Das ist beim Dämmen des Dachs zu beachten

Wer sein Haus dämmt, sollte dabei auch an das Dach denken. Die erwärmte Luft steigt im Haus nach oben. Sind das Dach oder die oberste Geschossdecke nicht oder nicht gut gedämmt, entweicht wertvolle Wärme ins Freie. Eine Dämmung des Dachs erzielt in der Regel Einsparungen von bis zu 20 Prozent beim Heizbedarf. Und sie macht sich auch im Sommer positiv bemerkbar, denn sie hilft, die Sommerhitze draußen zu halten. In den Räumen im obersten Geschoss erhöht sich die Wohnqualität stark.

Forderungen für Altbauten

Für viele Altbauten gibt es ohnehin bereits eine Nachrüstpflicht zur Dämmung des Dachs. Auf die können sich auch Mieter berufen. Seit 1. Mai 2014, mit dem Inkrafttreten der neuen Energieeinsparverordnung (EnEV 2014), gibt es sogar eine Norm, die die Nachrüstung regelt. Bis dahin war die geltende Auslegung der EnEV, dass ein gedämmtes Dach nicht nachgerüstet werden muss, auch wenn es nur über geringe Dämmung verfügt. Nun ist nach der EnEV 2014 die DIN 4108-2 als Standard ausschlaggebend. Bauherren müssen die oberste Geschossdecke auf einen maximalen U-Wert von 0,24 Watt/(m²K) dämmen oder das Dach selbst warm einpacken. Der U-Wert gibt an, wie viel Wärme durch ein Bauteil entweicht. Je geringer er ist, desto besser.

Selbstgenutzte Ein- und Zweifamilienhäuser sind in der Regel von Nachrüstpflichten der EnEV nicht betroffen. Ein neuer Eigentümer muss aber beim Verkauf einer Immobilie die Nachrüstpflicht erfüllen. Ausnahmen sind möglich, wenn dies wirtschaftlich nicht zumutbar ist. Das muss im Einzelfall begründet und durchgesetzt werden.

Nötige Nachrüstungen bei Änderungen am Dach

Auch bei einer Änderung von mehr als zehn Prozent eines Bauteils ist die jeweils geltende EnEV zu beachten. Wer also mehr als zehn Prozent des Dachs verändert, muss dies seit 1. Mai 2014 so tun, dass das Bauteil der EnEV 2014 entsprechen. Das gilt auch dann, wenn Teile der Gebäudehülle durch ein Naturereignis wie einen Sturm beschädigt werden. Dann muss man sich aber möglicherweise mit der Versicherung darüber auseinandersetzen, wer für die Mehrkosten der Sanierung nach EnEV aufkommt.

Bei den Flachdächern wurde bei den Bauteilen noch explizit die Erneuerung der Abdichtung aufgenommen. Bei einer (groß)flächigen Sanierung der Abdichtung muss das Flachdach entsprechend der EnEV auf einen U-Wert von höchstens 0,20 W/(m²·K) ertüchtigt werden.

Dach-Bauteile, die nach dem 31. Dezember 1983 und unter Einhaltung der jeweils geltenden EnEV errichtet wurden, unterliegen bei einer Sanierung aber mit der neuen EnEV nicht mehr den Anforderungen im Bauteilverfahren.

Eine Änderung des Bauteils besteht nach derzeitiger Auslegung der EnEV auch nur dann, wenn die Dachhaut geöffnet wird. Tauscht man also bei einem Ziegeldach nur die Ziegel, muss man die EnEV nicht einhalten. Allerdings sollte man diese Gelegenheit auf jeden Fall nutzen, das Dach auch energetisch zu optimieren.

Aufbau und Materialen für die Dämmung des Dachs

Von zentraler Bedeutung ist beim Dach die Luft- und Winddichtheit der Dämmung. „Eine Fuge von einem Millimeter Breite und einem Meter Länge kann den Dämmwert einer Fläche nahezu halbieren“, so die Angaben von Zukunft Altbau, einem Beratungsangebot des Umweltministeriums Baden-Württemberg. Risse und Lücken müssen auch deshalb vermieden werden, weil durch sie Feuchtigkeit in das Bauteil eindringen kann. Das macht nicht nur die Dämmung weitgehend unwirksam, es kann sogar im schlimmsten Fall das Holz des Dachstuhls faulen lassen.

Wenn das Dach ohnehin angefasst wird, sollten Sie außerdem daran denken, den Dachüberstand zu vergrößern, wenn Sie später die Fassade dämmen möchten. Es schafft ausreichend Platz für die Dämmung der Wand. Erfolgt diese Vergrößerung des Dachüberstands später, ist das teuer.

Als Materialien für die Dämmung des Dachs von innen können Mineralfasern, Polystyrol, Polyurethan, aber auch Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen wie Holzweichfasern, Zelluloseflocken oder Hanf zum Einsatz kommen.

Ist ohnehin geplant das Dach neu zu decken, kommt die Aufsparrendämmung infrage. Dabei bringt der Handwerker die Dämmschicht außen auf dem Dach unter den Ziegeln an. Auf die Sparren kommt eine Holzschalung, dann die Schalungsbahn und die Dämmschicht.

 

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