Hautschutzpflege – unverzichtbare Arbeitsschutzausrüstung im Handwerk

In Handwerksberufen aller Art, Berufen der Land- und Forstwirtschaft oder auch dem Gartenbau sind Berufstätige wie auch Hobbyhandwerker während ihrer Tätigkeit und in ihrem Umfeld mechanischen, chemischen, biologischen und physikalischen Gefahren ausgesetzt, die die Haut belasten und schwer schädigen. Hautkrankheiten gehören zu den am häufigsten vertretenen Berufskrankheiten und sind seit Jahren alles andere als eine Seltenheit. Der Hautschutz ist ein extrem wichtiger Bestandteil der persönlichen Arbeitsschutzausrüstung und wird gesetzlich am Arbeitsplatz vorgeschrieben, dennoch nimmt die Zahl der Vorfälle nicht oder nur schwerlich ab.

 

Berufsbedingte Hautkrankheiten – Spitzenreiter der Berufskrankheiten

Die Haut ist nicht nur mit circa 2 Quadratmetern das größte, sondern auch das vielseitigste Organ des menschlichen Körpers, das viele elementare Funktionen hat. Neben der Funktion als Hüllorgan hat die Haut die Aufgabe vor jeglichen Umwelteinflüssen zu schützen, das innere Gleichgewicht (Homöostase) zu wahren, den Wärmehaushalt zu regulieren, als Speicher für Fette, Kohlenhydrate, Wasser und Mineralien zu fungieren sowie bedeutende Funktionen des Stoffwechsels und des Immunsystems zu übernehmen. Auch besitzt die Haut sehr vielfältige Anpassungsmechanismen. Nicht zu vergessen, dass die Haut auch eine wichtige repräsentative und kommunikative Funktion hat. Die Gesundheit der Haut ist ausschlaggebend für die allgemein körperliche wie auch seelische und psychische Gesundheit.

Viele Berufsgruppen sind Einflüssen ausgesetzt, die die Haut nicht nur belasten, sondern auch schwer schädigen und Hautkrankheiten sowie Folgekrankheiten oder chronische Krankheiten hervorrufen. Berufsbedingte Hautkrankheiten nehmen einen auffallend großen Anteil in der Art der Berufskrankheiten ein und gehören zu den Spitzenreitern.

Die schädigenden Einflüsse können ganz unterschiedlicher Art und Herkunft sein. Mechanische Gefahren für die Haut sind beispielsweise Abrieb, scharfkantige Bauteile, Metallspäne, Lasten oder auch Verletzungen. In vielen Berufen stellen auch Feuchtarbeit und chemische Substanzen wie Säuren, wasserlösliche und fettlösliche Lösungsmittel, Schmierstoffe, chemische Reinigungsmittel oder auch zum Beispiel Lacke, Holzschutzmittel und Schleifstaub eine hohe Gefahr dar und sind Verursacher zahlreicher Hautkrankheiten. Auch biologische Gefahren wie Pilze, Bakterien, Viren, pflanzliche sowie tierische Allergene und Gifte wirken höchst schädigend auf die Haut. Nicht zuletzt sind auch physikalische Einflüsse wie Kälte, Hitze und UV-Strahlung, der vor allem Berufstätige im Baugewerbe und in der Land- und Forstwirtschaft ausgesetzt sind, zunehmend Ursache für schwere Hauterkrankungen. So ist beispielsweise Hautkrebs aufgrund von jahrelanger Sonneneinstrahlung bei der Ausübung beruflicher Tätigkeiten seit Januar 2015 als Berufskrankheit anerkannt. Seitdem sind bereits bundesweit mehr als 6000 Verdachtsfälle gemeldet worden.

Bauarbeiter mit Arbeitsschutzausrüstung

Berufsbedingten Hauterkrankungen wird mittlerweile höchste Aufmerksamkeit geschenkt. So errichtet die Universität Osnabrück das bundesweit größte Forschungs- und Versorgungszentrum für berufsbedingte Hauterkrankungen (Berufsdermatologie). Mit 90 Prozent gehören irritative und allergische Ekzeme (Gruppen entzündlicher Veränderungen der Haut) zu den häufigsten beruflich bedingten Hauterkrankungen. Sie entstehen vor allem durch den unmittelbaren Kontakt mit schädlichen Substanzen und Stoffen.

