Echte Schmuckstücke: Besuch in der Goldschmiede

In einem exklusiven Laden im Nürnberger Handwerkerhof sind wir auf echte Schätze gestoßen: Handgefertigte Schmuckstücke aus Gold, Silber, Perlen und Edelsteinen. Direkt im Laden steht eine Werkbank, an der die kostbaren Stücke gefertigt oder alter Schmuck repariert wird. Die Goldschmiede-Meisterin Anke Kleefeld ließ uns bei ihren Arbeiten über die Schulter schauen und beantwortete Fragen rund um ihr Berufsfeld. Dabei verriet sie auch was diese Arbeit so besonders macht.

Meister.de: Wie lange üben Sie diesen Beruf schon aus?

Anke Kleefeld: Inklusive Lehrzeit seit 18 Jahren.

Meister.de: Wie sind Sie zu diesem Beruf gekommen?

Anke Kleefeld: Ich habe als Teenager schon gerne aus Draht, Pailletten und Perlen Schmuck gebastelt. Irgendwann formte sich der Wunsch, Goldschmiedin zu werden. Um zu sehen, ob das was für mich ist, habe ich nach erfolgloser Praktikumssuche einen Hobbygoldschmiedekurs belegt, der mich vom Gewerk überzeugt hat.

Meister.de: Wie sah ihre Ausbildung aus?

Anke Kleefeld: Meine Lehrzeit verbrachte ich in der 2-jährigen Berufsfachschule für Goldschmiede an der „Goldschmiede mit Uhrmacherschule in Pforzheim“. Direkt anschließend absolvierte ich eine Anschlusslehre in einer Goldschmiede in Wattenscheid für 1,5 Jahre. Danach legte ich die Gesellenprüfung ab. Reguläre Ausbildungszeit sind 3,5 Jahre.

Meister.de: Wie sieht ein normaler Arbeitstag in diesem Beruf aus?

Anke Kleefeld: Das reguläre Tagesgeschäft sind neben Kundenberatung und Verkauf die Ausführung von Reparaturen, wie Ketten löten, Ringgrößen ändern, Perlenketten knoten, Steine fassen etc. oder auch Umarbeitungen – aus alt mach neu – oder Anfertigungen nach Kundenwunsch oder für das eigene Lager.


Meister.de:
Was gefällt Ihnen am meisten an Ihrem Beruf?

Anke Kleefeld: Mir gefällt besonders der Umgang mit edlen Materialien und Steinen und der Entstehungsprozess vom einfachen Blech und Draht zum fertigen Schmuckstück. Den fertigen Schmuck in Händen zu halten, erfüllt mich mit Stolz und Zufriedenheit. Wenn der Kunde dann auch noch glücklich ist, das ist das Größte. Quasi wie der Applaus für den Theaterschauspieler.

Meister.de: Was war das schönste Erlebnis, das Sie in diesem Beruf erlebt haben?

Anke Kleefeld: Ich glaube, es gibt kein schönstes Erlebnis, das ich aufführen könnte. Es gibt so viele schöne Momente, die teilweise auch bewegen. Beispielsweise eine für die Kundin emotionsbehangene Anfertigung, bei deren Auslieferung die Kundin zu Tränen gerührt war und erst einen Moment brauchte, sich wieder zu fangen. Das sind solche Momente, die einem als schönes Erlebnis im Gedächtnis bleiben


Meister.de:
Welche Fähigkeiten und Eigenschaften muss man für diesen Beruf mitbringen?

Anke Kleefeld: Man braucht vor allem Geduld und Sitzfleisch. Feinmotorik, gute Augen, gutes Vorstellungsvermögen, Kreativität, gute Mathematik-, Geometrie-, Chemie- und Physikkenntnisse, aber auch Zeichenkenntnisse und Freude am Lernen und dem Thema Schmuck.

Meister.de: Welche Weiterbildungen gibt es nach der Ausbildung?

Anke Kleefeld: Nach der Gesellenprüfung gibt es neben Fortbildungsangeboten diverse Akademien, um die Meisterprüfung abzulegen. Das Topping hier wäre der Betriebswirt im Handwerk. Alternativ kann man auch noch Schmuckdesign studieren und staatlich geprüfter Designer werden. Weitere Qualifikationen wären der Sachverständige im Goldschmiedehandwerk und eine Restaurationsausbildung.

Meister.de: Was ist das Besondere an diesem Beruf?

Anke Kleefeld: Das Goldschmiedehandwerk ist das älteste Gewerk, das es seit Menschen gedenken gibt. Es begann bereits in der Steinzeit, als der Mensch begann, sich Amulette anzulegen. Aus diesem Gewerk sind alle heute existierenden Metallberufe entstanden. Es ist ein Gewerk, das heute noch mit Techniken arbeitet, die bereits auf Wandzeichnungen der Ägypter dokumentiert wurden. Es ist also eine besondere Freude, so ein altes Gewerk weiterzuführen und zu erhalten. Es ist zu hoffen, dass der Mensch weiterhin Freude darin findet, sich zu schmücken, vor allem mit besonderem Schmuck, der individuell angepasst wurde und daher einen besonderen Stellenwert einnimmt.

Vielen Dank an Anke Kleefeld für das Interview und den spannenden Blick auf die Werkbank!

meister.de

/ DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

FOLGEN SIE UNS

Alle Rechte vorbehalten © Portal United AG 2020