Er bringt nicht nur Glück, sondern auch saubere Luft: Der Beruf des Kaminkehrers

Das Kaminkehren ist eines der ältesten Handwerke. Bereits im 10./12. Jahrhundert werden die Anfänge vermutet, aber nachweislich seit dem 14. Jahrhundert wird es gewerblich ausgeführt. Hoch oben auf den Dächern, kehrten in der Regel reisende Handwerker verstopfte Schlöte und verhinderten so zahlreiche Brände. Doch das tatsächliche Fegen oder Kehren ist heute eher in den Hintergrund gerückt. Wir stellen das Handwerk von einem Kaminkehrer vor.

Von Schwarz auf Grün

Die Heizmaterialien und Anlagen haben sich in den letzten Jahren stark verändert und somit auch das Aufgabengebiet der Kaminkehrer. In erster Linie sind sie heute dafür zuständig Feuerungs- und Lüftungsanlagen zu überprüfen, Messwerte zu analysieren und die Anlagen zu beurteilen. Sie beraten Kunden in Sachen Energieeffizienz, im Brandschutz, aber immer mehr auch im Bereich der Umwelttechnik. Grün wäre deshalb heute die bessere Farbe für die Arbeitskleidung der Schornsteinfeger, da sie kaum noch schwarz und verrußt nach Hause kommen. Das Glück, das der Kaminkehrer heute bringt, liegt also besonders in der Verbesserung der Abgaswege, was eine reinere Luft und ein energieeffizienteres Heizen bedeutet.

Neue Richtlinien, neue Möglichkeiten

Bisher gab es für ein jeweiliges Gebiet einen zuständigen Kaminkehrer. Seit 2013 müssen Hauseigentümer die vorgeschriebenen Kehrungen und Begutachtungen, aber nicht mehr vom Bezirksschornsteinfeger durchführen lassen. Der Schornsteinfegerbetrieb kann selbst ausgewählt werden, dieser muss sich aber auch nicht an bestimmte Gebühren halten. Dies wäre aufgrund der unterschiedlichen Anlagen auch gar nicht mehr möglich, da in jedem Haushalt auch verschiedene Arbeiten anfallen. Als Kunde hat man dabei auch den Vorteil sich genau den Experten unter den Kaminkehrern auszusuchen, der sich möglicherweise auf die jeweilige Anlage spezialisiert hat.

Ausbildung, Weiterbildung

Während der dreijährigen Ausbildung wird man sehr intensiv auf die modernen, sich verändernden Anlagen die innovative Umwelttechnik vorbereitet. So gehört es beispielsweise zu den Ausbildungsinhalten Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Verbesserung der Nutzungsfähigkeit einzuleiten und zu überwachen. Natürlich darf aber nach wie vor auch nicht der Brandschutz- und die baurechtliche Überwachung von Feuerungs- und Lüftungsanlagen fehlen sowie deren Reinigung und Instandhaltung. Nach der Ausbildung besteht die Möglichkeit die Meisterprüfung abzulegen oder sich in einem (dualen) Studium z. B. im Bereich der Umwelttechnik weiterzubilden.

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