Die Grundrissgestaltung Ihres Bauvorhabens – Teil 1: Örtliche Gegebenheiten und Grundstück

Für die Grundrissplanung der eigenen vier Wände sind natürlich Ihr Wunsch bzw. Ihr Raumkonzept entscheidend. Ob das in allen Punkten verwirklicht werden kann, hängt allerdings von vielen Faktoren ab. Bedenken Sie unbedingt, dass bei einem so komplexen Vorhaben, wie es der Bau eines Hauses darstellt, immer auch Sachzwänge eine erhebliche Rolle spielen.

Auf gutem Grund: Grundstück & Baurecht

Für den Bau eines Einfamilienhauses benötigen Sie einen geeigneten Bauplatz. Diesen erwerben Sie durch den Kauf eines Grundstückes. Hierbei sollten Sie stets darauf achten, dass auf diesem Grundstück auch tatsächlich ein Baurecht vorhanden ist. Das bedeutet, dass dieses Grundstück überhaupt bebaut werden darf.

Es ist immer gut, wenn in diesem Zusammenhang bereits ein Bebauungsplan existiert. Auskunft darüber erhalten Sie bei der Gemeinde bzw. der Kommunalverwaltung, in der Ihr Grundstück liegt. Oft ist bereits an dieser Stelle eine erste Rücksprache mit einem Bauunternehmen aus der nächsten Umgebung sinnvoll.

Vom Bebauungsplan zum Bauplan

Ein Bebauungsplan bedeutet für Sie, den Bauherrn, dass es vorgegeben ist, wo Ihr Haus steht. Dies ist meist bereits durch die Gemeinde festgelegt. Vor diesem Hintergrund gibt es in der Regel eine vordere Bauflucht und eine hintere Bauflucht. Innerhalb dieser Grenzen darf Ihr Haus errichtet werden.

Den Abstand Ihrer Gebäude zu den Nachbargrundstücken regeln die Bauordnungen der Länder, etwa die Bayerische Bauordnung. Diese ist ein verbindliches Gesetz! Darin ist u.a. geregelt, wenn Sie direkt auf Ihre Grundstücksgrenze bauen, wie hoch diese Bebauung sein darf. Die Höhe reicht von der Oberkante des natürlichen Geländes bis zur Oberkante der Bedachung und beträgt in der Regel 2,75m. Sämtliche Gebäude, die höher sind, müssen einen entsprechenden Abstand zur Grundstücksgrenze einhalten. Dieser Abstand wird ebenfalls gesetzlich geregelt.

Zitat Bay. BO, Art. 6.1: „Vor den Außenwänden von Gebäuden sind Abstandsflächen von oberirdischen Gebäuden freizuhalten.

Darüber hinaus sind die Form Ihres Hauses und die im Bebauungsplan geregelte zulässige Bebauung maßgeblich. Dort wird geregelt, was Sie bauen dürfen. Hierbei ist eine rechtzeitige und ausführliche Rücksprache mit dem örtlichen Bauhauptgewerbe – Maurermeister, Zimmermeister etc. – sehr zu empfehlen.

Wichtige verwendete Kürzel in diesem Zusammenhang bedeuten:

E+1= Erdgeschoss und 1. Obergeschoss

E+D = Erdgeschoss und ausgebautes Dachgeschoss

E+1+D = Erdgeschoss, 1. Obergeschoss und ausgebautes Dachgeschoss

Jetzt wissen Sie anhand der o.g. Quellen schon fast alles über die mögliche äußere Form Ihres Hauses. Wenn Sie nun noch aus dem vielzitierten Bebauungsplan die Dachform entnehmen, können Sie im Grunde genommen bereits loslegen!

 

Mein Tipp: Keine Angst vor der Gemeinde!

An dieser Stelle noch ein wichtiger grundsätzlicher Hinweis: Die Gemeinde will in der Regel, dass sich Leute ansiedeln, so dass man Ihnen in der Regel aufgeschlossen gegenübertritt. Zudem sind die Mitarbeiter des Bauamtes Fachleute wie Architekten, Techniker oder Ingenieure. Vereinbaren Sie Termine und fragen Sie beherzt nach!

Herbert A. Wolf

Herbert A. Wolf: Nach Realschule, Berufsausbildung, Fachabitur, Studium Bauingenieurwesen ca. 40 Jahre Tätigkeit als Bauleiter im Hochbau für verschiedene Architektur- und Ing.-Büros. Dabei Neubauten erstellt, Renovierungen durchgeführt. Ausführungs- und Detailplanung für die Belange Bau und Ausbau, Organisation sowie Führung von Baustellen. Baumaßnahmen im Sakralbau, außerdem Wohn- und Geschäftsbauten, Verwaltungsbauten und Krankenhausbau ausgeführt.
Herbert A. Wolf

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