Das Haus winterfest machen

Draußen zieht es langsam immer weiter an, die Tage werden kürzer und der Winter ist nicht mehr weit. In Haus und Wohnung  sollte man deshalb – neben dicken Socken und warmen Bettdecken –  auch so langsam an die anderen Wärmelieferanten und Frostschützer denken. Heizung, Fenster und Außenbeleuchtung sollten doch gerade in der kalten, dunklen Jahreszeit einwandfrei funktionieren. Meister.de hat eine Übersicht erstellt, was getan werden muss, um Schäden durch Frost, Schnee oder Eis zu vermeiden und Ihr Haus winterfest zu machen.

Die Heizung

Damit auch die Heizung winterfest ist, sollte man frühzeitig kontrollieren, ob alles noch richtig funktioniert und die Heizkörper warm werden. Idealerweise sollte die Heizungsanlage einmal im Jahr von einem Experten überprüft werden, um Verschleißteile frühzeitig auszutauschen und den ordnungsgemäßen Betrieb der Anlage sicherzustellen. Das spart auf lange Sicht Kosten und erhöht die Lebensdauer der Anlage. Weiter kann der Experte schnell Mängel feststellen, die möglicherweise die Heizkosten in die Höhe treiben.

Heizung entlüften
Als nächstes sollten auch die Heizkörper selbst überprüft werden. Drehen Sie das Thermostat voll auf und überprüfen Sie, ob der Heizkörper auch im oberen Bereich warm wird. Wenn nicht, ist das ein Zeichen von Luft, die sich im Heizkörper befindet. Wie Sie das ganz einfach selbst beheben können, ist in folgendem Beitrag einfach erklärt:
Checkliste – Heizkörper entlüften


Überprüfung der Heizungs- und Warmwasserleitungen

Laut Energieeinsparverordnung (EnEV) müssen seit Ende 2011 alle oberirdisch verlaufenden Heizungs- und Warmwasserrohre gedämmt sein. Ausgenommen sind Eigentümer, die ihre Immobilie vor dem Stichtag des 1. Februar 2002 selbst bewohnt haben. Für den Rest gilt es, alle „zugänglichen Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen sowie Armaturen im unbeheizten Bereich“ zu dämmen.

Denken sie also vor Winterbeginn daran die Dämmung der Rohre zu kontrollieren. Schäden können mit entsprechenden Dämmschalen aus dem Baumarkt schnell behoben werden. Wer sich dabei nicht sicher ist, sollte einen Fachmann zu Rate ziehen.

Sind Ihre Wasserleitungen winterfest?

Wasser bahnt sich immer seinen Weg und kann unter Druck sogar Steine und Rohre sprengen. Kontrollieren Sie also auch Ihre Wasserleitungen im und vor dem Haus. Die Leitungen im Inneren des Hauses sind durch die Zimmertemperatur geschützt. Sollten Sie jedoch für längere Zeit nicht zu Hause sein, ist es wichtig, die Heizung nicht komplett auszuschalten. Das Auskühlen der Räume kann eine Vereisung der Wasserrohre zur Folge haben, was wiederum zu einem Rohrbruch führen kann. Lassen Sie Ihre Innenräume also nie komplett auskühlen, sondern beheizen Sie alle Zimmer zumindest minimal.

Leitungen in nicht bewohnten Räumen oder im Außenbereich sind der Kälte schneller ausgesetzt. Um hier Schäden zu vermeiden, sperren Sie die Leitung und öffnen den Hahn, um das noch enthaltene Wasser ablaufen zu lassen. Sollten Sie das vergessen haben und ein Rohr friert zu, öffnen Sie den Hahn und rufen Sie einen Fachmann. Er wird das Rohr langsam erwärmen. Von abenteuerlichen Selbsthilfen mit dem Bunsenbrenner ist abzuraten.

Haben Sie noch alle Ziegel am Dach?

Durch Sommer- oder Herbststürme können Ziegel am Dach beschädigt worden oder komplett heruntergefallen sein. Zum Winter sollten Sie darauf achten, dass Ihr Dach dicht ist, um Frost und Wasserschäden im Inneren zu vermeiden. Wer kein geübtes Auge dafür hat kann sich ein Fernglas nehmen und langsam sein Dach Zeile für Zeile auf Schäden kontrollieren. Haben sie eine undichte Stelle erkannt, holen Sie sich Rat beim Fachmann, um diese Schäden noch vor Winterbeginn zu reparieren.

Vergessen Sie Ihre Dachrinne nicht

Mit dem Fallen der Blätter im Herbst passiert es schnell, dass die Dachrinne verstopft. Achten Sie darauf diese vor Winterbeginn zu säubern. Verstopfte Wasserabläufe können schnell zur Folge haben, dass sich das Wasser seinen eigenen Weg sucht und in das Mauerwerk oder ins Dach eindringt. Sollte es dort gefrieren, kann es zu ärgerlichen Frostschäden kommen.

Sind Fenster und Türen noch richtig dicht?

Mit einem Blatt Papier und einer Kerze können Sie Ihre Fenster auf undichte Stellen überprüfen

Mit einem Blatt Papier und einer Kerze können Sie Ihre Fenster auf undichte Stellen überprüfen.

Um Heizkosten zu sparen, ist es ratsam alle Fenster und Türen im Haus auf Ihre Dichte zu überprüfen. Dafür gibt es einen schnellen Trick. Klemmen Sie ein Blatt Papier in den unteren Rahmen des Fensters und ziehen Sie daran. Lässt sich das Papier leicht anziehen, sollte die Gummidichtung überprüft und vermutlich ausgetauscht werden.

Für einen anderen Test führen sie langsam eine angezündete Kerze dicht um den Rahmen des geschlossenen Fensters. Beginnt die Flamme sehr unruhig zu werden, ist das ein Zeichen für Luft, die durch Ihr Fenster kommt. Treten an Fenster und Türen zu große Spaltmaße auf, sollten sie vom Schreiner nachjustiert werden. Ist der Spalt unter der Tür zu groß, kann die Anbringung einer Bürstendichtung an der unteren Türkante die Zugluft stoppen. Sind die Fenster schon sehr alt, kann es sich durchaus lohnen sie gegen neue auszutauschen. Durch die bessere Dichtung und Isolierung können laufende Heizkosten enorm gesenkt werden. Eine Orientierung bietet hier der U-Wert. Je kleiner, desto besser.

Ist Ihre Außenbeleuchtung für den Winter gerüstet?

Im Winter ist es sehr wichtig eine ausreichende und funktionierende Außenbeleuchtung zu haben. Diese sollte um das ganze Haus angebracht sein und alle Wege blendfrei und ausreichend beleuchten. Achten Sie darauf die Leuchten so anzubringen, dass Treppen oder Stufen gut sichtbar sind. Ebenfalls sollten die Auffahrt und Garage gut beleuchtet werden. Besucher oder neue Postboten kennen oft nicht die Wege zu Ihrer Tür. Ein gut ausgeleuchteter und natürlich geräumter Weg senken das Unfallrisiko der oft glatten Wege und sind sogar Pflicht.

Haben Sie alle Punkte beachtet? Dann können Sie der kalten und dunklen Jahreszeit entspannt entgegensehen Ihr Haus ist winterfest!

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