Feuchterückgewinnung verhindert zu trockene Luft

Immer mehr Neubauten und sanierte Altbauten werden mit einer Lüftungsanlage ausgestattet, um den nötigen nutzerunabhängigen Luftwechsel zum Feuchteschutz sicherzustellen. Ziel ist es, die Feuchtigkeit, die im Innenraum durch kochen, duschen, waschen oder einfach nur leben entsteht, abzutransportieren. Zwar wird so im Winter gesundheitsschädlicher Schimmel vermieden, aber zu trockene Luft ist auch nicht gesund. Als gesund gilt vielmehr eine relative Luftfeuchtigkeit um die 50 Prozent, eine ausreichende Raumluftfeuchte erhöht außerdem das Komfortgefühl. Welche Möglichkeiten der Feuchterückgewinnung es gibt und zu welcher Jahreszeit besonders auf die Luftfeuchtigkeit in Räumen zu achten ist, lesen Sie in diesem Artikel.

Besonders trockene Luft im Winter

Viele Bewohner von neu gebauten oder luftdicht sanierten Wohngebäuden mit kontrollierter Wohnungslüftung klagen jedoch im Winter häufig über sehr trockene Luft. Der Grund: Kalte Luft kann weniger Feuchtigkeit aufnehmen als warme. Wird im Winter trockene kalte Luft im Wärmetauscher der Lüftungsanlage erwärmt, sinkt die relative Luftfeuchtigkeit noch weiter. Gleichzeitig wird die in der Wohnung entstandene Feuchtigkeit durch die Lüftung abtransportiert.

Um zu trockene Luft im Winter zu vermeiden werden daher in jüngster Zeit vermehrt Lüftungsanlagen mit Feuchterückgewinnung angeboten. So berichtete 2014 das Europäische Testzentrum für Wohnungslüftungsgeräte, das jedes Jahr zahlreiche Geräte testet und ein Bulletin mit geprüften Anlagen herausgibt, der Anteil der Testanlagen mit Feuchterückgewinnung sei von fünf auf zehn Prozent gestiegen. Diese Geräte entziehen der Warmluft aus dem Haus nicht nur die Wärme, sondern auch einen Teil ihrer Feuchtigkeit und führen diese mit der Frischluft in den Wohnraum zurück. Die Technik gibt es schon lange, allein die Nachfrage lässt zu wünschen übrig.

Möglichkeiten der Rückgewinnung

Grundsätzlich gibt es drei technologische Ansätze für die Feuchterückgewinnung: Rotationswärmetauscher, Lüftungsgeräte mit Wärmepumpe und Lüftungsanlagen mit einem Enthalpiewärmetauscher. Enthalpiewärmetauscher arbeiten mit einer speziellen Membran als Wärmetauscher, an der sich die Wassermoleküle aus der verbrauchten Raumluft niederschlagen und dann durch die Membran hindurch auf die Zuluftseite des Wärmetauschers wandern. Dort werden sie von der Außenluft aufgenommen. Das Problem bei dieser Technik besteht darin, dass der Feuchtigkeitsaustausch nicht gesteuert werden kann. Fällt im Haus viel Feuchtigkeit an, könnte es daher zu Feucht werden – mit allen problematischen Folgeerscheinungen wie zum Beispiel Schimmel. Gegensteuern ließe sich lediglich, indem der Luftwechsel drastisch erhöht oder die Feuchtigkeit durch die Fenster weggelüftet wird, was jedoch dem Ziel Heizenergie einzusparen entgegensteht.

Experten empfehlen Enthalpietauscher daher meist nur für große Wohngebäude mit geringer Belegung. Sinn machen könnten sie außerdem, wenn über die Zuluft geheizt wird, weil dann ohnehin ein höherer Luftvolumenstrom nötig ist.

Anders als beim Enthalpiewärmetauscher kann die Feuchterückgewinnung beim Rotationswärmetauscher in gewissem Maße durch die Veränderung der Rotordrehzahl beeinflusst werden. Rotationswärmetauscher übertragen immer beides: Wärme und Feuchtigkeit. Das Prinzip beruht auf einer rotierenden, gelochten Speichermasse, die auf einer Hälfte von Außenluft und auf der anderen Hälfte von Abluft durchströmt wird. Durch die Rotation findet eine Übertragung von Wärme und Feuchte zwischen den beiden Luftströmen statt. Die Möglichkeit, Feuchte zu übertragen, wird von der Oberflächenbeschaffenheit der Rotoren bestimmt. Ein Nachteil von Rotationswärmetauschern ist der zusätzliche Strombedarf für den Rotor. Außerdem sind diese Geräte meist nicht ganz so effizient, weil Zuluft- und Abluftstrom nicht hundertprozentig voneinander getrennt sind, etwa, wenn die Dichtung am Rand des Rotors aus Bürsten besteht. Diese Leckagen führen dazu, dass statt Frischluft Umluft gefördert wird.

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