So gelingt ein Steak: Schluss mit Grillmythen

Die Grillsaison ist bereits in vollem Gange. Gerne wird mit Familie und Freunden vor dem Grill gefachsimpelt und jeder weiß natürlich wie es am besten geht. Besonders hartnäckig werden jedes Jahr die typischen Grillmythen wie „das Fleisch nicht vor dem Grillen salzen“ diskutiert. Wir bringen nun Licht ins Dunkel, damit Sie bei der nächsten Runde am Grill mit Expertenwissen punkten können.

Mythos 1: „Das Fleisch bloß nicht vor dem Grillen salzen.“

Diese Grundsatzdiskussion schafft es immer wieder, schon vor dem Grillen, hitzige Debatten anzufeuern. Angeblich soll das Salzen des Fleisches vor dem Grillen das Grillgut austrocknen. Das stimmt nicht. Wenn das Fleisch 20-30 Minuten vor dem Grillen gesalzen wird, entzieht es dem Fleisch zwar etwas Feuchtigkeit, diese verbindet sich jedoch auf dem Grill mit dem Salz und weiteren Gewürzen und bildet die schmackhafte Kruste. Also für ein intensiveres Geschmackserlebnis kann man das Fleisch ruhig kurz vor dem Grillen bedenkenlos salzen.

Mythos 2: „Um die Poren zu schließen, soll man das Fleisch scharf anbraten“

 

Diesen Mythos hat jeder schon einmal gehört. Durch das scharfe Anbraten sollen die Poren des Fleisches geschlossen werden und der leckere Saft des Fleisches kann nicht austreten. Das Falsche daran ist, dass Fleisch gar keine Poren besitzt, sondern nur aus Fasern besteht. Durch das scharfe Anbraten des Fleisches sollen jedoch die Aromen des Fleisches nach oben kommen, wodurch das Fleisch dann auch leckerer und saftiger schmeckt.

Mythos 3: „Das Grillgut nur mit der Grillgabel wenden“

 

Für das Grillen gibt es sehr viele Utensilien zu kaufen. Aber Vorsicht! Bei der Verwendung der Grillgabel sollte man aufpassen. Entgegen vieler Meinungen ist die Grillgabel nicht zum Wenden des Fleisches da. Mit dem Stich in das Steak öffnet man die Kruste des Fleisches und der Saft kann austreten. Ihre ganzen Bemühungen den Saft im Fleisch zu halten wären dann vergebens und das Fleisch würde austrocknen. Lediglich den Grillwürsten tut ein kleiner Picks mit der Grillgabel gut, so platzen sie nicht zu schnell auf. Für Steaks verwendet man am besten eine Grillzange.

Mythos 4: „Mit Bier Ablöschen bringt eine extra Portion Geschmack“

 

Man steht vor dem Grill mit einer Flasche Bier und plötzlich fängt das tropfende Fett an zu brennen. Was tun? Klar, schnell mit dem Bier löschen. So bekommt das Fleisch gleichzeitig noch mehr Geschmack. Falsch gedacht. Dieser Mythos ist jedoch nur eine faule Ausrede und schlichtweg falsch. Durch das Übergießen des Fleisches mit Bier wird zum einen die aromatische Würze abgespült. Auf der anderen Seite löscht das Bier die Glut und wirbelt die Asche auf, die dann am Fleisch kleben bleibt. Dadurch bekommt das Fleisch nur mehr Röstaromen. Möchte man dem Fleisch eine spezielle Biernote geben, sollte man es einen Tag davor in eine Biermarinade über Nacht einlegen.

Mythos 5: „Ein Schnitt ins Fleisch, zeigt dir den Garzustand am besten.“

 

So alles ist fertig. Aber was macht das Fleisch? Natürlich kann man, um den Garzustand des Fleisches zu ermitteln einen Schnitt setzten und nachsehen. Am Ende liegen dann jedoch lauter angeschnittene Stücke Fleisch auf dem Grill und man läuft Gefahr, dass das Fleisch austrocknet. Am besten lässt sich der Garzustand mit einem speziellen Fleischthermometer ermitteln. Hat man so etwas nicht zur Hand gibt es zahlreiche andere Tricks. Ein Beispiel ist der Drucktest an der Hand.

Zuerst drückt man mit dem Finger in das Fleisch, um den Widerstand zu testen. Anschließend kann man mit dem Drucktest an der eigenen Hand feststellen welche Garstufe das Fleisch hat. Dafür berühren Sie nacheinander den Zeigefinger, Mittelfinger, Ringfinger und den kleinen Finger kurz unterhalb der Spitze des Daumens. Anschließend können Sie am Widerstand des Ballens unterhalb des Daumens erkennen wie weit ihr Fleisch ist.

Mythos 6: „Das Fleisch schmeckt am besten wenn es direkt vom Grill auf den Teller kommt.“

Angeblich schmeckt das Fleisch am besten, wenn es noch brutzelnd direkt auf den Teller kommt. Bitte nicht. Zum einen kann man sich so sehr schnell den Gaumen verbrennen und man schmeckt am Ende nichts mehr. Zum anderen kann sich der Saft im Fleisch nicht mehr verteilen. Für einen vollen Geschmack lassen Sie am das Grillgut ein paar Minuten vor dem Verzehr ruhen, am besten in Alufolie gewickelt.

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