Energie sparen mit der Dämmung – Teil 1: Dach-Dämmung

Je kälter es draußen wird, umso dicker ziehen wir uns an. Denn das hält den Körper warm und hilft uns, nicht zu frieren. Wie ein dicker Pullover am menschlichen Körper schützt die Dämmung unsere Häuser vor hohen Wärmeverlusten. Ob am Dach, der Fassade oder der Kellerdecke: Möglichkeiten gibt es dabei viele. Wie diese wirken, worauf Sie dabei achten sollten und wie viel die verschiedenen Dämm-Maßnahmen kosten, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten.

 

Wie hilft Dämmen dabei, Energie zu sparen?

Wird es draußen knackig kalt, bekommt die Heizungsanlage im eigenen Zuhause immer mehr zu tun. Denn ihre Aufgabe ist es, die Wärmeverluste über die Hüllflächen unserer Gebäude auszugleichen. Wie ein dicker Pullover kann die Dämmung dazu beitragen, diese Verluste zu reduzieren und nachhaltig Heizkosten zu sparen.

Entscheidend dafür, wie gut das funktioniert, sind zwei Werte:

  • der Lambda-Wert
  • der U-Wert

Der Lambda-Wert gibt an, wie viel Wärme bei einem Temperaturunterschied von 1 °C durch einen Baustoff transportiert werden kann. Er verdeutlicht damit die energetische Qualität von Baustoffen und ist gut, wenn der Zahlenwert sehr klein ist.

Tipp: Der Lambda-Wert ist ein Qualitätskriterium von Dämmmaterialien und wird meist auf der Verpackung oder der Dämmung selbst aufgedruckt. In der Regel erreichen künstliche Dämmstoffe dabei einen besseren Wert als natürliche. Dies kann aber durch die Stärke der Dämmung ausgeglichen werden.

Anders als der Lambda-Wert ist der U-Wert ein Maß für die energetische Qualität von Bauteilen, die aus verschiedenen Baustoffen bestehen. Bei einer Wand, bestehend aus Putz, Mauerwerk und Dämmung, gibt er dabei an, wie viel Wärme bei einem Temperaturunterschied von 1 °C über einen Quadratmeter ihrer Fläche verloren geht. Wenn es im Winter zum Beispiel 20 °C drinnen und 0°C draußen sind, verliert eine Außenwand mit einer Fläche von 150 m² und einem U-Wert von 1,0 W/m²K kontinuierlich 3.000 Watt. Um diesen Wärmeverlust ausgleichen zu können, werden umgerechnet etwa 0,3 Liter Heizöl in der Stunde verbraucht.

Hinweis: Wie viel Energie die Dämmung tatsächlich spart, ist vom Zustand des jeweiligen Gebäudes abhängig. Verlässliche Werte sollten Sie dabei von einem Energieberater ermitteln lassen. Der steht Ihnen von der Planung bis zur Umsetzung zur Seite, hilft bei der Beantragung von Fördermitteln und stellt sicher, dass alle Arbeiten ordentlich ausgeführt werden.

 

Die Dach-Dämmung

Wird Luft erwärmt, dehnt sich ihr Volumen aus und sie steigt nach oben. Bekannt ist das zum Beispiel von Heißluftballons, die durch diesen Effekt fliegen können. Hätten unsere Häuser keine Dächer, würde die gesamte Heizwärme mit der Luft nach oben entweichen. Die Dämmung der Dachflächen hat die Aufgabe, diese Wärmeverluste zu minimieren. Ihre Qualität wirkt sich dabei oft deutlich auf den Energieverbrauch und die Heizkosten aus.

Schrägdächer bestehen aus einer Reihe von Balken, die von der Außenwand zur Dachspitze, dem First, gespannt sind. Diese werden Dachsparren genannt und tragen die komplette äußere Dachkonstruktion. Die Dämmung kann dabei von außen oder von innen angebracht werden.

Bei der Dach-Dämmung von außen werden die Dämmmaterialien von oben auf die Sparren aufgebracht. Dadurch entsteht eine durchgängige Dämmebene, die den besten Schutz vor Wärmeverlusten bietet. Die Eindeckung mit Ziegeln oder Blechen schützt die Konstruktion von außen vor Witterungseinflüssen wie Wind, Regen oder Schnee. Zum warmen Dach-Innenraum wird die Dämmung mit einer luftdichten Folie beschichtet. Diese sogenannte Dampfsperre stellt sicher, dass die Materialien bei Kondensation trocken bleiben und immer optimale Dämmeigenschaften beibehalten.

Neben dem optimalen Wärmeschutz ist auch der hohe Platzgewinn im Dachgeschoss ein Vorteil dieser Lösung, bei der die Sparren zum Beispiel als sichtbares Highlight ausgeführt werden können. Mit Kosten von 150 €/m² bis 200 €/m² lohnt sich die Dämmung von außen meist nur dann, wenn das Dach in einem schlechten Zustand ist und ohnehin neu eingedeckt werden muss. Die nachfolgende Abbildung zeigt den Aufbau der Dämmung von außen.

