Die Arbeit im städtischen Grün: Der Beruf des Landschaftsgärtners Teil 2

Grüne Flächen, Spielplätze, Parks und blumige Anlagen verschönern nicht nur das Stadtbild, sie sind für Bewohner und Besucher auch Treffpunkt, öffentlicher Garten und Freizeitzentrum. Doch all diese Orte sind nur so schön, weil sie regelmäßig gepflegt werden. Und da kommen erneut die Landschaftsgärtner ins Spiel. In der Stadt Nürnberg werden diese vom Gartenbautechniker und -meister Gerhard Weber koordiniert. Im Interview hat er uns davon berichtet, wie die Zusammenarbeit aussieht und wo die Unterschiede zwischen selbstständiger und städtischer Landschaftsgärtnerei liegen. Außerdem gibt er spannende Einblicke wie der private Garten eines erfahrenen Meisters aussieht.

 

Meister.de: Was bedeutet für Sie der Beruf des Landschaftsgärtners und wie sieht Ihr bisheriger beruflicher Werdegang aus?

Gerhard Weber: Der Beruf des Landschaftsgärtners verbindet für mich den Spaß an der Natur und die Leidenschaft mit verschiedenen Werkstoffen eine Landschaft selbst zu gestalten. Nach meiner Ausbildung habe ich die Weiterbildung zum Landschaftsgartenmeister und Techniker gemacht. Dadurch ergab sich natürlich ein besserer Verdienst, aber vor allem auch mehr Verantwortung für die Planung und Durchführung verschiedener eigener Projekte. Nach fünf Jahren in der freien Marktwirtschaft habe ich dann die Stelle des Technischen Angestellten bei der Stadt Nürnberg angenommen.

Meister.de: Was war für Sie der Grund von der freien Marktwirtschaft kommend die Stelle bei der Stadt anzunehmen?

Gerhard Weber: Für mich war es schon immer das Ziel später bei der Stadt zu arbeiten. Gründe hierfür gab es für mich verschiedene. Zum einen kann ich hier mein Interesse für die Planung und Steuerung von Projekten ausleben. Zum anderen habe ich eine sichere Arbeitsstelle und keine Pause über die Wintermonate. Interessant hierbei ist jedoch der Wechsel von der Seite des Arbeitnehmers hin zur Position des Arbeitgebers. Früher habe ich öffentlich ausgeschriebene Arbeiten angenommen und ausgeführt. Heute schreibe ich diese Stellen an selbstständige Landschaftsgärtner aus.

Meister.de: Welche Aufgaben fallen noch in Ihr Tätigkeitsfeld?

Gerhard Weber: Eine weitere Aufgabe von mir ist die Baustellenbetreuung und -abnahme. Das heißt, ich besuche die einzelnen Baustellen und vergewissere mich, dass die Arbeiten auch ordnungsgemäß und im Sinne der Stadt ausgeführt werden. Am Ende begehe ich dann mit dem Landschaftsgärtner-Betrieb die Baustelle, um zum einen eventuelle Mängel aufzuzeigen, welche ausgebessert werden müssen und zum anderen die Baustelle final abzunehmen. Hierbei stehe ich immer mit dem Techniker im Büro des Auftraggebers oder dem Meister auf der Baustelle in Kontakt, der dann die notwendigen Aufgaben an seine Mitarbeiter weitergibt.

Meister.de: Welche Besonderheiten bieten sich in der Stadt für den Landschaftsgärtner?

Gerhard Weber: Wie schon erwähnt umgehe ich so das Winterloch und habe, wie bei der Stadt bzw. im Büro üblich, geregelte Arbeitszeiten. Außerdem arbeitet man weniger in privaten Gärten und dafür mehr auf öffentlichen Grünanlagen, Schulhöfen oder auf Spielplätzen. Das ist besonders vielseitig und bringt immer wieder neue Herausforderungen mit sich.

Meister.de: Welche Vorteile bietet der Beruf für Ihren eigenen Garten? Hat man noch Lust nach einem langen Arbeitstag selbst etwas im Garten zu machen?

Gerhard Weber:Von meiner Ausbildung profitiert mein eigener Garten natürlich enorm, da ich auch schwierige Projekte selbst durchführen kann. So habe ich selbst einen Schwimmteich angelegt, ein Carport gebaut oder diverse Pflasterarbeiten erledigt. Für den Laien sind das schon Arbeiten, für die er besser einen Profi engagieren sollte. Unter der Woche findet man leider nicht oft genug die Zeit oder Lust etwas im eigenen Garten zu machen. Am Wochenende genieße ich es dann aber umso mehr, Zeit im Grünen zu verbringen und meine Ideen zu verwirklichen.

Meister.de: Wie würde ihr Traumgarten aussehen bzw. was wäre Ihr Wunschprojekt?

Gerhard Weber: Mein Traum bzw. Ziel ist es einen Japanischen Garten mit vielen Wasserobjekten anzulegen. Dabei kann ich natürlich den vorhandenen Schwimmteich nutzen und einen Bachlauf mit Quellstein und entsprechender Bepflanzung anfügen.

Meister.de: Heutzutage gibt es fast keine handwerklichen Berufe mehr, die nicht auch von Frauen ausgeübt werden. Welche Erfahrung haben Sie mit Frauen in diesem Berufsfeld gemacht? Ist vielleicht sogar der kreativere weibliche Instinkt ein Vorteil?

Gerhard Weber: Aufgrund der häufig schweren Materialien oder Maschinen ist es natürlich für Frauen etwas anstrengender aber nicht unmöglich. Es ist eben eine Frage der Kraft oder auch der Technik. Allgemein kann man jedoch sagen, dass Frauen in der Regel ein besonders ausgeprägtes Gespür für das Detail haben.

Garten- und Landschaftsbau-Betriebe finden Sie auf meister.de

 

meister.de

Auf unserem Expertenblog finden Sie Fachwissen und spannende Beiträge rund um die Themen Handwerk, Bauen, Wohnen und Sanieren.
Die vielseitigen Kategorien, mit nützlichen Tipps und Checklisten sind hilfreich für Handwerker, Heimwerker, Bauherren und alle die gerne anpacken.

Fragen? Feedback? Anmerkungen?
Kommentar hinterlassen oder eine Mail an redaktion@meister.de schreiben
meister.de

/ DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

FOLGEN SIE UNS

Alle Rechte vorbehalten © Portal United AG 2020