Lichtplanung – „Ins richtige Licht gerückt“

Expertentipp von Volker Grempel – Für mehr als 85 Prozent der Deutschen ist Licht ein wichtiger Wohlfühlfaktor im eigenen Zuhause. Es sorgt für Sicherheit, wenn es draußen dunkel ist, es schafft Kontraste, betont Oberflächen und lässt Farben strahlen. Ein kreatives Lichtkonzept ermöglicht es Funktions- und Stimmungslicht zu vereinen. Abgerundet wird ein wirklich gutes Lichtkonzept mit einem logisch aufgebauten Bedienkonzept – so kann man die Lichtstimmungen genießen, ohne sich ständig mit der Technik beschäftigen zu müssen.

Volker Grempel, Elektrotechnikermeister, Sachverständiger für das Elektrotechniker-Handwerk

Volker Grempel, Elektrotechnikermeister, Sachverständiger für das Elektrotechniker-Handwerk

„Lassen Sie eine Lichtplanung bereits von Anfang an durch einen erfahrenen Fachmann erstellen – nur so kann Licht integriert und wirklich an Ihre Bedürfnisse optimal angepasst werden.

Vor jeder Lichtplanung stellen sich folgende Fragen: Wie viel Licht wird zu welchem Zweck wo benötigt? Um hierfür eine Antwort zu finden, müssen zunächst aber diese grundlegenden Fragen beantwortet werden:

  • Wie wird ein Raum genutzt?
  • Kann der Raum in Lichtzonen (z.B. Licht für Esstisch, Kochbereich, Spielbereich) aufgeteilt werden?
  • Benötigt man Licht zur Orientierung (z.B. nachts im Flur, Kinderzimmer)?
  • Werden besondere Anforderungen an die Helligkeit gestellt (z.B. Licht zum Lesen, Arbeiten)?
  • Wird Wert auf eine gute Farbwiedergabe gelegt? (z.B. Licht in Hauptbereichen wie Wohnzimmer, Küche, Esszimmer)
  • Soll mit mobilen Licht gearbeitet werden?
  • Sollen Leuchten eingebaut werden?
  • Soll das Licht gedimmt werden können?
  • Von wo aus soll was ein- und ausgeschalten werden?
  • Soll das Licht von alleine ein- bzw. ausgehen (z.B. durch Bewegungsmelder)?
  • Welche Anschlüsse für Leuchten sind bereits vorhanden?
  • Sollen bestimmte Objekte besonders hervorgehoben werden (z.B. hochwertige Statue)
  • Wo ist natürliches Licht (z.B. Fenster) vorhanden?
  • Müssen bauliche Anforderungen beachtet werden (z.B. Spritzwasserschutz)?
Bedienpanel Beleuchtung

Bedienpanel Beleuchtung

Für jeden Raum sollten die folgenden Beleuchtungsfunktionen zunächst unabhängig voneinander festgelegt werden:

  1. Raumlicht
    Das Raumlicht stellt die Grundbeleuchtung eines jeweiligen Raumes oder Bereiches dar. Es dient der Orientierung und muss von allen Stellen aus leicht zu bedienen sein.
  2. Zonenlicht
    Das Zonenlicht schafft Akzente in den verschiedenen Wohnbereichen. Es kommt immer dort zum Einsatz, wo es auch benötigt wird. Als Beispiel kann hier das Leselicht in einer Leseecke genannt werden.
  3. Stimmungslicht
    Das Stimmungslicht setzt Highlights und lässt einzelne Punkte (wie z.B. Bilder, Objekte und schöne Materialien) wirkungsvoll erscheinen. Es lebt förmlich von einem gekonnten Licht- und Schattenspiel und ist der wichtigste Teil, wenn es um ein tolles Wohlfühlerlebnis in den eigenen vier Wänden geht.

Welche Fallstricke lauern?

  • Zu späte oder gar keine Einbindung der entsprechenden Fachleute (Lichtplaner, Elektrofirma, Architekt)
  • Anschlüsse für Leuchten fehlen oder sind nicht an den richtigen Stellen
  • Steckdosen für mobiles Licht sind nicht über Schalter bedienbar
  • Einbaumaße bei Einbauleuchten nicht beachtet (ggf. fehlt Platz für Netzteile, Steuerkomponenten)
  • schlechte Lichtwirkung durch die falsche Auswahl der Leuchten (zu hell, zu grell, zu dunkel, blenden, falsche Lichtfarbe)
  • Sicherheitstechnische Gefährdungen (z.B. Mindestabstände zu brennbaren Gegenständen, Spritzwasserschutz, Elektromagnetische Verträglichkeit)
  • funktionale Probleme (z.B. Dimmbarkeit der Leuchte, erhöhter Leuchtmittelverschleiß)

All diese Punkte machen deutlich, dass die richtige Beleuchtung vielfältig und komplex ist. Es erfordert viel Fingerspitzengefühl die grundlegenden Faktoren zu einem wirklichen Konzept zusammen zu fügen. Oftmals beschäftigen sich die Bauherren erst mit dem Thema Licht, wenn das Gebäude bereits errichtet ist und die Einrichtungsphase ansteht. Dann ist es jedoch für viele wichtige Punkte bereits zu spät. Deshalb mein Tipp: Lassen Sie eine Lichtplanung bereits von Anfang an durch einen erfahrenen Fachmann erstellen – nur so kann Licht integriert und wirklich an Ihre Bedürfnisse optimal angepasst werden.

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