Bedenkenlos dämmen – Antworten auf die 5 wichtigsten Fragen rund um die Dämmung

Immer wieder werden Bedenken zur Wirtschaftlichkeit und Sicherheit rund ums Thema Dämmen geäußert. Auf der einen Seite ist diese ständige Diskussion sicherlich fruchtbar, da sie zu einer Verbesserung der Standards geführt hat – auf der anderen Seite fragen sich nun viele Hausbesitzer, Vermieter und Mieter, ob sich eine Dämmung für sie überhaupt lohnt. Die folgenden Antworten auf die häufigsten Bedenken zeigen, dass jedes Dämmvorhaben eine individuelle Lösung verlangt – aber auch, dass ordnungsgemäß ausgeführte Dämmmaßnahmen sich schon nach wenigen Jahren rentieren und der Umwelt und Ihrem Kontostand zugute kommen.

 

1. Warum Dämmen? Wie hoch sind die Energieeinsparungen wirklich?

Dämmung lohnt sich bei einer Putzerneuerung, Erneuerung der Hausfassade und des Putzes

Eine Dämmung lohnt sich besonders, wenn gerade eine Putzerneuerung ansteht.

Die ursprüngliche Idee hinter der Dämmung geht auf die Tatsache zurück, dass die Gebäudewärme in der kalten Jahreszeit zum größten Teil verloren geht. Wir müssen also im Altbau deutlich mehr heizen, als eigentlich notwendig wäre – was die Umwelt belastet und sich direkt an unserem Geldbeutel bemerkbar macht. Der Lambda-Wert und der U-Wert beschreiben die Wärmeverluste, die an den Außenwänden entstehen. Die Dämmmaßnahmen haben zum Ziel, diese beiden Werte zu verringern, und sind zu einem gewissen Teil sogar staatlich durch die Energieeinsparverordnungen (EnEV) vorgeschrieben. Je nachdem, wie umfassend Sie Ihr Haus dämmen, können grob geschätzt zwischen 15 und 50% der Energiekosten eingespart werden.

Um die gewünschten oder notwendigen Maßnahmen möglichst kostengünstig durchzuführen, sollten Sie in Kombination mit weiteren Sanierungsmaßnahmen in Angriff genommen werden. Steht eine Putzerneuerung an? Muss das Dach neu gedeckt werden? Dann ist der richtige Zeitpunkt gekommen, über eine Dämmung nachzudenken!

 

2. Dach, Fassade oder Keller – was lässt sich dämmen?

Planen Sie eine Dämmung, die vom Keller bis zum Dach reicht, oder wollen Sie sich zu einzelnen Maßnahmen informieren? Wir haben ein kleines Dämm-ABC zusammengestellt, das Ihnen einen Überblick gibt, welche Teile des Hauses gedämmt werden können:

Fassade

  • Wärmedämmverbundsystem: Häufigste Lösung einer Fassadendämmung. System aus Dämmung, Verputz und Befestigungsmaterial.
  • Vorhangfassade: Dämmsystem für die Fassade, bei der eine Konstruktion auf die Außenseite des Hauses angebracht wird. Alternative zum WDVS, die bei der optischen Gestaltung mehr Freiräume lässt.

Dach

  • Dachdämmung von außen: Dämmung, die auf die Dachsparren angebracht wird.
  • Dachdämmung von innen: Dämmung, die unterhalb der Dachsparren angebracht wird.
  • Dämmung der Geschossdecke: Der Boden der Geschossdecke wird gedämmt. Diese Maßnahme ist nur zu empfehlen, wenn kein Dachausbau geplant ist.

Keller

  • Kellerdecke: Dämmung der Kellerdecke von unten und oben. Dies lässt sich von Heimwerkern sogar selbst bewältigen.
  • Perimeterdämmung Sockeldämmung: Dämmung der Kellerwände von außen.

