Einsatzwillen und eine schnelle Auffassungsgabe: Der Beruf des Malers

Hinter dem Beruf des Malers steckt mehr als nur das Mischen von Farbe oder das Streichen von Wänden. Im Interview mit Herrn Scharrer, einem Malermeister aus Hersbruck, bekamen wir einen tieferen Einblick in die Arbeiten eines Malers. Er erklärt uns, dass man als Maler nicht nur ein gutes Farbverständnis, sondern auch ein Gespür für Inneneinrichtung und Design braucht. Zudem kann es im Falle von Graffitis auch schon einmal vorkommen, dass man künstlerische Arbeiten entfernen muss.

Meister:
Hallo Herr Scharrer, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für unser Interview nehmen. Können Sie uns zu Beginn erste einmal einen kurzen Überblick über die Arbeiten eines Malers geben?

Herr Scharrer:
Dafür nehme ich mir gerne Zeit. Diese Frage ist nicht so leicht zu beantworten. Das Aufgabenfeld des Malers geht natürlich weit über die allgemein bekannten Arbeiten wie Streichen und Tapezieren hinaus. Hinzu kommen die Arbeiten an Fassaden oder auch an Bodenbelägen. Ab und zu kommt es auch schon einmal vor, dass wir als Maler Farbe entfernen müssen z.B. im Falle von unschönen Graffitis an Hauswänden oder Mauern. Das ist aber schon eine sehr spezielle Aufgabe. Neben diesen Aufgaben kümmern wir uns auch um die Wärmeisolierung bzw. Dämmung. Je nach Betrieb gibt es jedoch unterschiedliche Spezialisierungen. In den letzten Jahren ist zusätzlich immer mehr die Beratung bezüglich Allergiker-Farben hinzugekommen. Kundenbetreuung ist in diesem Beruf das Wichtigste. Wenn man den Kunden nicht versteht oder ihn schlecht berät hat das negative Auswirkungen für beide Seiten. Das Sprichwort „Der Kunde ist König“ wird in dieser Branche immer an oberster Stelle stehen.

Meister:
Welche Eigenschaften braucht ein Maler? Was ist Ihnen wichtig?

Herr Scharrer:
Für mich persönlich braucht ein Maler Einsatzwillen und eine schnelle Auffassungsgabe. Schließlich müssen wir uns sehr schnell auf unterschiedliche Kunden und deren Wünsche einstellen können. Weiter ist es wichtig ein Gespür für Design und Gestaltung zu haben. Man kann dem Kunden nicht einfach nur die aktuellen Trends empfehlen, sondern muss in der Lage sein das Design der aktuellen Wohnsituation anzupassen und bereits bestehende Designlinien beim Kunden erkennen können. Sollte es zu vermeintlichen Konflikten von verschiedenen Stilen kommen, ist es wichtig den Kunden darauf aufmerksam zu machen, schließlich soll die fertige Arbeit am Ende auch richtig wirken und nicht in einer Sammlung aus verschiedenen Stilen seine Wirkung verlieren. Ein sicheres Auftreten bei Beratungsgesprächen ist dafür die Grundvoraussetzung. Ergänzt wird das Paket dann von guten Kenntnissen in Farbauswahl bzw. den Grundprinzipien der Wirkung von hellen und dunklen Farben und der Beherrschung verschiedener Techniken.

Meister:
Haben Sie schon immer geplant den Meister zu machen?

Herr Scharrer:
Nach meiner Ausbildung war ich sechs Jahre lang Geselle. Mein Ziel war es aber schon immer den Meister zu machen und in die Selbstständigkeit zu gehen. Jetzt habe ich seit 23 Jahren den Meistertitel und bin seit 22 Jahren selbstständig. Um mir meinen Meistertitel zu finanzieren bin ich damals zusätzlich noch Taxi gefahren.

Meister:
Was ist das Schönste an Ihrem Beruf?

Herr Scharrer:
Natürlich ist nicht jeder Auftrag gleich, man hat aber immer den Anspruch die Arbeit, und sei sie noch so klein, perfekt auszuführen. Die fachliche Anforderung muss bei jeder Arbeit sehr ernst genommen werden. Für mich persönlich ist es dann das Größte die eigenen Aufträge von der Straße aus zu sehen. In der eigenen Heimatstadt macht einen das natürlich besonders stolz.

Meister:
Was sind die größten Herausforderungen?

Herr Scharrer:
Wie bei vielen Handwerksbetrieben ist die Suche nach Auszubildenden eine große Herausforderung. Vor wenigen Jahren hatten wir noch bis zu 20 Bewerber. Heute bewegen wir uns schon im einstelligen Bereich. Für die Jugend wird eine Schreibtischarbeit anscheinend immer attraktiver. Dabei bietet das Handwerk viel mehr Gestaltungsmöglichkeiten und Abwechslung. Ich glaube wir spüren hier schon die Auswirkung des demographischen Wandels.
Erschwerend kommt hinzu, dass der Meisterzwang immer mehr gelockert wird. Das trifft mich natürlich sehr, da ich mir den Meistertitel hart erarbeitet habe und das dort erlernte Wissen nicht mehr weggeben möchte. Bei einem Meister können die Leute sich noch auf Qualität verlassen. Zum Glück engagieren sich die Innungen sehr stark für uns.

Meister:
Frauen spielen im Handwerk eine immer wichtigere Rolle. Von welchen Erfahrungen können Sie uns berichten?

Herr Scharrer:
Dieses Thema wird immer sehr breit geschlagen, dabei stehen Frauen ihren männlichen Kollegen in vielen handwerklichen Berufen oft in nichts nach. Ich hatte bisher 14 Azubis davon 2 Mädchen und sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Frauen haben ja oft einen besseren Sinn für das Gestalterische. Das ist in diesem Beruf natürlich ein großer Vorteil. Es ist klar, dass manche körperliche Arbeiten für sie teilweise anstrengender sind, aber unter Kollegen hilft man sich immer gegenseitig aus. Egal ob Frau oder Mann, schließlich zählt die Arbeit im Team

Vielen Dank Herr Scharrer für den tollen Einblick in Ihr Berufsfeld.

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