Der Boom von Dienstleistungen auf Online-Plattformen

Immer öfter bieten Handwerker ihre Dienste auf Online-Plattformen im Internet an. Verbraucher profitieren davon. Wer beispielsweise zwei linke Hände hat, kann sich aus einer Vielzahl von Angeboten das Passende heraussuchen. Mit der Hilfe von Experten wird die Rigips-Wand, die einen großen Raum zu zwei kleineren macht, in Windeseile fertig. Dienstleistungen, die über das Internet angeboten werden, können eine kostengünstige und schnelle Lösung für allerlei Probleme in Haushalt und Büro sein.

Dienst- oder Werkvertrag?

Wer mit Hilfe des Internets kleinere Aufträge erledigen lassen möchte, also quasi „Dienstleistungen mietet“, schließt in der Regel einen Dienstleistungsvertrag oder einen Werkvertrag ab. Unterscheiden lassen sich beide Vertragsarten dadurch, dass bei einem Werkvertrag die Herstellung eines vereinbarten Werkes geschuldet wird. Sollen also Wände eingebaut werden, wird ein Werkvertrag geschlossen. Der Dienstvertrag hingegen verpflichtet zum Bemühen um einen Arbeitserfolg. Wer einen Klavierlehrer beauftragt, begibt sich demnach in den Bereich des Dienstvertrags. Die beiden Vertragsarten haben unterschiedliche Konsequenzen: Wird ein Dienstvertrag durch Kündigung beendet, so verpflichtet sich der Auftraggeber hingegen bei einem Werkvertrag, mit der Abnahme des Werkes ein vorher vereinbartes Entgelt zu zahlen.

Ab wann ist ein Auftrag unwiderruflich erteilt?

Stellt man einen Auftrag auf Online-Plattformen ein, tut man rechtlich gesehen noch nichts Verpflichtendes. Es ist also völlig in Ordnung, erst einmal zu schauen, welche Offerten auf den Auftrag folgen. So kann man in Ruhe abwarten, in welchem preislichen Rahmen sich die Angebote bewegen. Wird eines der Angebote jedoch angenommen, kommt ein wirksamer Vertrag zustande. Doch Aufgepasst! Da der Vertrag über das Internet entstanden ist, steht dem Auftraggeber als Verbraucher ein vierzehntägiges Widerrufsrecht zu. Dies gilt jedoch nur, wenn es sich bei dem Auftragnehmer um einen Unternehmer handelt. Das bedeutet, er muss sich dauerhaft, also nicht nur gelegentlich, selbständig wirtschaftlich betätigen. Die Betätigung muss dabei darauf gerichtet sein, Waren oder Dienstleistungen gegen Entgelt zu vertreiben. Das Widerrufsrecht gilt selbstverständlich jedoch nur so lange, bis der Auftragnehmer mit der Ausführung seiner Dienstleistung begonnen hat.

Das Ergebnis entspricht nicht den Erwartungen

Damit der Auftraggeber bei Fertigstellung der Arbeit nicht aus allen Wolken fällt, muss vor Beginn der Auftragsarbeiten schon einiges beachtet werden. Es ist in erster Linie bereits bei der Kontaktaufnahme über Online-Plattformen wichtig, dass der erteilte Arbeitsauftrag präzise beschrieben wird und keine Missverständnisse, wie etwa über den Umfang der Tätigkeiten, entstehen. Denn wenn die Wände, die zu streichen sind, aus besonders hohen Decken bestehen, ist der Unmut groß. Helfen alle Absprachen nichts und der Auftrag wird nicht so erledigt, wie vorher abgesprochen, dann muss die Arbeit selbstverständlich nicht abgenommen werden. Rein praktisch bedeutet das, dass in so einem Fall keine Unterschrift geleistet und die Nachbesserung vom Auftragnehmer verlangt werden kann. Und zwar auf dessen Kosten. Sind durch die Arbeit gar Schäden entstanden, beispielsweise durch auf das Mobiliar des Auftraggebers tropfende Farbe, so sind diese zu ersetzen. Daher empfiehlt es sich, bereits bei Vertragsannahme zu klären, wie es um den Versicherungsschutz des Dienstleisters bestellt ist.

Quelle: erento

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