„Das kannst du halten wie ein Dachdecker“

Nachweislich bereits seit dem 13. Jahrhundert ist er dafür verantwortlich, dass die Menschen ein Dach über dem Kopf haben: Der Dachdecker. Am Beruf selbst hat sich nur wenig geändert, doch die Techniken und die eingesetzten Werkstoffe wurden stetig verbessert. Nicht nur das Einkleiden eines Daches mit Schindeln, Reet oder Dachziegeln muss ein Dachdecker perfekt beherrschen, er hat auch noch andere Aufgaben, die unser Leben behaglicher machen.

Der Wärmeversorger für das Haus

Um der Energieeinsparverordnung nachzukommen, ist der Dachdecker für die Wärmedämmung an Dach und Außenwand zuständig. Dafür isoliert er Dach-, Wand- und Bodenflächen mit verschiedenen natürlichen oder künstlichen Stoffen, die entsprechend in Form gebracht wurden, um die Wärmeübertragung besser einzudämmen. Die Menschen haben dadurch keinen großen Verlust der Wärme, was gerade in den kalten Monaten von Vorteil ist. Gleichzeitig gelangt im Sommer die warme Luft nicht so schnell ins Haus.

Der Dachdecker wird auch beauftragt, wenn es ein Dachfenster einzubauen gibt oder man generell etwas am Dachstuhl zu erledigen hat. Für Regenrinnen und begrünte Dächer ist er ebenso zuständig wie für das Aufstellen von Blitzableitern und die Installation von Solaranlagen.

Spezialisierung durch regionale Werkstoffe

Je nach Standort arbeiten Dachdecker mit unterschiedlichen Materialien: Im Norden von Deutschland kommt dabei vor allem das Reet zum Einsatz, ein Schilfrohr, welches im getrockneten Zustand als Dachbedeckung verwendet wird. Die korrekte Eindeckung eines Daches mit Reet muss nach bestimmten Vorgaben erfolgen. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, gibt es eine eigene Fachrichtung, für die man sich während der Ausbildung (im dritten Lehrjahr) entscheiden kann. Nach dieser Ausbildung ist man dann Dachdeckergeselle in der Fachrichtung Reetdachtechnik. Der andere Bereich, für den man sich spezialisieren kann, ist die Fachrichtung Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik. Die Ausbildung für beide Fachrichtungen dauert drei Jahre und ist durch die deutsche Handwerksordnung anerkannt.

Sprichwörtliche Verantwortung

Viele kennen die Redewendung „Das kannst du halten wie ein Dachdecker“, doch woher kommt sie eigentlich? Sie hat sich in früheren Zeiten etabliert, als die Häuser noch weitestgehend ungesichert waren. Aus diesem Grund hat sich damals keiner auf das Dach getraut, um die Arbeit der Dachdecker zu überprüfen. Sie konnten ihre Arbeit dementsprechend so erledigen, wie sie es wollten. Die Bauherren mussten sich also voll und ganz auf ihren Dachdecker verlassen können und daran hat sich auch bis heute nichts geändert. Was gleichzeitig aber auch viel Verantwortung bedeutet und zwar nicht nur gegenüber dem Bauherren, sondern auch gegenüber sich selbst. Sicherheit ist nämlich das A und O und zwar vom ersten Ausbildungstag an.

Autorin: Pia Schmitt

meister.de

Auf unserem Expertenblog finden Sie Fachwissen und spannende Beiträge rund um die Themen Handwerk, Bauen, Wohnen und Sanieren.
Die vielseitigen Kategorien, mit nützlichen Tipps und Checklisten sind hilfreich für Handwerker, Heimwerker, Bauherren und alle die gerne anpacken.

Fragen? Feedback? Anmerkungen?
Kommentar hinterlassen oder eine Mail an redaktion@meister.de schreiben
meister.de

/ DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

FOLGEN SIE UNS

Alle Rechte vorbehalten © Portal United AG 2020