Vom Meister-BAföG zum Aufstiegs-BAföG: Was ist neu?

Das Meister-BAföG wird zum Aufstiegs-BAföG. Aber der Name ist nicht das einzig Neue nach der Änderung des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes, kurz AFBG, die am 01. August 2016 in Kraft getreten ist. Die Beiträge haben sich erhöht und mehr Personen sind bezugsberechtigt. Wie genau die Änderungen aussehen und wen Sie betreffen, erfahren Sie in den folgenden Absätzen.

Wer kann Aufstiegs-BAföG bekommen?

Um die Förderung erhalten zu können, müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden, allerdings erhalten durch die Änderung des AFBG mehr Personen als vorher die Förderung – nämlich jeder, der sich auf „eine anspruchsvolle berufliche Fortbildungsprüfung in Voll- oder Teilzeit vorbereitet“ (Bundesministerium für Bildung und Forschung). Diese Förderung ist unabhängig von Alter und zum Teil auch unabhängig von Einkommen und Vermögen.

Als berufliche Voraussetzung brauchen Sie entweder einen Erstausbildungsabschluss oder ein Abitur und in der Fortbildungsordnung festgeschriebene Berufspraxis. Auch wenn Sie bereits einen Bachelor- oder vergleichbaren Abschluss haben, können Sie Aufstiegs-BAföG beziehen – mit einem Masterabschluss ist dies jedoch nicht mehr möglich. Dass auch Personen mit einem Studienabschluss Aufstiegs-Bafög bekommen, ist erst seit der Neuauflage des Gesetzes möglich.

Die Förderung ist außerdem nicht nur für deutsche Staatsbürger vorgesehen, sondern auch für Jugendliche und junge Erwachsene, die ihren Hauptwohnsitz in Deutschland haben. Dazu müssen Sie entweder eine Daueraufenthaltserlaubnis oder einen vergleichbaren Aufenthaltstitel haben oder sich seit mindestens 15 Monaten rechtmäßig in Deutschland aufhalten und gearbeitet haben.

Was kann gefördert werden?

Sie können gefördert werden, wenn Sie auf einen Fortbildungsabschluss zum Handwerks- und Industriemeister, Erzieher, Techniker, Fachkaufmann oder Betriebswirt oder eine andere vergleichbare Qualifikation hinarbeiten. Dabei muss es sich entweder um einen öffentlich-rechtlichen oder zumindest staatlich anerkannten Abschluss handeln. Diese können entweder als Aufstiegs-, Vollzeit- oder Teilzeitfortbildung stattfinden oder auch als Fernlehrgang bzw. mediengestützter Lehrgang.

Gefördert werden die Kosten des Lehrgangs und die anfallenden Prüfungsgebühren. Außerdem werden zum Teil die Materialkosten für ein Meisterprüfungsprojekt übernommen.

Wie hoch ist die Förderung?

Wichtig bei der Förderung ist, zwischen Zuschuss und Darlehen zu unterscheiden. Den Darlehensanteil müssen Sie zurückzahlen. Allerdings werden unter bestimmten Umständen Teile des Darlehens erlassen.

Insgesamt können Gebühren bis maximal 15.000 € gefördert werden, damit werden jetzt 4734 € mehr gefördert als mit dem Meister-BAföG. 40 % davon sind Zuschussanteil. Beim Meister-BAföG waren das nur 30,5%. Den Rest des Betrages können Sie von der KfW über ein günstiges Bankdarlehen bekommen. Wenn Sie die geförderte Prüfung bestehen, werden Ihnen von Ihrem Darlehen 40% erlassen. Auch die bestandene Prüfung wird besser belohnt als beim Meister-BAföG, hier wurden bei einer bestandenen Prüfung nur 25% des Darlehens erlassen.

Zusätzlich zur Förderung der anfallenden Gebühren können Sie bei einem Vollzeitlehrgang auch Unterhaltsförderung für die Dauer des Lehrgangs bekommen. Die Beitragssätze und der Zuschussanteil wurden hier erhöht. Die Unterhaltsförderung ist allerdings abhängig von Ihrem Einkommen, gegebenenfalls auch von dem Ihres Ehepartners und auch von Ihrem Vermögen. Wenn Sie für den vollen Zuschuss in Frage kommen, dann können Sie monatlich 768 € Unterstützung erhalten, von denen 333 € Zuschuss sind. Der Rest der Förderung wird wieder als zinsgünstiger Kredit von der KfW gewährt. Sollten Sie verheiratet sein, können noch 235 € Aufschlag für den Ehepartner hinzukommen und bis zu 235 € Aufschlag pro Kind. Bei dem Ehepartner-Aufschlag sind 50% der Summe Zuschussanteil, beim Kinderaufschlag sogar 55%. Sollten Sie alleinerziehend sein, bekommen Sie pauschal einen monatlichen Kinderbetreuungszuschuss von 130 €.

Wenn der neue Meister innerhalb von 3 Jahren nach der Prüfung eine eigene Firma gründet, können insgesamt bis zu 66% des Darlehens erlassen werden.

Auch beim Meisterprüfungsprojekt greift der Staat unter die Arme. Das Projekt wird mit bis zur Hälfte der Kosten gefördert und nur 10 % der Kosten sind ein Darlehen. Allerdings liegt die Förderung bei maximal 2000 €. Wenn Ihr Meisterprüfungsprojekt insgesamt also mehr als 4000 € kostet, wird weniger als die Hälfte gefördert.

Wie verläuft die Rückzahlung?

Der Kredit für den Darlehensanteil des Aufstieg-BAföGs ist zwei bis sechs Jahre nach Abschluss der Fortbildung zins- und tilgungsfrei. Nach dieser Frist muss das Geld innerhalb von 10 Jahren zurückgezahlt werden. Die Rate richtet sich nach Ihrem Einkommen, beträgt aber mindestens 128 €.

 

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