Außenrollläden: Schutz vor Einbrechern, Wärme und hohen Heizkosten

Viele Hausbesitzer installieren Außenrollläden zum Sicht- oder Einbruchschutz. Neben dem Gefühl von Sicherheit können die modernen Kunststoff- oder Metall-Elemente aber noch viel mehr leisten. So halten sie die Wohnung an heißen Sommertagen angenehm kühl und helfen im Winter sogar dabei, Heizkosten zu sparen. Wie das funktioniert, ob Außenrollläden auch nachträglich montiert werden können und ob ihr Einbau gefördert wird, verraten wir in den folgenden Abschnitten.

Wirksamer Schutz vor Einbruch und Diebstahl

Allein im Jahr 2014 wurde in rund 150.000 deutsche Häuser und Wohnungen eingebrochen. Im Vergleich zu den Zahlen von 2009 entspricht das einem Anstieg um 35 Prozent, so der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft im Einbruch-Report 2015. In mehr als 80 Prozent der Fälle drangen die Täter dabei über Fenster und Fenstertüren in die Privatsphäre der Hausbesitzer ein.

Eine Möglichkeit, die Sicherheit genau an diesen Stellen zu erhöhen, bieten Außenrollläden. Damit das funktioniert, müssen jedoch schon bei der Produktauswahl einige Punkte beachtet werden. Folgende Kriterien sollten neue Rollläden für einen hohen Einbruchschutz erfüllen:

  • Die Führungsschiene sollte verstärkt sein.
  • Der Rollladenkasten sollte geschützt sein.
  • Die Rollladen-Elemente selbst sollten aus Metall bestehen.
  • Um das Herausreißen zu verhindern, sollte der auch der Schlussstab verstärkt sein.
  • Es sollte eine Sperre gegen Hochschieben vorhanden sein.

Mit sogenannten Klemmsicherungen, die das Hochschieben verhindern, kann der Schutz bestehender Rollläden auch nachträglich erhöht werden.

Tipp: Wie wirksam ein Rollladen zum Einbruchschutz ist, verrät die Angabe zur Widerstandsklasse. Diese wird nach DIN EN 1627 vergeben und kann einen Wert zwischen RC 1 und RC 6 haben. Während Rollläden der Klasse RC 1 nur einen mäßigen Schutz bieten, steigt dieser mit der Höhe der Widerstandsklasse.

Außenrollläden als Sonnenschutz-Einrichtung

Wenn die Temperaturen im Sommer zum Baden einladen und die Sonne den ganzen Tag scheint, heizen sich viele Häuser schnell auf. Vor allem dann, wenn luftdichte und gedämmte Gebäudehüllen für einen hohen Wärmeschutz sorgen, ist es dabei schwer, die Temperaturen auch ohne teure Klimaanlage wieder auf ein angenehmes Maß zu senken.

Als besonders wirksame Maßnahme zum sommerlichen Wärmeschutz können außen liegende Rollläden den Wärmeeintrag der Sonne um bis zu 90 Prozent reduzieren. Zu hohen Temperaturen in den Wohn- und Schlafräumen wird damit bereits von vornherein vorgebeugt. Wichtig: Um eine hohe Einstrahlung zu vermeiden, müssen die Rollläden im Sommer nach dem Stand der Sonne geschlossen werden.

Tipp: Ist im Haus eine Klimaanlage installiert, können Außenrollläden zu sinkenden Stromkosten beitragen. Denn sie reduzieren den Wärmeeintrag und entlasten damit technische Anlagen zur Gebäude-Kühlung.

Heizkosten senken mit Außenrollläden

Neben ihrer Funktion als Sicht-, Einbruch- und Hitzeschutz können Außenrollläden im Winter sogar dabei helfen, die Heizkosten zu senken. Denn vor allem dann, wenn es draußen knackig kalt ist, erhöhen sie den Wärmeschutz von Fenstern und Fenstertüren, über die oft die meiste Energie verloren geht. Wolfgang Cossmann, Präsident des Bundesverbandes Rollladen Sonnenschutz e.V., erklärt: „Wissenschaftliche Untersuchungen haben bestätigt, dass der Wärmedurchgang bei Fenstern durch geschlossene Rollläden um bis zu 40 Prozent gesenkt werden kann“.

