Erdkeller: Kühlen ohne Strom

Sie trinken gerne Wein, bauen selbst Obst oder Gemüse an oder kochen Marmelade. Aber wohin dann damit? Für einen Weinkeller oder mehrere Vorratskühlschränke im Keller ist oft nicht genug Platz, falls überhaupt ein Keller vorhanden ist. Eine Lösung für dieses Problem könnte ein Erdkeller sein. Damit nutzen Sie die Natur als Kühlschrank und erweitern zusätzlich Ihren Stauraum.

Wie funktioniert ein Erdkeller?

Ein Erdkeller befindet sich außerhalb des Hauses. Er wird zum Beispiel unter das Gartenhäuschen gesetzt oder anderweitig in den Boden gegraben. Abhängig von der Größe des geplanten Kellers eignet sich dafür besonders gut ein Hügel oder eine Schräge. Der Erdkeller nutzt die natürliche Temperatur und Feuchtigkeit des Erdbodens, um optimale Lagerbedingungen für Lebensmittel wie Gemüse, Kartoffeln, Wein, Bier etc. zu schaffen, ganz ohne zusätzlichen Energieaufwand. Die Temperaturen im Erdkeller betragen ganzjährig zwischen 3 und 12 Grad, bei hohem Feuchtigkeitsgehalt und ohne Lichteinfall.

Einbau eines Erdkellers in die Erdgrube

Einbau eines fertigen Erdkellers in den Erdboden. © schwedenservice24.de / skandinavia-online.de

Die Größe kann dabei stark variieren, von einem alten Kochtopf bis hin zu einem vollständig ausgebauten Raum, in dem auch mehrere Menschen Platz haben. Sie sollten die Kellergröße nach Ihrem Lagerbedarf auswählen. Sie können einen Erdkeller komplett selbst bauen, einen Fertigkeller einsetzen oder natürlich Fachkräfte beauftragen.

Was müssen Sie beachten?

Erdkeller Ansicht von innen

So kann ein Erdkeller von innen aussehen. © schwedenservice24.de / skandinavia-online.de

Wie bereits erwähnt müssen Sie als Erstes überlegen, welche Größe der Erdkeller haben soll. Je größer der Keller wird, desto teurer wird auch dessen Umsetzung. Daher sollten Sie das Projekt so klein wie möglich halten. Wichtig ist auch, für eine ordentliche Lüftung des Kellers zu sorgen. Wie diese umgesetzt wird, hängt davon ab, für welche Art des Erdkellers Sie sich entscheiden. Auf die Größe des Kellers kommt auch der notwendige Untergrund an. Wenn Sie nur einen alten Topf oder eine Waschtrommel verwenden wollen, dann können Sie dies auf eigentlich jedem grabbaren Untergrund bei egal welcher Schräglage durchführen. Wenn Sie einen großen Erdkeller bauen wollen, in dem vielleicht auch zwei Personen aufrecht stehen können, dann sollte auf Ihrem Grundstück eine Schräge oder ein Hügel vorhanden sein. Außerdem sollte es sich möglichst um Nordlage handeln. Dadurch müssen Sie nicht so viel ausheben und der Keller kann leichter ins Landschaftsbild integriert werden. Außerdem ist der Zutritt leichter.

Welches Format soll es sein?

Einen Mini-Erdkeller können Sie ganz einfach in wenigen Stunden selbst bauen. Dafür brauchen Sie einen großen Topf, eine Schaufel und eine Bohrmaschine. Bohren Sie in die Wand des Topfes einige Löcher, damit Belüftung der Inhalte möglich ist. Den Topf sollten Sie nun so in der Erde vergraben, dass der Rand des Topfes noch überirdisch ist und gut verschlossen werden kann. Anstelle eines Topfes können Sie auch ein etwas größeres Gefäß wählen und beispielsweise eine Waschmaschinentrommel oder eine Regentonne vergraben. Sie sollten aber auf jeden Fall beachten, dass Sie diese Mini-Erdkeller im Winter zusätzlich abdichten müssen, beispielsweise mit Stroh oder Bambusmatten, damit es in dem Gefäß nicht gefriert und Ihre Vorräte nicht verderben.

Auch bei etwas größeren Erdkellern haben Sie verschiedene Möglichkeiten, diese zu realisieren. Allerdings sollten Sie hier darauf achten, dass Sie den richtigen Untergrund haben. Ein sehr sandiger Untergrund könnte nicht stabil genug sein, oder ein felsiger Untergrund schwierig auszuheben. Holen Sie sich vor Start der Unternehmung die entsprechenden Informationen ein. Einige Unternehmen bieten beispielsweise fertige Module an. Das heißt, Sie müssen nur ein ausreichend großes Loch graben, dann wird das Modul dorthinein gesetzt. Die zuvor ausgehobene Erde werfen Sie wieder über das Modul, bepflanzen den neuen Hügel mit Gras, und fertig ist Ihr Erdkeller.

Bauanleitung für Heimwerker

Erdkeller selbst bauen

Ein Erdkeller bringt Farbe in Ihren Garten. © schwedenservice24.de / skandinavia-online.de

Natürlich können Sie dieses Projekt auch komplett selbst bauen. Am wichtigsten ist, dass Sie darauf achten, dass der Keller über dem Grundwasserspiegel liegt. Dann sollten Sie ein Fundament aus Stein-, Kies- und Sandschichten errichten. Anschließend brauchen Sie eine isolierende Schicht, bestehend entweder aus Isolierplane oder Vlies. Diese Schicht sollte entweder betoniert oder mit Steinen ausgelegt werden. Sie müssen darüber hinaus für ausreichende Belüftung sorgen, sonst droht Schimmelgefahr. Damit der Keller die nötige Stabilität erhält, sollten die Wände gemauert werden. Wenn Sie mit diesen Schritten selbst nicht vertraut sind, sollten Sie die Hilfe eines Fachmanns in Anspruch nehmen.

Ein Erdkeller ist nicht nur eine optische Bereicherung für den Garten, sondern fungiert auch als ökologisch unbedenklicher Kühlschrank. Gerade für Personen, die selbst Obst und Gemüse anbauen, bietet der Erdkeller eine wunderbare Lagermöglichkeit. Wenn die geeigneten Voraussetzungen für den Bau gegeben sind, handelt es sich hierbei um ein sehr empfehlenswertes Projekt.

 

Die wichtigsten Informationen des Artikels finden Sie in unserer Infografik zusammengefasst:

Infografik: Erdkeller - Kühlen ohne Strom

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