 

3. Ich möchte die Fassade meines Hauses erhalten – gibt es eine Alternative zur Dämmung von außen?

In einigen Fällen ist eine Außendämmung der Fassade aufgrund von baurechtlichen Vorschriften oder Denkmalschutz nicht möglich. Dann ist auch eine Dämmung der Innenräume denkbar. Auch für Mieter, die nicht auf eine Außendämmung von ihrem Vermieter warten wollen, kommt dies infrage, da sie die Innendämmung selbst in Auftrag geben können. Je nach Bausubstanz empfehlen sich entweder

  • diffusionsoffene oder
  • diffusionsdichte Systeme.

Eine falsche Wahl an dieser Stelle kann zu Feuchtigkeit und Schimmel führen, konsultieren Sie also unbedingt einen Fachmann! Generell erfordert die Innendämmung eine sorgfältige Anpassung an das jeweilige Gebäude, damit Wärmebrücken vermieden werden.

Dämmtapeten, die es in unterschiedlicher Form schon zu günstigen Preisen zu kaufen gibt, eignen sich nicht als alleinige Maßnahme zum Wärmeschutz, können aber im Verbund mit einer Außen- oder Innendämmung den Dämmeffekt verstärken.

 

4. Immer wieder hört man von Dämmung in Verbindung mit verheerenden Bränden – macht Dämmung mein Haus unsicher?

Entwarnung! Es gibt keinen dokumentierten Fall, dass ein ordnungsgemäß ausgeführtes Wärmedämmverbundsystem (WDVS) an der Fassade Auslöser für einen Wohnungsbrand gewesen ist. Dagegen wurde bis in die jüngste Zeit vereinzelt gemeldet, dass Polystyroldämmung in Mehrfamilienhäusern im Verlauf eines Brandes Feuer fing und die brennende Fassade die Löscharbeiten der Feuerwehr behinderte. Die Kontroverse um die Sicherheit der Dämmung mit Polystyrol hat in diesem Jahr zu neuen Brandschutzvorschriften geführt, die zur Verwendung von Brandriegeln in der Fassadendämmung verpflichten. Damit kann nun garantiert werden, dass auch eine Dämmung mit Polystyrol – das am häufigsten zum Dämmen verwendete Material – im Brandfall die Situation nicht verschlimmert.

 

5. Welche Kosten kommen auf mich zu? Gibt es Fördermöglichkeiten?

Die Kosten für Dämmung entscheiden sich von Maßnahme zu Maßnahme und nach Verwendung der Materialien. Als Faustregel kann gelten: Günstige Dämmarbeiten gehen meist mit geringerer Wirkung einher. Die Perimeterdämmung gehört zu den hochpreisigen Maßnahmen, während eine Innendämmung günstiger und weniger aufwendig ist – jedoch nicht den gleichen Wirkungsgrad aufweisen kann. Ökologische Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen weisen die beste Klimabilanz auf, sind jedoch meist noch im oberen Preissegment angesiedelt. Je umfassender die Dämmung Ihres Hauses ist, desto höher fallen die Energieeinsparungen aus – und desto niedriger sind auch die Heizkosten.

Je nach Energieeffizienzgrad, den Ihr Haus nach den Maßnahmen erreichen soll, können Sie Kredite und Förderungen bei der KfW beantragen. Bis zu 15.000 Euro Tilgungszuschuss können Sie für Ihr Vorhaben erhalten.

 

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Sie können keine Förderung erhalten und benötigen für Ihre Dämmmaßnahme einen Bankkredit?

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Sebastian Frenzel

Content Manager bei entscheider.com
Von 2015 bis 2017 schrieb Sebastian Frenzel für den Blog von Meister.de. Ihn verbindet seit jeher seine Vorliebe fürs Basteln, Probieren und Reparieren mit dem Heim- und Handwerken.
Er arbeitet heute als Content- und Social-Media-Manager bei entscheider.com.
Sebastian Frenzel

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