Energie sparen mit der Dämmung – Teil 2: Fassade und Kellerdecke

Die Dämmung von Gebäuden hilft, die teuer erzeugte Heizwärme in den eigenen vier Wänden zu halten und Energiekosten zu sparen. Kennzeichen dafür, wie gut das funktioniert, sind der Lambda- und der U-Wert. Was diese bedeuten und welche Möglichkeiten es für die Dämmung von Dächern gibt, haben wir in Teil eins dieser Artikelserie beschrieben.

In Teil zwei der Serie „Energie sparen mit der Dämmung“ stellen wir Ihnen drei Möglichkeiten der Dämmung von Fassaden vor. Außerdem erfahren Sie, wie geübte Heimwerker ihre Heizkosten mit der Kellerdecken-Dämmung einfach selbst senken können.

 

Die Dämmung der Fassade

Auch die Fassade schützt ein Gebäude vor ständig wechselnden Witterungseinflüssen und hält die aufwendig erzeugte Heizwärme in den Innenräumen. Ihre energetische Qualität wirkt sich dabei direkt auf die Heizkosten aus. Denn je weniger Wärme über die Fassade verloren geht, desto niedriger ist auch der Brennstoffverbrauch des Heizkessels. Eine Möglichkeit, die energetische Qualität bei Neubau oder Sanierung zu verbessern, bietet die Dämmung.

Die üblichste Form der Fassaden-Dämmung ist dabei das Wärmedämmverbund-System (WDVS). Ein aufeinander abgestimmtes System aus Dämmung, Befestigungsmaterial und Außenputz, das von außen auf die Hauswand aufgebracht wird. Je nach Zustand des Gebäudes kann ein WDVS dabei entweder geklebt, gedübelt oder mit einem speziellen Schienensystem an der Fassade befestigt werden. Nach außen schützt ein feuchteregulierender Putz vor Witterung und Algen, die sich früher zum Beispiel durch grüne Flecken an den Schattenseiten der Hauswände gezeigt haben. Bei einer Sanierung verursacht ein Wärmedämmverbundsystem Kosten von 120 €/ m² bis 150 €/m².

Tipp: Da etwa 60 €/m² der Fassadendämmung für Putz, Farbe und Gerüst anfallen, empfiehlt sich die Außendämmung immer dann, wenn die Fassade ohnehin schon stark angegriffen ist und erneuert werden muss.

Neben dem WDVS bietet die Vorhangfassade eine langlebige Sanierungslösung, die eher selten bei Einfamilienhäusern angewandt wird. Vorhangfassaden bestehen aus einer speziellen Konstruktion, die auf die Außenseite der Hauswand aufgebracht wird. Diese trägt sowohl die Dämmung als auch die neue Außenhaut, bei der neben Holz oder Kunststoff-Platten sogar Natursteinelemente zum Einsatz kommen können. Das System bietet einen großen Gestaltungsspielraum und ist, abhängig von der Materialwahl, besonders langlebig. Mit bis zu 300 €/m² ist die Vorhangfassade im Vergleich zum WDVS aber deutlich teurer.

Sind optische Veränderungen an der Außenhülle eines Gebäudes, zum Beispiel durch den Denkmalschutz, nicht zulässig, bietet die Innendämmung eine günstige Alternative. Sie wird raumweise von innen installiert, reduziert dabei aber auch die Wärmespeicherfähigkeit der Außenwände. Die Wohnräume kühlen dabei in Heizpausen sehr schnell aus. Da die Innendämmung im Vergleich zu einem WDVS nicht vollflächig aufgebracht werden kann, ist der Wärmeschutz nur eingeschränkt möglich. Denn über Wärmebrücken wie Innenwand-Anschlüsse geht auch nach der Dämmung noch Energie verloren. Obwohl die Innendämmung mit Kosten von etwa 60 €/m² bis 100 €/m² eher günstig ist, wird die Maßnahme nur dann empfohlen, wenn eine Außendämmung nicht möglich ist.

Tipp: Für die nachträgliche Dämmung der Fassade können Fördermittel beantragt werden. Mit dem KfW-Programm 430 werden dabei zum Beispiel 10 % der anfallenden Kosten – maximal 5.000 € je Wohneinheit – bezuschusst. Alle Informationen dazu finden Sie auf kfw.de

 

Heimwerker-Tipp: Dämmung der Kellerdecke

Viele Räume verlieren im Winter Wärme an unbeheizte Keller. Neben hohen Heizkosten macht sich das ganz besonders an kalten Füßen bemerkbar. Die Dämmung der Kellerdecke ist dabei günstig und kann von geübten Handwerkern sogar selbst erledigt werden.

Die benötigten Dämmplatten aus Kunststoff, Mineral- oder Naturwolle sind ab 10 €/m² in jedem Baumarkt erhältlich und werden einfach von unten an die Decke geklebt oder gedübelt. Schon mit einer Dämmstärke von 8 cm können die Heizkosten dabei um 2 €/m² im Jahr reduziert werden. Das heißt, die Kellerdeckendämmung rentiert sich in der Regel bereits nach 5 Jahren.

Um einen optimalen Wärmeschutz zu ermöglichen, sollten auch die Wände im Keller von oben mit etwa 15 bis 20 cm gedämmt werden. Denken Sie außerdem daran, eventuell überdämmte Rohrleitungen und Kabel zu kennzeichnen. Schon ein einfaches Foto kann bei späteren Baumaßnahmen viel Geld sparen.

 

Hinweis: Da die Wirtschaftlichkeit der Dämmung von Dach, Fassade oder Keller neben dem aktuellen Gebäudezustand auch von einer Reihe weiterer Faktoren abhängt, sind pauschale Aussagen schwierig. Sinnvoll ist dabei zum Beispiel die Beratung durch einen neutralen Energieberater. Der untersucht Ihr Haus ganzheitlich und stellt die wichtigsten Sanierungsmaßnahmen in einem Konzept zusammen.

 

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Alexander Rosenkranz

Alexander Rosenkranz (28 J.) ist Gründer von energie-wortwende.de und war als Co-Gründer an der Entwicklung der Sanierungsplattform eccuro beteiligt. Verständliche Informationen und eine motivierende Kommunikation sind für ihn der Schlüssel für den nachhaltigen Erfolg der Energiewende.
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