Häufige Arten sind das „akut toxische Ekzem“, das bei einem Unfall durch eine kurzzeitige Einwirkung von z. B. Säuren, Lösungsmitteln oder Laugen auf der Haut entsteht. Das „kumulativ toxische Ekzem“, auch als Abnutzungsekzem bekannt, tritt am häufigsten auf und entwickelt sich über einen längeren Zeitraum durch die ständige Einwirkung von nur schwach hautschädigenden Substanzen. Auch wenn die Haut nur mit geringfügig hautschädigenden Stoffen in Kontakt kommt, kann dies bei dauerhaft wiederholter Einwirkung über einen langen Zeitraum schwere Hautschäden und Allergien zur Folge haben. Das allergische Kontaktekzem entsteht, wenn eine Empfindlichkeit gegenüber einem bestimmten Stoff besteht. Die Sensibilität, wie zum Beispiel gegen Tierhaare oder bestimmte Desinfektionsmittelbestandteile, kann sich entwickeln, wenn die Haut ständig wiederholt und intensiv damit in Kontakt kommt. Allergien bleiben lebenslang und können sich darüber hinaus verschlechtern und auch auf andere Stoffe sowie Organe (wie die Atemwegsorgane) übergehen.

Berufsbedingte Hautkrankheiten können nicht nur schwere gesundheitliche Folgen haben, sondern führen auch nicht selten dazu, dass der erlernte Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann und auf eine andere Tätigkeit oder einen anderen Beruf umgeschult werden muss.

 

Hautschutz als Arbeitsschutzausrüstung in Handwerksberufen

Arbeitgeber sind gesetzlich im Rahmen des Arbeitsschutzgesetzes dazu verpflichtet, geeignete Maßnahmen zur gesundheitlichen Gefahrenabwehr zu ergreifen. Hautschutzmittel für den Beruf gehören gemäß der europäischen PSA-Benutzer-Richtlinie zu der „Persönlichen Schutzausrüstung (PSA)“. In Betrieben ist auch ein Hautschutzplan bekanntzugeben, der über die Gefahren sowie die anzuwendenden Hautschutzmittel, Reinigungsmittel und Hautpflegemittel zur Minimierung des Gefahrenrisikos informiert. Allerdings obliegt es nicht allein dem Arbeitgeber, auf einen umfassenden Hautschutz und die Einhaltung entsprechender Maßnahmen zu achten, denn jeder Einzelne sollte in seinem eigenen Interesse selbst auf eine konsequente Anwendung und einen richtigen Hautschutz achten. Eine Vernachlässigung, Unaufmerksamkeit und auch scheinbar unbedeutende Belastungen oder Schäden, die ignoriert werden, können verheerende Folgen haben. Ist die Barriere und die Schutzfunktion der Haut erst einmal beeinträchtigt, ist der Weg für Hautkrankheiten frei.

Zum Hautschutz gehören nicht nur eine entsprechende Schutzkleidung von Kopf bis Fuß, sondern auch Schutzpflegemittel, spezielle Reinigungsmittel für die Haut und Pflegemittel für die Unterstützung der Regeneration der Haut nach einer hautbelastenden Tätigkeit. Der Hautschutz ist als eine vorbeugende Schutzmaßnahme zu betrachten, die auf einer noch gesunden Haut erfolgt.

Der Hautschutz teilt sich in drei Bereiche auf: Der Schutz durch geeignete Mittel, die vor der Tätigkeit auf die Haut aufgetragen werden, um eine vorbeugende Schutzwirkung zu erzielen. Zum Zweiten die Hautreinigung, in der auf die Substanzen, Stoffe und Verschmutzungen abgestimmte und wirkende Hautreinigungs- sowie Desinfektionsmittel zur Entfernung eingesetzt werden. Als Drittes ist die Hautpflege durch spezielle Pflegemittel, mit denen die zuvor gereinigte Haut nach der belastenden Tätigkeit zur Erholung und Regeneration behandelt wird, eine wichtige Maßnahme. Die drei Bereiche sind als ein ganzheitliches Schutz- und Pflegekonzept zu betrachten und in Kombination anzuwenden.

Unterschiedliche Berufe und Tätigkeiten kommen mit verschiedenen Arten von hautschädlichen Einflüssen in Kontakt, für die entsprechend verschiedene Hautschutzmittel benötigt werden. Die CA Brill GmbH führt in ihrem Onlineshop tooler.de neben einer umfangreichen Arbeitsschutzausrüstung auch ein umfassendes hochwertiges Sortiment an Produkten für den beruflichen Hautschutz von darauf spezialisierten und renommierten Herstellern. Dazu gehören Hautschutzmittel, Reinigungsmittel, Desinfektionsmittel und Hautpflegemittel für verschiedene und spezielle Anwendungsgebiete.

Die „Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) 401“ bei der „Gefährdung durch Hautkontakt“ definieren berufliche Hautschutzmittel als Produkte, die als ein ganzheitliches Konzept zur Prävention beruflich bedingter Hauterkrankungen verwendet werden und eine wissenschaftlich nachgewiesene gesundheitliche Wirkung sowie Hautverträglicvhkeit besitzen. Die Regeln werden von dem Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS) aufgestellt und der Entwicklung entsprechend angepasst.

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