Geheimtipp: Heizungsrohre dämmen und Heizkosten sparen

Geht es um die Energieeffizienz von Gebäuden, denken viele zuerst an dicke Dämmung, hochwertige Fenster oder eine sparsame Heizung. Dabei können auch ungedämmte Heizungsrohre hohe Kosten verursachen. Nämlich immer dann, wenn sie im Keller oder anderen unbeheizten Räumen verlegt werden. Wie Sie mit dem Dämmen der Heizungsrohre einfach Heizkosten sparen können, verraten wir im folgenden Beitrag.

Ungedämmte Heizungsrohre: Ungewollte Heizung für den Keller

Heizungsrohre und die darin verbauten Armaturen haben die Aufgabe, die im Kessel erzeugte Wärme gleichmäßig im Haus zu verteilen. Dazu werden sie von Heizungswasser durchflossen, das bei einer alten Heizung schon einmal über 60 Grad Celsius warm sein kann. Verlegt in unbeheizten Räumen wie zum Beispiel dem Keller wirken die Rohrleitungen dabei selbst als Heizflächen. Denn über ihre Hülle geben sie viel Wärme ab.

Auf jedem Meter können so über 100 Kilowattstunden im Jahr verloren gehen. Das entspricht einem Heizöl-Verbrauch von etwa 10 Litern.

Heizungsrohre dämmen: Nachrüstpflicht der Energieeinsparverordnung

Die Wärmeverluste ungedämmter Warmwasser- und Heizungsrohrleitungen zu reduzieren ist meist einfach und günstig. So wurde die Maßnahme auch in der aktuell gültigen Energieeinsparverordnung als Nachrüstpflicht eingeführt. Davon ausgenommen sind nur Besitzer von Gebäuden mit bis zu zwei Wohnungen, die diese bereits vor dem 01.02.2002 selbst bewohnt haben. Die Pflicht zur Dämmung von Rohrleitungen in unbeheizten Räumen ist dabei erst nach einem Eigentümerwechsel zu erfüllen.

Folgende Dämmstärken werden in der Energieeinsparverordnung vorgeschrieben:

  • Rohre bis zu einem Innendurchmesser von 22 mm sind mit mindestens 20 mm der Wärmeleitgruppe 035 zu isolieren.
  • Rohre mit einem Innendurchmesser von mehr als 22 mm bis 35 mm sind mit mindestens 30 mm der Wärmeleitgruppe 035 zu isolieren.
  • Rohre mit einem Innendurchmesser von mehr als 35 mm bis 100 mm sind mit mindestens 100 mm der Wärmeleitgruppe 035 zu isolieren.

Dämmen der Heizungsrohre einfach und günstig selbst erledigen

Werden die Heizungsrohre in unbeheizten Bereichen gedämmt, können die Heizkosten jedes Jahr spürbar gesenkt werden. Mit Kosten von etwa 5 bis 10 Euro je Meter Rohr lohnt sich das meist schon nach kurzer Zeit, denn je Meter können oft mehr als 5 Euro gespart werden.

Mit Dämmschläuchen aus dem Baumarkt, die über die frei zugänglichen Rohre zu stülpen sind, kann die Maßnahme einfach selbst erledigt werden. Um die Wirksamkeit zu erhöhen, sollten die Stöße der Dämmelemente verklebt und auch die Armaturen mit entsprechenden Dämmschalen isoliert werden. In der Regel lohnt es sich auch, alte Gips-Ummantelungen an den Heizungsrohren zu entfernen und durch eine neue Isolierung zu ersetzen.

Die richtigen Materialien für die Dämmung der Heizungsrohre

Geht es um die Dämmung der Heizungsrohre, stehen mehrere unterschiedliche Materialien zur Verfügung. Üblich sind zum Beispiel Dämmschläuche aus Kunststoff, Kautschuk oder Mineralwolle.

Die Rohrdämmung aus Kunststoff besteht aus geschlitzten Rohrhülsen, die in Meterstücken verkauft werden. Mit Kosten von 2 bis 5 Euro sind diese zwar sehr günstig, haben aber auch Nachteile. So ist die Kunststoffdämmung nicht hochtemperaturbeständig und nur an Verteilleitungen der Heizung zu installieren. Außerdem machen die unflexiblen Schläuche das Dämmen von verwinkelten Rohrnetzen schwer. Mit Gärungsschnitten oder speziellen Formstücken ist aber auch das möglich.

Im Gegensatz zu Kunststoffelementen ist die Rohrdämmung aus Kautschuk biegsam und besonders gut für verzweigte Rohrnetze geeignet. Sie ist außerdem auch als hochtemperaturbeständige Dämmung erhältlich und kann somit sogar an Solarleitungen eingesetzt werden – Kunststoffdämmung würde hier über kurz oder lang einfach schmelzen. Ein Blick auf die Kosten zeigt: auch die geschlitzten Kautschukschläuche sind mit 3 bis 5 Euro besonders günstig.

Die Rohrdämmung aus Mineral- oder Steinwolle ist mit Preisen von 5 bis 10 Euro je Meter am teuersten. Sie wird in festen Rohrschalen verkauft, die ringsum zum Beispiel mit Aluminium beschichtet sind. Im Vergleich zu Kautschuk lassen sich die starren Elemente jedoch nur schwer an verzweigten Rohrnetzen anbringen.

Heizungsrohre dämmen: Wie viel kann ich sparen?

Wie hoch die möglichen Einsparungen sind, hängt in der Praxis von verschiedenen Faktoren ab. So lohnt sich die Dämmung der Heizungsrohre vor allem dann, wenn die Temperatur im Heizungsnetz hoch und die durchschnittliche Temperatur im Keller niedrig ist. Im Mittel lassen sich je Meter etwa 5 Euro einsparen. Bei einem Haus mit Verteilleitungen von 30 Metern sparen Sie also mehr als 150 Euro im Jahr. Bei Kosten von 150 bis 300 Euro lohnt sich die Maßnahme also schon nach 1 ein bis 2 Jahren.

Alexander Rosenkranz

Alexander Rosenkranz (28 J.) ist Gründer von energie-wortwende.de und war als Co-Gründer an der Entwicklung der Sanierungsplattform eccuro beteiligt. Verständliche Informationen und eine motivierende Kommunikation sind für ihn der Schlüssel für den nachhaltigen Erfolg der Energiewende.
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