Azubi gesucht – bei Kandidatenknappheit erfolgreich Azubis finden

Azubi gesucht – Auszubildende sind die Zukunft jedes Handwerksbetriebes. In Zeiten von Kandidatenknappheit ist es wichtiger denn je, gute Azubis zu finden und diese langfristig zu binden. Wie Sie erfolgreich Azubis werben, erfahren Sie im Anschluss.

Der demografische Wandel beeinflusst Deutschland auf verschiedenen Ebenen. Stark belastet wird unter anderem die Handwerksbranche. Da es weniger Schulabsolventen gibt, bewerben sich nicht mehr so viele junge Menschen auf einen Ausbildungsplatz wie früher. Für Sie bedeutet das: Ihre Angestellten werden älter, ohne dass junge Verstärkung nachrückt. Lernen Sie im nachfolgenden Artikel, wie Sie den Azubimangel im Handwerk erfolgreich überwinden.

Azubis im Handwerk: Worauf legen sie großen Wert?

Die Auszubildenden des 21. Jahrhunderts sind gefragter denn je. Früher mussten junge Menschen um wenige Ausbildungsplätze kämpfen; heute sind die Rollen vertauscht; Handwerksbetriebe kämpfen um Nachwuchstalente. Dabei müssen Sie wissen, was die jungen Menschen von ihrem zukünftigen Arbeitgeber erwarten, um sie für sich zu gewinnen.

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln hat mehrere Statistiken zum Thema parat. Hier einige Eckdaten:

  • große Unternehmen haben bessere Noten in puncto Vergütung und Weiterbildung als kleine Betriebe
  • die Übernahmechance ist in großen Firmen höher
  • kleine Firmen punkten mit einem angenehmen Betriebs- und Arbeitsklima

Diese Fakten sollten kleine und mittelständische Unternehmen nutzen, um Ausbildungsmarketing erfolgreich zu betreiben.

Azubi-Marketing-Maßnahmen: 3 Kernpunkte für bessere Ergebnisse

Auch wenn große Handwerksbetriebe mit hohen Löhnen, guten Weiterbildungsmöglichkeiten sowie einer hohen Übernahmechance punkten, haben KMU den Kampf nicht verloren. Sie müssen lediglich wissen, welche Stärken Sie potenziellen Azubis präsentieren sollten:

  1. Arbeitsklima: Die zuvor genannte Statistik des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln belegt, dass das Arbeitsklima in KMU jenem in großen Firmen überlegen ist. Verdeutlichen Sie diesen Punkt, wenn Sie im Internet eine Anzeige mit dem Titel Azubi gesucht
  2. Work-Life-Balance: Viele junge Menschen wollen eine Familie gründen, wissen aber, dass sie diesen Traum einige Jahre aufschieben müssen. Greifen Sie Ihren Azubis unter die Arme, indem Sie zum Beispiel flexible Arbeitszeiten anbieten oder einen Betreuungsservice für den Nachwuchs offerieren.
  3. Weiterbildungsangebote: Kleine Betriebe können nur dann mit großen Firmen mithalten, wenn sie ihr Personal regelmäßig weiterbilden. Klären Sie Azubis über diesen Punkt auf und versichern Sie ihnen, dass Sie die Kosten für Weiterbildungsmaßnahmen übernehmen.

Hinweis: Bewerten Sie die Vergütung für die Ausbildungsjahre nicht zu hoch. Den meisten Azubis ist die Entlohnung in dieser Phase weniger wichtig, als eine sichere Zukunft in Ihrem Betrieb. Investieren Sie besser in Weiterbildungsmaßnahmen der Azubis.

Azubi gesucht: So finden Sie geeignete Auszubildende

Um die Suche nach Azubis so effizient wie möglich zu gestalten, sollten Sie sich auf das Verfahren gut vorbereiten. Dann ergeben sich für Sie folgende Vorteile:

  • Sie senken Ihre Kosten, da Sie gezielt nach geeignetem Personal suchen, dieses auswählen, einstellen und ausbilden.
  • Mit einer exakten Ausbildungsbeschreibung erhöhen Sie die Passgenauigkeit der Kandidaten.
  • Durch ein professionelles Rekrutierungs- und Auswahlverfahren steigern Sie Ihre Attraktivität als Arbeitgeber.