Aufsparrendämmung

Vereinfachter Aufbau der Dachkonstruktion bei einer Aufsparrendämmung. Bildquelle: © Alexander Rosenkranz

Ist die Dachhaut bei einer Sanierung noch in gutem Zustand, lohnt sich die Dämmung von außen meist nicht. Ohne die gesamten Flächen neu eindecken zu müssen, kann das Dach auch von innen gedämmt werden. Die Dämmmaterialen – in der Regel Mineralwolle – werden dabei zwischen die Sparren geklemmt. Reicht die verfügbare Höhe nicht aus, um den gewünschten Wärmeschutz herzustellen, können zusätzlich auch Dämmplatten von unten auf die Sparren aufgebracht werden. Das verringert zwar den Platz im Dachgeschoss, erhöht aber auch die Qualität der Dach-Dämmung.

In beiden Fällen schützt auch hier eine von innen aufgebrachte Dampfsperre vor Kondensat und stellt langfristig eine hohe Dämmwirkung sicher. Da eine Neueindeckung der Dachflächen bei der Dämmung von innen nicht nötig ist, fallen auch die Kosten geringer aus. Je nachdem, ob die Materialien nur zwischen oder auch unter den Sparren aufgebracht werden, kostet die Dämmung von innen zwischen 50 €/m² und 100 €/m². Die nachfolgende Abbildung zeigt den Aufbau der Dämmung von innen.

Zwischensparrendämmung

Vereinfachter Aufbau der Dachkonstruktion bei einer Zwischensparrendämmung. Bildquelle: © Alexander Rosenkranz

Ist der Dachboden unbeheizt und in naher Zukunft auch kein Ausbau geplant, bietet die Dämmung der obersten Geschossdecke eine günstige Alternative. Dabei werden Dampfsperre und Dämmmaterialien direkt auf den Boden im Dachgeschoss aufgebracht. Die geplante Nutzung entscheidet dabei über die Art, in der die Dämmung ausgeführt werden muss. Ist der Dachspitz sehr flach und kann ohnehin nicht betreten werden, reicht die Verlegung von Mineralwolle-Platten oder -Rollen. Soll der Dachboden zwar unbeheizt, aber trotzdem begehbar bleiben, bieten zum Beispiel festere Kunststoff-Dämmplatten in Verbindung mit einem Belag aus Spanplatten eine gute Lösung. Mit Kosten von etwa 15 €/m² bis 50 €/m² ist die Dämmung der obersten Geschossdecke die günstigste Lösung.

Wie bei Schrägdächern ist auch bei Flachdächern eine Dämmung möglich. Diese wird in der Regel von außen aufgebracht und ist mit besonderen Anforderungen verbunden. So muss die Dämmung auf dem Flachdach mit Gefälle verlegt werden, um zu garantieren, dass auftretendes Regenwasser immer abfließt. Üblich sind dabei 2 %. Das heißt, auf einer Strecke von einem Meter fällt die Höhe der Dämmung um mindestens 2 cm ab. Um zu verhindern, dass Wasser in die Dachhaut eintritt und schwere Feuchteschäden verursacht, müssen auch alle Dachdurchführungen wie Schornsteine, Belüftungen oder Regenwasserabläufe einwandfrei ausgeführt werden.

Ein optimaler Wärmeschutz kann bei der Flachdach-Dämmung immer dann erreicht werden, wenn auch die Attika-Wände, also die niedrigen Wände rings um die Dachfläche, bis zum Anschluss an die Fassade gedämmt werden. Für die besonders anspruchsvollen Dämmarbeiten an Flachdächern sollten Sie Kosten von 100 €/m² bis 150 €/m² einplanen. Die nachfolgende Abbildung zeigt den Aufbau der Flachdachdämmung.

Flachdachdämmung

Vereinfachter Aufbau der Dachkonstruktion bei einer Flachdach-Dämmung. Bildquelle: © Alexander Rosenkranz

Tipp: Für die nachträgliche Dämmung von Dächern können Fördermittel beantragt werden. Mit dem KfW-Programm 430 werden dabei zum Beispiel 10 % der anfallenden Kosten – maximal 5.000 € je Wohneinheit – bezuschusst. Alle Informationen dazu finden Sie auf kfw.de

 

In Teil 2 dieser Artikelserie stellen wir Ihnen drei Möglichkeiten der Dämmung von Fassaden vor und verraten, wie geübte Heimwerker ihre Heizkosten mit der Dämmung der Kellerdecke einfach selbst senken können.  

Alexander Rosenkranz

Alexander Rosenkranz

Alexander Rosenkranz (28 J.) ist Gründer von energie-wortwende.de und war als Co-Gründer an der Entwicklung der Sanierungsplattform eccuro beteiligt. Verständliche Informationen und eine motivierende Kommunikation sind für ihn der Schlüssel für den nachhaltigen Erfolg der Energiewende.
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