Hochwasser in Deutschland: So handeln Sie richtig

Die Menschen vielerorts haben mit Hochwasser zu kämpfen, und die Gewitterserie, die Deutschland seit Wochen heimsucht, dauert noch immer an. Häuser müssen abgerissen werden, Schul- und Arbeitswege sind versperrt, Ortschaften sind mit einer Schlammschicht überzogen, milliardenschwere Schäden entstanden. Bei ganzen Straßenzügen sind die Keller vollgelaufen. Fast jeder, der in einem vom Hochwasser betroffenen Gebiet lebt, ist von mehr oder weniger großen Schäden betroffen. Allerdings sind nicht alle davon sichtbar – wie also sollten Sie nach dem Hochwasser vorgehen?

Hochwasser im Keller

Es regnet seit Tagen, und als Sie das nächste Mal nichtsahnend in den Keller gehen, stellen Sie mit Erschrecken fest: Hochwasser. Was tun, wenn der Keller unter Wasser steht?

Wasser im Keller abpumpenSobald das Hochwasser abgezogen ist, sollte der Keller möglichst schnell trockengelegt werden, da akute Schimmelgefahr besteht. Den Keller vor dem Ende des Hochwassers leer zu pumpen macht allerdings wenig Sinn, da er sonst vermutlich noch einmal volllaufen würde. Wenn das Wasser nach dem Ende des Hochwassers abgepumpt ist, sollten Sie sobald wie möglich einen Bausachverständigen zu Rate ziehen, der Sie über die entstandenen Schäden und die notwendigen Maßnahmen aufklären kann. Je stärker sich die Schimmelpilze bereits verbreitet haben, desto mehr muss saniert werden, auch wenn augenscheinlich vielleicht kein Schaden vorliegt. Wenn ein Schimmelbefall vorliegt, ist es wichtig die entsprechenden Stellen zu sanieren, da sich der Schaden ansonsten mit der Zeit nur vergrößert.

Am häufigsten wird der Keller nach einem Hochwasser mit einen Gebläse getrocknet. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um eine besonders gut geeignete Trocknungsmethode, da so die schädlichen Stoffe und Sporen noch zusätzlich im ganzen Haus verteilt werden. Wenn der Keller länger als eine Woche unter Wasser stand, sollte man von dieser Methode absehen und eine Fachfirma engagieren. Wärmegedämmte, also bewohnte Keller sind besonders schwierig zu trocknen, hier sollten Sie also extra aufmerksam sein. Je nachdem wie lange das Wasser im Keller stand und wie weit sich dementsprechend der Schimmelbefall ausgebreitet hat, ist es möglich, dass der gesamte Keller saniert werden muss. Das bedeutet, dass im schlimmsten Fall alle Wände neu verputzt und die Estriche erneuert werden müssen. Um das festzustellen und die entsprechenden Arbeiten durchzuführen, sollten Sie aber auf keinen Fall selbst Hand anlegen, sondern Fachkräfte beauftragen. Denn wenn hier unzureichend gearbeitet wird, wird sich das später mit noch höheren Kosten rächen, von dem entstehenden Gesundheitsrisiko mal abgesehen.

Gefahrenherd Photovoltaikanlage

Wenn Sie zu Hause eine Photovoltaikanlage haben, sieht die Situation natürlich etwas anders aus, da sich die zugehörigen Generatoranlagen in der Regel im Keller befinden. Wenn Sie die Anlage oberhalb der Wasserlinie abschalten können und kein Anschluss an das Stromnetz unter Wasser liegt, haben Sie vorerst nichts zu befürchten. Schalten Sie die Anlage ab, warten Sie bis das Hochwasser vorbei und Ihr Keller wieder trocken ist, lassen die Anlage durch einen Elektriker überprüfen, und wenn dieser sein Einverständnis gibt, können Sie Anlage wieder hochfahren.

Anders ist die Situation jedoch, wenn Sie die Anlage nicht abstellen können oder sich Stromanschlüsse im Wasser befinden. Dann besteht die Gefahr eines Stromschlags oder gar einer Knallgasexplosion. Während ein Teil der Solaranlage im Keller noch unter Strom stehen könnte, dürfen Sie auf keinen Fall in die überschwemmten Räume gehen. Durch elektrolytische Prozesse kann außerdem das Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff gespalten werden. Beide diese Gase sind hochentzündlich. Daher sollten Sie bei Aufräumarbeiten gut lüften und offenes Feuer unbedingt vermeiden, da es ansonsten zu einer Explosion kommen kann.

Wenn der Generator der Solaranlage unterhalb des Wasserspiegels liegt, sollte ein ausgebildeter Elektriker die Anlage oberhalb des Wasserspiegels abklemmen. Wenn der Keller nach dem Hochwasser wieder trocken gelegt ist, sollte ein Fachmann die Installation überprüfen, um festzustellen, welchen Schaden sie genommen hat, und sie gegebenenfalls reparieren. Daher kontaktieren Sie dafür im Idealfall die Firma, die die Anlage installiert hat. Das passende Unternehmen in Ihrer Nähe finden Sie auch über unsere Suche.

 

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