Etikettierung im Handwerksbetrieb

Zugegeben, beim Thema Etikettierung fällt der erste Gedanke meist nicht auf einen Handwerksbetrieb. Etiketten werden klassischerweise in der Lebensmittelbranche verortet. Dort gibt es sogar Pflichtangaben, die seitens des Herstellers aufgebracht werden müssen. An welchen Stellen die Etikettierung die Prozesse und Arbeitsweisen im Handwerksbetrieb erleichtert, soll dieser Beitrag zeigen.

Etiketten im Büro

Handwerker sind Profis im Bereich Hausdämmung. Sie kennen sich aus im Themenbereich Heizen und Energieversorgung.  Und sie sind ein kompetenter Ansprechpartner in Sanierungsangelegenheiten. Was durch und durch praktisch anmutet, zeigt auch: Im Büro hält sich ein Handwerker nur äußerst selten auf – vermutlich sogar nur, um zwangsweise den leidigen Bürokram zu erledigen. Damit dieser umso leichter von der Hand geht, hilft eine pfiffige Etikettierung mit einem nachvollziehbaren Farbkonzept.

Bewährt hat sich das Ampelprinzip: Rot bedeutet, dass hier etwas nicht passt. Gelb bedeutet, dass hier etwas in der Schwebe ist und die Farbe Grün signalisiert, dass bei diesem Auftrag, dieser Rechnung und dieser Bestellung alles im grünen Bereich ist. Wer dieses Ampelprinzip für laufende Prozesse beherzigt, ermöglicht sich selbst, auf den ersten Blick den Status Quo des Projekts zu erkennen.

Ebenfalls sinnvoll ist die Anlage eines Farbkonzepts für eingehende und für ausgehende Unterlagen. Wer das, was er mit von der Baustelle ins Büro bringt, direkt zu den eingehenden Unterlagen legt, optimiert den Prozess der Ablage. Denkbar wäre dabei, eine eigene Farbe für die „to dos“ zu wählen. Diese farbigen Etiketten werden dann auf zu zahlenden Rechnungen ebenso aufgeklebt wie auf der Skizze des soeben besichtigten Sanierungsobjekts, für das ein Angebot ausgearbeitet werden soll.

Wichtig: Bei der Etikettierung im Büro ist eine einheitliche Struktur nötig, die allen Mitwirkenden bekannt ist, und die alle Mitarbeiter akribisch genau beherzigen. Bis das Farbkonzept in allen Köpfen fest verankert ist, hilft es, eine kleine Legende anzubringen, die aufzeigt, welches Etikett welche Aussage hat.

Etiketten im Lager

Etikettierung im Lager

Egal wie groß das Lager ist und, ob es der Archivierung von Büromaterial oder als Materiallager dient, die Ausstattung mit Etiketten verhindert in jedem Fall langes Suchen.

Etiketten sind fester Bestandteil in jedem Lager – und zwar unabhängig davon, wie groß dieses ist. In großen Produktionshallen werden Etiketten meist industriell ab Fertigung aufgeklebt. Sie umfassen einen Strichcode. Via Barcode-Scanner und der entsprechenden Software kann dann dokumentiert werden, wo sich die Palette oder das Produkt gerade befindet – ganz ohne Klemmbrett, manuelle Dokumentation und einem anschließenden Übertrag in den Computer.

Doch auch zur Sortierung und Beschriftung von Arbeitsmaterialien im kleineren Lager sind Etiketten auf vielfältigste Weise nutzbar. Dabei muss jeder Handwerker für sich selbst ein ausgeklügeltes System der Etikettierung austüfteln. Möglich ist beispielsweise alle Produkte, die grundsätzlich bei der Arbeit im Bereich Fenster und Türen benötigt werden, einheitlich zu kennzeichnen und die Etiketten entsprechend zu beschriften. Das hilft tagtäglich dabei, den Werkzeug- und Materialkoffer mit dem passenden Material zu bestücken.

