Brennholz – regional und nachhaltig?

Holz ist der älteste Brennstoff der Welt. Er wurde bereits vor Millionen von Jahren zum Wärmen oder Kochen genutzt und gilt heute oft als besonders nachhaltig. In welcher Form das Brennholz verwendet werden kann, welche Heiztechnik es gibt und ob der regional verfügbare Rohstoff heute tatsächlich nachhaltig genutzt wird, erklären wir in diesem Beitrag.

Brennholz ist regional verfügbar und nachwachsend

Brennholz wird all das Holz genannt, das in Heizungsanlagen zur Erzeugung von Raumwärme oder für die Warmwasserbereitung genutzt wird. Es zählt zur Kategorie der nachwachsenden Rohstoffe und produziert im Wachstum genauso viel Sauerstoff wie Kohlendioxid bei der Verbrennung. Experten sprechen dabei von einem klimaneutralen Brennstoff.

Im Gegensatz zu fossilen Rohstoffen wie Öl oder Gas ist Brennholz regional verfügbar. Seine Verwendung trägt damit zu politischer Unabhängigkeit und einer stärkeren heimischen Wirtschaft bei.

Soll Holz zum Heizen genutzt werden, funktioniert das im Einfamilienhaus zum Beispiel mit Kaminen, Festbrennstoffkesseln oder sogenannten Pelletkesseln.

Häufig genutzte Brennholz-Arten im Überblick

Je nachdem, welche Heiztechnik in einem Haus zum Einsatz kommt, kann Brennholz heute in unterschiedlichen Formen bezogen werden. Beispiele dafür sind:

  • Scheitholz und
  • Holzpellets.

Scheitholz: Brennholz in stückiger Form

Der Begriff Scheitholz stammt ursprünglich aus dem Althochdeutschen und bedeutet Stückholz. Gemeint sind damit längs gespaltene Hölzer, die zum Beispiel in Kaminen oder Holzheizungen verbrannt werden. Je nach Dichte unterscheidet man dabei weiches und hartes Holz.

Weichholz und Hartholz

Weichholz wird all das Brennholz genannt, das besonders schnell wächst. Es hat eine niedrige Darrdichte – die Dichte bei einem Wasseranteil von null Prozent – und ist daher relativ leicht. Die Holzscheite sind an einer geringen Faserdichte zu erkennen und verbrennen besonders schnell. Entgegen der weitverbreiteten Meinung haben sie allerdings einen höheren Heizwert als Harthölzer. Das heißt: Bezogen auf ein Kilogramm, gibt Weichholz mehr Wärme ab als Hartholz. Es erreicht schnell hohe Temperaturen und wird meist zum Anfeuern von Öfen oder Kaminen genutzt. Typische Baumarten sind Fichte, Kiefer und Tanne. Mit einem hohen Harz-Anteil sorgt vor allem das Fichten-Brennholz im Kamin für romantisches Knistern.

Hartholz wird Brennholz genannt, das sehr langsam wächst. Es hat eine höhere Dichte und ist vergleichsweise schwer. Auch wenn der Heizwert etwas geringer ist, wird Hartholz häufig für Kamine oder Holzheizungen genutzt. Der Grund dafür ist die höhere Faserdichte, durch die der Brennstoff langsam und gleichmäßig abbrennt – es muss also seltener nachgelegt werden. Typische Baumarten sind Esche, Eiche und Buche.

Maße für das Brennholz

Scheitholz wird meist in Festmetern oder Raummetern gehandelt. Ein Festmeter entspricht dabei dem Volumen von einem Kubikmeter Holz, das theoretisch ohne Zwischenräume gelagert wurde. Ein Raummeter entspricht dagegen der Menge Holz, die man ordentlich in einer einen Kubikmeter großen Kiste stapeln kann.

Geht es um die Brennholz-Menge, die ein Haushalt im Jahr verbraucht, kann man mit etwa 2,5 Kilogramm für einen Liter Heizöl rechnen. Bei einem Wärmeverbrauch von 20.000 Kilowattstunden kommt dabei eine Masse von etwa 5 Tonnen bzw. ein Volumen von rund 10 Raummetern im Jahr zusammen. Voraussetzung ist, dass das Holz ausreichend getrocknet wurde.

