Die Grundrissgestaltung Ihres Bauvorhabens – Teil 4: Anschlüsse für Wasser und Strom

Nachdem die Bedingungen durch die äußeren Einflüsse bei der Bauplanung berücksichtigt worden sind, kommen wir nun zu den Erfordernissen im Innern Ihres Hauses für Leitungen und Anschlüsse.

Haustechnik allgemein

Dazu gehören die Haustechnik, deren Leitungsführung innerhalb des Hauses und die Medienversorgung des Gebäudes. Unter Medienversorgung versteht die Bauwirtschaft die Anschlüsse für

  • Wasser,
  • Strom,
  • Gas,
  • Telefon oder
  • Kabel

Diese Anschlüsse bekommen Sie von Ihrem jeweiligen Energieversorger. Das ist regional verschieden. Es ist also durchaus möglich, dass Sie dafür mehrere Unternehmen benötigen. Ein Beispiel:

  • Strom und Gas von einem Unternehmen, in der Regel Stadtwerke oder deren Nachfolger;
  • Wasser von einem Zweckverband;
  • Telefon- und Datenleitungen von einem Netzbetreiber Ihrer Wahl.

Es ist häufig so geregelt, dass für diese Versorgung Anträge gestellt werden müssen. Diese werden von dafür zugelassenen Unternehmen an die Versorger gestellt. Das bedeutet für Sie, Sie müssen sich einen Handwerksbetrieb oder Meister suchen, der bei Ihrem zuständigen Versorgungsunternehmen eine Zulassung erworben hat. Es ist dabei sehr wichtig, Anträge rechtzeitig zu stellen!

Anschlüsse für Bauwasser & Baustrom beantragen!

Für die Bauarbeiten selbst ist die Beantragung eines temporären sogenannten Bauwasseranschlusses und eines Baustromanschlusses notwendig. Dies wird in der Regel von dem von Ihnen beauftragten Bauunternehmer erledigt. Achtung: Auch das ist kostenpflichtig!

Sorgen Sie dafür, dass ausreichende Unterverteilungen für Strom vorhanden sind – mindestens eine pro Etage – und mehrere Zapfstellen – mindestens 2, besser 3 Wasserhähne. Lassen Sie dies mit in den Vertrag mit dem Unternehmer aufnehmen.

Entwässerung

Auch für Ihre Entwässerung ist eine Genehmigung erforderlich. Dafür benötigen Sie einen Entwässerungsplan. Dieser Plan muss alle Zapfstellen in Ihrem Haus sowie deren Versorgungsleitungen und Abflüsse enthalten. Der Plan besteht in der Regel aus allen Grundrissen, damit die Lage der Versorgungselemente eindeutig dargestellt ist. Zudem sind ein bis zwei Schnitte durch das Gebäude nötig, damit die Gefälle-Situation eindeutig geklärt ist.

Dieser Plan muss von einem Architekten, Ingenieur, oder sonstigen für diese Planung ausgebildeten und bauvorlageberechtigten Person erstellt werden. Ohne die Genehmigung der zuständigen Behörde auf diesem Plan können Sie mit dem Bau nicht beginnen.

Haustechnik Ausstattung

Nachdem Sie diese Randbedingungen kennen, lassen wir diese notwendigen Überlegungen in Ihre bis jetzt erstellte Grundrissplanung mit einfließen.

Größe der „Nasszellen“: Gästetoiletten & Badezimmer planen

Damit sind alle Bäder, Gästetoiletten etc. bezeichnet. Deren Größe richtet sich nach der von Ihnen gewünschten Einrichtung. Gästetoiletten beinhalten in der Regel Toilette und Handwaschbecken mit Spiegel und Handtuchhalter. Ebenso möglich ist die Erweiterung einer solchen Toilette um eine Dusche mit Glastür, die dann – wenn möglich – in einer Wandnische untergebracht wird (Raumabschluss).

In diesem Fall sollten Sie aber auch einen Waschtisch und größeren Spiegel mit Konsole und Beleuchtung einplanen. Sie können dann dieses kleine Bad auch als Gästebad nutzen. Bei dieser Ausstattung rate ich Ihnen dann zu einer Duschwanne, dann ist der „Charakter“ Toilette besser gewahrt, die Dusche ist mit Wandnische und Fliesentrennung am Fußboden eher abgeschlossen.

Elternbäder sollten in der Regel die folgende Ausstattung haben:

  • Toilette,
  • Sitzwaschbecken,
  • einen oder zwei Waschtische,
  • Badewanne,
  • Dusche

Bäderplanung: Vormauerung berücksichtigen

Ordnen Sie diese Sanitärgegenstände so an, dass diese an einer „Vormauerung“ liegen. Das bedeutet, dass alle Zuleitungen und Abläufe auf der Wand liegen und eingemauert sowie eingefliest werden. Dies kann auch mit Trockenbau erfolgen. Rechnen Sie dafür mit einem Wandabstand von 15cm und planen Sie Ihr Bad entsprechend größer.

Kinderbäder sollten in der Regel mit Toilette, Dusche und Waschtisch ausgestattet sein. Hier ist eine bodengleiche Dusche sinnvoll. Diese sollten Sie so groß planen, dass genug Platz ist, wenn ein Elternteil anfänglich noch bei der Körperhygiene helfen muss. Wichtig: Auch hier die Vormauerung mit einplanen!

Die Entscheidung, wo Waschmaschine und Trockner angeschlossen werden, haben Sie sicher schon gefällt: Im Bad im OG neben den Kinder- und Schlafzimmern, in der Küche im EG, wo man die Wäsche im Blick hat, oder bei der Haustechnik, wo man die Wäsche sammeln kann.

Ordnen Sie die Nassräume neben- und untereinander an. Planen Sie einen gemeinsamen Installationsschacht für diese Räume, der senkrecht durch das Haus vom Keller bis in das Dach führt. Dann haben Sie schon den Platz für die Strangentlüftung – denn alles, was in den Straßenkanal führt, muss belüftet werden, damit der Ablauf funktioniert. Außerdem sorgen Sie mit einem groß genug geplanten Installationsschacht schon für den Platz eines eventuellen Wäscheabwurfs vom Oberstock bis in den Keller.

 

Herbert A. Wolf

Herbert A. Wolf: Nach Realschule, Berufsausbildung, Fachabitur, Studium Bauingenieurwesen ca. 40 Jahre Tätigkeit als Bauleiter im Hochbau für verschiedene Architektur- und Ing.-Büros. Dabei Neubauten erstellt, Renovierungen durchgeführt. Ausführungs- und Detailplanung für die Belange Bau und Ausbau, Organisation sowie Führung von Baustellen. Baumaßnahmen im Sakralbau, außerdem Wohn- und Geschäftsbauten, Verwaltungsbauten und Krankenhausbau ausgeführt.
Herbert A. Wolf

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