspeed-Kabeln können die 3D-Formate und in Zukunft auch 4k und UltraHD wiedergegeben werden. Für ältere Geräte und für die Nutzung von PC- und Fernsehverbindungen gibt es diverse weitere Möglichkeiten, wie die DVI-Stecker und VGA-Anschlüsse. Viele ältere Soundsysteme setzen nicht zwingend auf HDMI, sondern weisen Cinch-Stecker vor, die wiederum mit der Heimkinoanlage über Adapter oder entsprechende Kabel verbunden werden können. Eine ausführliche Übersicht über die unterschiedlichen Kabel und ihre Anschlussmöglichkeiten für Laien gibt es unter folgendem Link.

Tatsächlich können Personen, welche Fernseher und PC-Monitor miteinander verbinden möchten, dieses über die Einstellung der Wireless Display Technologie (WiDi) erreichen. So können beispielsweise Videos oder Präsentationen von Laptop oder Computer auf den Fernseher übertragen werden und umgekehrt. Es müssen WLAN-fähige Geräte sein, die jedoch bisher in den meisten Fällen nur von Windows 7 und 8 unterstützt werden. Dazu kommt, dass nicht alle Geräte miteinander kompatibel sind. Allerdings gibt es bereits Entwicklungen und Geräte, welche eine automatische Vernetzung von Laptop, Fernseher und Smartphone ermöglichen.

Wireless-LAN, GPS und Funksysteme

Die Einrichtung des Internet- und Telefons in der eigenen Wohnung oder im eigenen Haus kann einige Zeit und Nerven kosten. Besonders Familien entscheiden sich für den Einsatz der kabellosen Technologie, um ohne Bohren und Kabelverlegen im gesamten Haus für Internet und Telefonie zu sorgen. Allerdings gibt es in einigen Gegenden deutliche Unterschiede in der Qualität und Geschwindigkeit der Internetverbindungen. Die Glasfasertechnologie ermöglicht es, Datenpakete in ungeahnten Geschwindigkeiten zu übertragen, denn das System basiert auf den Lichtwellenleitern, welche eine Bandbreite von rund 60 THz besitzen. Eine genaue Erläuterung der Technik zeigt elektronik-kompendium.de auf.

Wer sein Internet über Glasfaser empfängt, kann theoretisch bis zu 1000 Mbit pro Sekunde an Daten empfangen, doch in der Regel liegen die realen Geschwindigkeiten bei den Anbieter zwischen 16 bis 300 Mbit vor. Die Verbindung ist über Kabel bis zu 20 Meter recht stabil und die meisten Störeinflüsse sind dadurch abgeschirmt. Beim WLAN fallen allerdings keine Kabelströme und Kabelsalat an, wenn das gesamte Haus vernetzt sein soll. Bei den Geschwindigkeiten gibt es mittlerweile ebenfalls Anbieter mit bis zu 1300 Mbit (802.11ac), doch dafür muss der Router diese Geschwindigkeiten ermöglichen, wie die Geräte vor Ort. Größere Probleme bereiten oftmals Störungen und Unterbrechungen von außerhalb und es bleibt die Frage nach der Sicherheit drahtloser Netzwerke. Nicht immer ist eine vollständige Netzabdeckung im Haus möglich, wenn dicke Wände und andere Hindernisse den Funkverkehr stören. Der Vorteil liegt jedoch in der unkomplizierten Handhabung bei erfolgreicher Einrichtung und auch Smartphones, Tablets oder Smart Home Systeme können mit dem Netz problemlos verbunden werden.

Die Zukunft des Mobilfunks

Das Mobilfunknetz hat in den vergangenen Jahren ebenfalls einen Anstieg an Möglichkeiten erhalten, von der 2G-Generation mit einer Übertragung von 9,6 kBit pro Sekunde bis zu 4G mit 1 GBits pro Sekunde. Die Technik dahinter nennt sich LTE Advanced, Long Term Evolution, für die jedoch passende Endgeräte notwendig sind. Außerdem sind zumindest in Deutschland noch nicht überall flächendeckend höhere Datenraten möglich und immer wieder gibt es Streitigkeiten um die Freigabe von möglichen Frequenzbereichen, worüber Netzwelt berichtet.

GPS und Satelliten

Navigationssysteme werden immer präziser; Wikimedia.commons.org © Benwagenaar at en.wikipedia (CC0 1.0)

Navigationssysteme werden immer präziser; Wikimedia.commons.org © Benwagenaar at en.wikipedia (CC0 1.0)

Die Satellitentechnik hat in den letzten Jahren ebenfalls einen deutlichen Sprung gemacht. So ist nach der Öffnung der Satellitennutzung für den privaten Gebrauch die Anzahl der Möglichkeiten für Funkübertragungen angestiegen, von der Handynutzung bis zum GPS-Signal für die Routenplanung mit Smartphone oder GPS-Gerät. Mittlerweile können Notrufe über die GPS-Signale von Handys, Autos oder Notrufgeräten für Bergsteiger innerhalb von Minuten die Personen orten und Notrufzentralen informieren. Auch der Haus-Notruf für Senioren oder Personen, die zusätzliche Hilfe benötigen, ist über GPS ohne Probleme möglich.

Seit 2014 werden Europas eigene GPS-Satelliten ins All geschickt und diese machen den europäischen Markt damit unabhängig von den bisherigen Marktführern der USA. Besonders kritisch war dabei bisher die Drosselung der Signale, um dem amerikanischen Militär oder anderen Einrichtungen Vorteile zu verschaffen. Russland, Indien und China arbeiten ebenfalls an eigenen Systemen. Der Vorteil liegt in der schnelleren Datenübertragung und in den Möglichkeiten der verbesserten Verschlüsselung.

Eine Welt ohne Kabel wird es in den nächsten Jahrzehnten nicht geben, schließlich sind die wichtigsten Energieversorgungen nur über Kabelverbindungen möglich. Doch besonders bei der Datenübertragung werden in Zukunft die Weichen für schnellere und günstigere Netzwerke gestellt werden. Vielleicht gehören Funklöcher in ländlichen Gebieten und in der Natur dann bald der Vergangenheit an.

Eine Auswahl an qualifizierten Elektrikern für die gewünschten Kabelinstallationen findet man schnell und einfach unter Meister.de.

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