Geschäftswagen: Darauf müssen Sie achten

Handwerker müssen jeden Tag zu ihren Kunden fahren. Viele legen diese Strecke mit ihrem Privatwagen zurück. Dabei würde es sich lohnen, einen Geschäftswagen zu nutzen, schließlich sind die Profis beruflich unterwegs.

Handwerksbetriebe kommen ohne einen Firmenwagen nicht aus. Das Fahrzeug transportiert Handwerker, Materialien sowie Werkzeuge und sichert die Existenz des Unternehmens. Wenn der Fiskus aber den Betrieb ins Visier nimmt, wird das Automobil genauestens geprüft. Dem Finanzamt ist bekannt, wie viele Steuervorteile ein Firmenauto bringen kann.

Den richtigen Geschäftswagen auswählen

Um Streitigkeiten mit dem Finanzamt von Anfang an auszuschließen, sollten Handwerker einen Werkstattwagen erwerben. Dieser besitzt keine Rückbank oder Fenster und kann ausschließlich als Firmenwagen angesehen werden. Aufgrund der Bauweise gibt es keine Möglichkeit, das Fahrzeug privat zu nutzen (siehe: Az. VI R 34/07).

Handwerker sind in jedem Fall beraten, eine Beweislage zu sichern. Es kann vorkommen, dass sich die Prüfer des Finanzamts Jahre nach der Unternehmensgründung zu Wort melden und versuchen, einen Privatanteil nachträglich zu versteuern. Für solche Zwecke sollte der Werkstattwagen mit einem Datumsstempel fotografiert werden.

Teilweise oder komplette Zuordnung zum Betrieb

Handwerker können ihr Fahrzeug dem Unternehmen zuordnen. In diesem Fall dürfen sie den vollen Vorsteuerabzug aus der Fahrzeuganschaffung berücksichtigen. Sollte der Handwerker den Abzug der Vorsteuer zum Teil oder komplett geltend machen, muss er als Ausgleich Umsatzsteuer für die private Nutzung des Automobils zahlen (§ 3 Abs. 9a Nr. 1 UStG).

Um die unentgeltliche Wertabgabe zu berechnen, stehen Handwerkern drei Methoden zur Verfügung:

  1. Schätzung: Wer das Fahrzeug nur bis maximal 50 Prozent betrieblich verwendet, kann den privaten Nutzanteil schätzen. Das Finanzamt verlangt für diese Methode geeignete Unterlagen.
  2. Fahrtenbuch: Eine sicherere Methode ist die Führung eines Fahrtenbuchs. Handwerker, die ihr Fahrzeug zu mehr als 50 Prozent betrieblich verwenden, müssen ohnehin ein Fahrtenbuch führen, um den privaten Nutzungsanteil zu ermitteln. Sie notieren den Kilometerstand, das Fahrtdatum, Reiseziel, die Reiseroute, den Reisezweck sowie aufgesuchten Kunden/Geschäftspartner.
  3. Ein-Prozent-Regelung: Wer sich für die 1-Prozent-Methode entscheidet, ist verpflichtet, ein Prozent des inländischen Listenpreises (inkl. Mehrwertsteuer) jeden Monat als geldwerten Vorteil steuerlich geltend zu machen. Für Fahrten zwischen der Arbeitsstätte und Wohnung fallen zusätzlich 0,03 Prozent des Bruttolistenpreises des Automobils für jeden gefahrenen Kilometer an.

Die Fahrtkosten absetzen

Selbstständige Handwerker sind nicht mit Pendlern vergleichbar, die jeden Tag dieselbe Strecke fahren und ihre Fahrtkosten einmalig berechnen müssen. Stattdessen sind sie häufig an einem neuen Orten zur Stelle. Da es sich nicht um die erste Betriebsstätte handelt, können sie die Fahrtkosten als Betriebsausgaben absetzen. Sollte das Finanzamt auf die Entfernungspauschale pochen, weil sich der Kunde in einem Stadtbezirk befindet, können Handwerker mit einem Urteil des Bundesfinanzhofs kontern (Az.: III R 19/13).

Anders sieht es bei Handwerkern aus, die in einem Betrieb angestellt sind. Ihre erste Betriebsstätte ist dort zu finden, wo sie wöchentlich zwei volle Arbeitstage oder ein Drittel der Arbeitszeit verbringen. Angenommen ein Einzelunternehmer besitzt zwei Filialen und ist in beiden Geschäften jeweils 120 Tage im Jahr tätig. Beide erfüllen die Kriterien für die erste Betriebsstätte. Die zur Wohnung näherliegende Filiale ist die erste Tätigkeitsstätte; Kosten sind nur anhand der Entfernungspauschale abziehbar.

Finanzierung: Leasing oder Kauf?

Für den Erwerb eines Firmenwagens stehen zwei Finanzierungsmethoden zur Verfügung:

  1. Geschäftswagen kaufen: Der Direktkauf bringt in der Regel finanzielle Vorteile in Form von Rabatten mit sich, belastet aber die Liquidität des Unternehmens. Junge Unternehmensgründer können sich den Kauf im Regelfall nicht leisten. Eine Kreditfinanzierung hilft ihnen nicht, da sie die Eigenkapitalquote belastet.
  2. Firmenwagen leasen: Ein Leasing ist die schonende Alternative für die Liquidität des Handwerkers. Im Gegenzug entstehen monatliche Fixkosten.

Sie benötigen einen Kredit zur Finanzierung Ihres Geschäftswagen-Kaufs?

Hier finden Sie passende Kreditangebote:

meister.de

/ DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

FOLGEN SIE UNS

Alle Rechte vorbehalten © Portal United AG 2020