Das Fertighaus – eine Alternative zum Massivhaus?

Fertighäuser sind Häuser, die nicht auf dem Grundstück von Grund auf gebaut werden, sondern deren Einzelteile in Fertigungshallen vorgefertigt und direkt auf der Baustelle zusammengesetzt werden. Lange war dies nur ein Nischenmarkt und der Ruf der Häuser eher schlecht. Allerdings hat sich diese Situation in den letzten Jahren geändert. Inzwischen sind 17% der Häuser in Deutschland Fertighäuser. Damit liegt der Anteil von Fertighäusern so hoch wie noch nie. Aber für wen eignet sich die Fertighausbauweise und was müssen Sie beim Kauf und Bau beachten?

Rein ins Eigenheim

Natürlich stellt sich bei der Suche nach dem Eigenheim erst einmal die Frage: Was brauche ich? Was möchte ich? Es gibt nämlich abseits des Hausbaus noch viele weitere Möglichkeiten, sich den Traum vom Eigenheim zu verwirklichen: Eigentumswohnung, Kauf eines bereits gebauten Hauses oder natürlich Hausbau. Hier können Sie ermitteln, welcher Wohntyp Sie sind. Wenn Sie über ein bebaubares Grundstück verfügen, dann ist das Fertighaus vermutlich die preisgünstigste Alternative.

Fertighausanbieter gehen in der Regel davon aus, dass bereits ein Grundstück vorhanden ist. Ist dem nicht so, kümmern sich manche Unternehmen aber nach Auftrag darum. Auch die Erschließung des Grundstücks sowie die entsprechenden Genehmigungen liegen meistens in Ihrer Hand. Die hier auftretenden Baunebenkosten und die dafür benötigte Zeit sollten Sie in Ihrer Planung unbedingt berücksichtigen.

Was bietet ein Fertighaus?

Fertighäuser bieten den neuen Eigentümer viele Vorteile, angefangen von der schnellen und festgelegten Bauzeit über die gut kalkulierbaren Kosten bis zur schnellen und verhältnismäßig unaufwendigen Planung. Fertighausfirmen bauen bei Rohstoffen vor allem auf Holz, da dieses sehr gute Dämmeigenschaften besitzt und das Haus so insgesamt klimaneutral gebaut werden kann.

Häufig sehen sich Fertighäuser dem Vorwurf ausgesetzt, gleich auszusehen und daher monoton und langweilig zu sein. Tatsache ist aber, dass es inzwischen unzählige verschiedene vorgefertigte Modelle gibt und 80% der heute entstehenden Fertighäuser individuell von den zukünftigen Eigentümern geplant werden. Der Fantasie setzen also eher die örtlichen Bauvorschriften die Grenzen als das Haus an sich. Dass sich immer mehr Menschen für die Fertighaus-Variante entscheiden, belegt diese Statistik:

Statistik: Anzahl der Personen in Deutschland, die ein neues Kauf kaufen oder bauen wollen 2010-2015

Ein wichtiger Vorteil des Fertighauses ist die Planbarkeit. Dabei geht es sowohl um den Kosten- als auch um den Zeitaspekt. Beim Bau eines schlüsselfertigen Fertighauses können Sie den Einzugstermin im Vertrag festlegen, da die einzelnen Teile in der Fabrik gefertigt werden und der Bau dadurch wetterunabhängig ist und weil der gesamte Aufbau von einer Firma erledigt wird.

Arten von Fertighäusern

Man unterscheidet zwischen drei grundlegenden Arten von Fertighäusern: das Bausatzhaus, das Ausbauhaus und das schlüsselfertige Haus. Je nachdem, für welche Hausart Sie sich entscheiden, müssen Sie einen entsprechenden Anteil an Eigenarbeit leisten. Beim Bausatzhaus erhalten Sie lediglich die Bauteile für das Haus und müssen das Haus selbst zusammensetzen und innen ausbauen. Ähnlich ist es beim Ausbauhaus, allerdings sind Sie hier nur für den Innenausbau verantwortlich. Das schlüsselfertige Haus ist in der Regel zum vereinbarten Termin bezugsfertig, Sie müssen hier also bloß noch einziehen.

Diese drei Bauarten unterscheiden sich in den Kosten. Ein Bausatzhaus können Sie bereits für ca. 50 000 Euro erwerben, während Sie für ein schlüsselfertiges Haus im Schnitt ca. 200 000 Euro ausgeben müssen. Allerdings haben Sie beim schlüsselfertigen Haus nach Unterzeichnen des Vertrags bis zum tatsächlichen Einzug nichts mehr zu tun, während Sie bei Bausatzhaus und Ausbauhaus gehörig Hand anlegen oder weitere Handwerksbetriebe einschalten müssen. Je nach Anbieter des Hauses und der Handwerker und Ihrer tatsächlichen Eigenleistung können Sie hier Geld sparen oder aber draufzahlen. Daher ist es wichtig, alles vorher ausführlich zu planen und einen Experten zu Rate zu ziehen.

Unabhängig von dem Ausbaugrad des Hauses können Sie auch sonst zwischen vielen verschiedenen Hausarten wählen. Bei der Größe Ihres Fertighauses haben Sie unter anderem Folgendes zur Auswahl:

  • Bungalow
  • Einfamilienhaus
  • Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung
  • Doppelhaus
  • Mehrfamilienhaus
  • Villa

Diese Angebote können sich zwischen den einzelnen Anbietern selbstverständlich unterscheiden. Aber die meisten haben ein sehr breit aufgestelltes Sortiment.

Auch bei der Energieeffizienz haben Sie die Wahl:

  • Effizienzhaus
  • Plusenergiehaus
  • Passivhaus
  • Aktivhaus

Hier können Sie ebenso auswählen, was am besten zu Ihren Bedürfnissen passt, und ein entsprechendes Modell auswählen.

Fertighäuser können für Sie den Hausbau einfach gestalten, ohne dass Sie bei der Optik und Individualität Abstriche machen müssen. Wichtig ist es, gut zu planen, um so versteckte Kosten und Probleme zu vermeiden. Fakt ist, dass Fertighäuser endgültig ihren schlechten Ruf abgelegt haben und eine günstige und einfache Alternative zum Massivbau sind.

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