Grund dafür ist das Luftpolster, das sich zwischen Scheibe und Behang bildet. Denn dieses hat eine höhere Temperatur als die Außenluft und steht im Vergleich zu dieser still. Wärmeverluste können dabei sowohl durch einen niedrigeren Temperaturunterschied als auch durch geringere Lüftungsverluste über die Fensterfugen reduziert werden.

Hinweis: Da moderne Fenster ohnehin einen hohen Wärmeschutzstandard erfüllen, steigen die Einsparungen, je schlechter die ursprüngliche Qualität der Fenster ist.

Können Außenrollläden bei einer Sanierung auch nachgerüstet werden?

Skizze Unterschied Vorsatz-Rollladen und Aufsatz-Rollladen

Bildquelle: © Alexander Rosenkranz

Ja! Als sogenannte Vorsatz-Elemente können Außenrollläden bei einer Sanierung auch nachträglich montiert werden. Je nachdem, wie viel Platz die bestehenden Fenster bieten, können diese zum Beispiel direkt in der Laibung oder von außen auf der Fassade montiert werden.

Im Gegensatz zu Aufsatz-Rollläden, die im Mauerwerk direkt über den Fenstern montiert werden, verursachen vor allem elektrische Vorsatz-Rollos keine zusätzlichen Wärmebrücken. Das hilft, unnötige Energieverluste zu reduzieren und die Heizkosten zu senken. Nachteilig empfinden einige Hausbesitzer jedoch die Optik der auf der Fassade aufgebrachten Rollläden.

Die nebenstehende Abbildung verdeutlicht den Unterschied von Vorsatz und Aufsatzrolllos.

Lohnt es sich, bestehende Rollladenkästen zu sanieren?

Ältere Rollladenkästen sind meist nicht gedämmt und bilden somit bedeutende Wärmebrücken in der Fassade. Die Raumwärme kann dabei nahezu ungehindert durch die dünnwandigen Holz- oder Kunststoffkästen im Mauerwerk strömen, und die Heizkosten steigen.

Durch die nachträgliche Dämmung der Rollladenkästen kann dieser Effekt verringert werden. Wie das funktioniert, zeigen die folgenden Schritte:

  • Zunächst müssen die Rollladenkästen geöffnet und gereinigt werden.
  • Daraufhin sind alle Schlitze und Fugen mit Silikon abzudichten, um die Luftdichtheit der Rollladenkästen zu verbessern.
  • Mit speziellen Dämmplatten, die in die Zwischenräume und an die Außenwände der Kästen geklebt werden, wird im nächsten Schritt der Wärmeschutz der Elemente verbessert.
  • Abschließend sind alle Mauerdurchführungen, zum Beispiel für Elektrokabel oder den Zuggurt, mit Dichtungen zu versehen.

Werden alle Schritte richtig umgesetzt, können die Wärmeverluste über alte Rollladenkästen oft deutlich reduziert werden. Da dabei auch die Heizkosten sinken, lohnt sich eine Sanierung in den meisten Fällen.

Werden neue Außenrollläden gefördert?

Der Einbau neuer Außenrollläden wird von der KfW gefördert. Im Programm 455 „Altersgerecht Umbauen“ gewährt die Bank dabei einen Zuschuss von 10 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal jedoch 1.500 Euro. Wichtig dabei ist, dass die neuen Rollläden dabei mindestens die Widerstandsklasse RC 2 nach DIN EN 1627 einhalten.

Alexander Rosenkranz

Alexander Rosenkranz (28 J.) ist Gründer von energie-wortwende.de und war als Co-Gründer an der Entwicklung der Sanierungsplattform eccuro beteiligt. Verständliche Informationen und eine motivierende Kommunikation sind für ihn der Schlüssel für den nachhaltigen Erfolg der Energiewende.
Alexander Rosenkranz

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