Holzpellets: Brennholz für die automatische Heizung

Holzpellets sind Sägespäne, die unter hohem Druck zu kleinen Stäbchen gepresst werden. Sie haben einen hohen Heizwert und können durch die gleichmäßige Form auch in automatisch betriebenen Heizungen verwendet werden. Das Brennholz wird dabei über eine Sauganlage oder eine Förderschnecke – diese funktioniert wie eine archimedische Schraube, die es auf vielen Spielplätzen gibt – automatisch vom Lager zum Kessel transportiert. Bis auf das Ausleeren des Aschebehälters alle ein bis zwei Wochen haben Hausbesitzer dabei keinen weiteren Aufwand.

Um komfortabel und ohne Probleme mit Pellets heizen zu können, empfiehlt sich die Verwendung von Holz mit DIN- oder EN-Plus-Zertifikat. Denn diese Siegel stehen für hohe Qualität und nachhaltige Herstellungsprozesse.

Geht es um die Menge der Pellets, die ein Haushalt im Jahr verbraucht, kann man überschlägig mit zwei Kilogramm Brennholz je Liter Heizöl rechnen. Ein Gebäude mit einem Wärmebedarf von 20.000 Kilowattstunden benötigt dabei rund 4 Tonnen im Jahr, die zum Beispiel in einem Gewebetank, einem Schüttraum oder in einem unterirdischen Speicher bevorratet werden können.

Wichtig für die Planung: Damit der Brennstoff auch vom LKW geliefert werden kann, darf der Abstand zwischen dessen Stellplatz und der Einblasöffnung am Haus oder am Tank nicht größer als 30 Meter sein.

Ist die Brennholz-Nutzung nachhaltig?

Die nachhaltige Nutzung regenerativer Rohstoffe setzt voraus, dass diese nur in dem Maße verbraucht werden, in dem sie auch nachwachsen. Denn nur so ist ihr Vorrat theoretisch unerschöpflich.

Für die Nutzung von Brennholz heißt das also: Würden alle Einwohner Deutschlands ihre Heizung auf Holz umstellen, wird ein nachhaltiger Verbrauch kaum mehr möglich sein. Denn durch die hohe Nachfrage können sich die Holzbestände nicht regenerieren und der Rohstoff würde früher oder später zur Neige gehen.

Zustand des Waldes in Deutschland

Die Waldfläche in Deutschland bleibt momentan stabil.

Soll Brennholz nachhaltig genutzt werden, sind also einige Bedingungen vorauszusetzen:

  • Der Energieverbrauch sollte wirtschaftlich sinnvoll reduziert werden. Die beste Energie ist bekanntlich die, die nicht verbraucht wird.
  • Die Holzheizung sollte nur da eingesetzt werden, wo sie technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist. Sie ist keine Massenlösung.
  • Der Brennholz-Verbrauch muss niedriger sein als der jährlich nachwachsende Bestand. Nur so sind die Vorräte unerschöpflich.

Die Zahlen der dritten Bundeswaldinventur zeigen dabei, dass mit 11.419.124 Hektar 32 Prozent der Fläche Deutschlands mit Wald bewachsen sind. Das entspricht einem Holzvorrat von insgesamt 3,7 Milliarden Kubikmetern. Mit einem Zuwachs von 11,2 Kubikmetern je Hektar würde der Vorrat ohne Abholzung oder absterbende Bäume um 161,6 Millionen Kubikmeter pro Jahr ansteigen. Betrachtet man dagegen die durchschnittliche Nutzung im Zeitraum von 2002 bis 2012, liegt diese mit einem Wert von 76 Millionen Kubikmetern pro Jahr unter dem Wert des Zuwachses. Berücksichtigt man einen Anteil zur Stärkung des Vorrats und eine für absterbende Bäume, kann man die Holznutzung in Deutschland heute als nachhaltig einschätzen.

Alexander Rosenkranz

Alexander Rosenkranz

Alexander Rosenkranz (28 J.) ist Gründer von energie-wortwende.de und war als Co-Gründer an der Entwicklung der Sanierungsplattform eccuro beteiligt. Verständliche Informationen und eine motivierende Kommunikation sind für ihn der Schlüssel für den nachhaltigen Erfolg der Energiewende.
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