Ehe Sie die Suche nach Auszubildenden beginnen, müssen Sie klären, wie viel Personal Sie benötigen und welche Anforderungen dieses erfüllen muss. Führen Sie eine Analyse in Ihrem Handwerksbetrieb durch, suchen Sie nach Engpässen und befragen Sie Ihr Personal, an welcher Stelle ein Fachkräftemangel besteht. Und: Stellen Sie sich die Frage, ob Sie eine Ausbildung überhaupt durchführen können. Sie müssen ausreichend Zeit, Geld und Fachwissen besitzen.

Übrigens: Auch wenn die Ausbildung junger Menschen Sie in den ersten Jahren Geld kostet, lohnt sie sich langfristig. Intern ausgebildetes Personal ist besser mit den betrieblichen Prozessen vertraut als externe Arbeitnehmer. Außerdem steigt Ihre Attraktivität als Arbeitgeber innerhalb Ihrer Branche, geht aus dem BIBB REPORT 08/09 hervor. Dennoch sollten Sie die anfallenden Ausbildungskosten nicht vernachlässigen. Laut der genannten Studie liegen die Nettokosten im Schnitt bei 3.596 Euro (Bruttokosten minus Produktivität des Auszubildenden); externe Fachkräfte würden Sie hingegen rund 4.214 Euro pro Jahr kosten.

Sobald der Personalbedarf und der Kostenaufwand geklärt sind, können Sie die freien Ausbildungsplätze bewerben. Fokussieren Sie sich zunächst auf den lokalen Nachwuchs, den Sie in Schulen direkt ansprechen können. Dadurch sparen Sie nicht nur Zeit und Geld, sondern fördern gleichzeitig auch die lokale Wirtschaft.

Die größte Herausforderung ist die Wahl passender Azubis sowie die Eingliederung in Ihren Betrieb. Erstellen Sie eine Liste mit Eigenschaften, die der ideale Kandidat unbedingt mitbringen muss sowie jenen, die wünschenswert sind.

Hinweis: Sollten Sie auf lokaler Ebene keine geeigneten Auszubildenden finden, können Sie Ihre Suche regional, national oder international ausweiten.

Betrieblicher Ausbildungsplan für Ihre Firma

Sie haben angehende Handwerker für Ihren Betrieb gefunden? Nun müssen Sie ihre Ausbildung für die nächsten Jahre planen. Für diesen Zweck gibt es den sogenannten betrieblichen Ausbildungsplan, der auf Basis der Ausbildungsordnung erstellt wird.

Folgende Punkte sollte Ihr Ausbildungsplan enthalten:

  • Allgemeine Angaben: Bezeichnung des Ausbildungsberufs, des Ziels und der Dauer; Vorschriften, Regeln.
  • Berufsbild: Details zum Berufsbild, der Ausbildungsdauer sowie den Qualifikationen, die erworben werden.
  • Rahmenplan: Wird aufgeteilt in vorgegebene Inhalte und zeitliche Abfolge.
  • Lehrplan: Dieser schreibt vor, welche Inhalte im Unterricht gelehrt werden; seine Inhalte werden an den Rahmenplan angepasst.

Ausführliche Informationen zur betrieblichen Ausbildungsplanung gibt es hier.

Hilfe von der Handwerkskammer anfordern

Wenn Ihnen die Suche nach Azubis oder ihre Ausbildung Probleme bereitet, sollten Sie mit der Handwerkskammer Ihrer Region Kontakt aufnehmen. Diese informiert Sie über rechtliche Themen, hilft bei der Erstellung von Verträgen und verschafft einen Durchblick rund um das Thema Steuern.

KMU sollten sich insbesondere zu Fördermitteln beraten lassen. In Zeiten offen bleibender Ausbildungsstellen müssen Handwerksbetriebe immer häufiger Bewerber mit schlechteren Noten einstellen. Speziell für diese Fälle gibt es lukrative Förderungen, zum Beispiel die ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) oder das Instrument der assistierten Ausbildung (AsA).

Auch in Zeiten eines Fachkräftemangels Azubis finden

Ob KMU oder großer Handwerksbetrieb – wer in Zeiten des großen Fachkräftemangels Azubis finden möchte, muss seinen Rekrutierungsprozess optimieren. Durch die klare Definition des idealen Kandidaten und der Offenlegung der Vorteile einer Ausbildung in Ihrem Betrieb, können Sie junge Menschen langfristig binden. Schrauben Sie Ihre Ansprüche herunter, wenn Sie keine Kandidaten finden, deren Zeugnisse mit Einsern gespickt sind. Ihre Anstellung lohnt sich, wenn Sie Fördermittel in Anspruch nehmen.

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