Bei der Wahl der Etiketten empfehlen Experten Etiketten auf Rollen. Rollenetiketten helfen dem Handwerker bei seinem Großprojekt „ordentliche Lagerhaltung“ auf ganz vielfältige Art und Weise. Eingelegt in den Etikettendrucker ermöglichen sie die ordentliche Aufschrift auf den Etiketten in einer großen Stückzahl. Je nach Etikettenrolle sind darauf mehrere tausend Etiketten aufgewickelt. Ein häufiger Austausch der Etikettenrolle wird so vermieden.

Neben der Vereinfachung der Prozesse muss bei der Wahl passender Etiketten auch auf das passende Material geachtet werden. So halten Fachhändler reguläre Papieretiketten vor, wetterfeste Etiketten, die auch im Außenbereich noch ihren Zweck erfüllen, sowie Etiketten auf Spezialmaterialien. VOID-Etiketten, Etiketten mit Hologramm-Effekt und Checkboard-Etiketten können – je nach Verwendungszweck – eine sinnvolle Anschaffung darstellen.

Etiketten auf der Baustelle

Dachdecker bei der Arbeit

Auf einer Großbaustelle arbeiten häufig mehrere Gewerke miteinander. Wer Etiketten als Hinweisschilder nutzt, muss auf den passenden Kleber achten.

Direkt auf der Baustelle haben Etiketten einen Signalcharakter. Arbeiten viele Gewerke gemeinsam auf einer Baustelle (vgl. Ablauf- und Terminplanung im Wohnungsbau), hat die Farbe Rot regelmäßig Signalwirkung – auch ohne dass es eine ausgewiesene Legende gibt, die dies vermerkt. Zum anderen dienen sie als Notizzettel, der nicht wie ein regulärer Klebezettel aus dem Büro direkt davonflattert. Notizzettel sind notwendigerweise anzubringen, wenn mehrere Gewerke an einem Projekt zusammenarbeiten und die Arbeiten Hand in Hand gehen müssen – ohne dass eine direkte Abstimmung erfolgen kann. So kann auf einem Etikett schnell dokumentiert werden, ob etwas Spezielles zu beachten ist oder ob eine spezielle Konstruktion angewandt wurde, über die das andere Gewerk auch Bescheid wissen muss.

Aber Achtung: Wer ein Etikett an einem Produkt auf einer Baustelle anbringt, muss auf Etiketten mit ablösbarem Klebstoff setzen. Wichtig ist es, ein Etikett zu wählen, das sich rückstandslos entfernen lässt. Mit einem Etikett auf permanentem Acrylkleber einen Hinweis an einem Fenster zu drapieren, wäre fatal. Dieser Kleber haftet gerade auf glatten Flächen besonders gut – obwohl der Hinweis sicherlich nur temporär gebraucht wird. Auch Etiketten mit Spezialklebstoff bergen die Gefahr, dass sie kein temporäres Hinweisschild sind, sondern permanent auf der Baustelle zu sehen sein werden.

 

Abbildung 1: pixabay.com © picjumbo_com (CC0 Public Domain)

Abbildung 2: pixabay.com © Pexels (CC0 Public Domain)

Abbildung 3: pixabay.com © 7854 (CC0 Public Domain)

meister.de

meister.de

Auf unserem Expertenblog finden Sie Fachwissen und spannende Beiträge rund um die Themen Handwerk, Bauen, Wohnen und Sanieren.
Die vielseitigen Kategorien, mit nützlichen Tipps und Checklisten sind hilfreich für Handwerker, Heimwerker, Bauherren und alle die gerne anpacken.

Fragen? Feedback? Anmerkungen?
Kommentar hinterlassen oder eine Mail an redaktion@meister.de schreiben
meister.de

Letzte Artikel von meister.de (Alle anzeigen)

/ DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

FOLGEN SIE UNS

Alle Rechte vorbehalten © united vertical media GmbH 2018