Arbeitsvertrag – darauf müssen Sie achten

Der Job finanziert das Leben tausender deutscher Handwerker. Damit diese für ihre Arbeit entlohnt werden, müssen sie ein schriftlich belegbares Arbeitsverhältnis vorlegen können. Was Sie in den Arbeitsvertrag schreiben müssen, erklären wir im Anschluss.

Papierkram würden die meisten Menschen am liebsten komplett meiden. Doch ein so wichtiges Dokument, wie es der Arbeitsvertrag ist, sollte niemand ignorieren. Ein kleiner Fehler kann große Konsequenzen nach sich ziehen.

Arbeitsvertrag formulieren: Typische Fallen im Arbeitsverhältnis

Die größte Herausforderung, wenn es darum geht, den Arbeitsvertrag zu formulieren, ist die Wahl seiner Art. Entscheidet man sich für einen befristeten oder unbefristeten Arbeitsvertrag?

Viele Unternehmen stellen ihr Angestellten heutzutage befristet ein. Das hat einen simplen Grund: Im Rahmen einer Probezeit soll das Verhältnis zwischen beiden Parteien getestet werden.

Probezeit bei Neueinstellung: Beachten Sie die Dauer

Bleiben wir beim Thema Probezeit bei Neueinstellung. Unternehmer sollten wissen, dass ein befristetes Arbeitsverhältnis maximal zwei Jahre dauern darf, es sei denn, es gibt einen sachlichen Grund für die Verlängerung.

Eine Probezeit bei Neueinstellung erfordert aber nicht zwingend einen befristeten Arbeitsvertrag, da sie auch für die unbefristete Variante infrage kommt. Im Grunde soll sie nämlich nur beiden Seiten helfen, das Arbeitsverhältnis auf die Probe zu stellen. Eine Kündigung kann innerhalb der Probezeit fristlos erfolgen – es muss aber ein triftiger Grund genannt werden.

Übrigens: Die Probezeit dauert im Regelfall drei bis vier Monate bei simplen und bis zu sechs Monate bei Jobs mit großer Verantwortung. Eine längere Probezeit ist nicht gestattet, es sei denn, der Mitarbeiter stimmt ihr zu.

Wettbewerbsverbot im Arbeitsvertrag

Wenn Sie neue Mitarbeiter einstellen, möchten Sie mit Sicherheit Ihren Betrieb davor schützen, dass Neulinge nach kurzer Zeit zur Konkurrenz wechseln. Selten sind diese Szenarien nicht, denn viele Unternehmen rekrutieren gezielt von ihrer Konkurrenz. In solchen Fällen müssen Sie von Anfang an einen Arbeitsvertrag formulieren, der ein Wettbewerbsverbot enthält.

Nicht gültig ist ein nachträgliches Wettbewerbsverbot, wie das Bundesarbeitsgericht Az. 10 AZR 448/15 entschieden hat.

Neue Mitarbeiter einstellen: Das gehört in den Vertrag

Die Formulierung des Arbeitsvertrags sollte einem Experten überlassen werden, da sie im Konfliktfall von großer Bedeutung ist. In jedem Fall sollte das schriftliche Arbeitsverhältnis mit folgenden Punkten gesichert werden:

  • Nennung der Parteien des Arbeitsverhältnisses
  • Beginn und Befristung
  • Tätigkeitsbeschreibung und Nebentätigkeiten
  • Arbeitszeit und Arbeitsort
  • Gehalt, Urlaub und Krankheitsfall
  • Probezeit
  • Kündigung
  • Wettbewerbsverbot

Handwerksbetriebe sollten unter Umständen auch regeln, welche Arbeitskleidung ihre Mitarbeiter erhalten, ob das Unternehmen dafür zahlt oder beide Parteien die Kosten teilen.

Checkliste für einen Arbeitsvertrag

Wenn Sie neue Mitarbeiter einstellen wollen, lesen Sie abschließend noch einmal die wichtigsten Punkte in dieser Checkliste:

  • klären, ob Vertrag befristet oder unbefristet sein soll
  • Dauer der Probezeit festlegen (max. 6 Monate)
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