Anzug vs. Overall: Sicherheitskleidung im Branchenüberblick

Jedes Jahr werden tausende Arbeitsunfälle gemeldet. Die Zahl der meldepflichtigen Unfälle ist 2015 gesunken (865.500), jedoch endeten laut der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung 438 Unfälle tödlich. Mit Sicherheitsmaßnahmen kann das Unfallrisiko minimiert werden.

Handwerker sind in den seltensten Fällen in einem Anzug unterwegs, es sei denn, sie treffen sich mit Partnern oder Kunden für ein wichtiges Gespräch, bei dem der erste Eindruck zählt. Für alle anderen Situationen tragen Handwerker einen Overall. Er hilft ihnen, ihren Job effizient auszuführen und bewahrt sie im selben Zeitraum vor Verletzungen und Unfällen.

SRS-Unfälle im Handwerk

Jeder fünfte Arbeitsunfall ist auf Stolpern, Rutschen oder Stürzen (SRS) zurückzuführen. 2014 wurden mehr als 171.000 sogenannte SRS-Unfälle gemeldet. Im besten Fall erleiden die Betroffenen einen blauen Fleck. Häufig kommt es aber zu schweren Verletzungen.

Ein häufiger Auslöser für Stolper- und Rutschunfälle ist unpassendes Schuhwerk. Meister, die in der Werkhalle unterwegs sind, benötigen andere Sicherheitsschuhe als ein Dachdecker. Ihre Sohle muss rutschfest sein, um ihnen auch bei schlechtem Wetter sicheren Halt zu geben.

Die passende Sicherheitskleidung

Viele Handwerksbetriebe stehen nach ihrer Gründung vor der Frage, wie sie ihre Mitarbeiter kleiden. Eine gute Planung bewahrt Unternehmen vor kostspieligen Fehlgriffen.

Folgende Schlüsselkriterien sind bei der Wahl der Teamkleidung zu beachten:

  1. Funktionalität: Die Berufskleidung muss funktional sein und zum Alltag des Arbeitnehmers passen. Ein Dachdecker beispielsweise benötigt atmungsaktive Materialien; ein Fliesenleger wird sich über einen Knieschutz freuen. Auch sollte die Kleidung praktische Taschen besitzen, in denen Werkzeuge aufbewahrt werden können.
  2. Firmenimage: Handwerker repräsentieren den Betrieb, für den sie tätig sind. Aus diesem Grund legen Firmenchefs großen Wert auf eine einheitliche, gepflegte Erscheinung ihrer Mitarbeiter. Auf den ersten Blick soll klar sein, dass Profis am Werk sind. Der Wiedererkennungswert wird im Regelfall durch ein Firmenlogo sowie die Farbwahl – die an das Coporate Design des Betriebes angepasst sind – sichergestellt.
  3. Schutzfunktion: Der Overall des Handwerkers muss ihn im Alltag schützen. Diese Berufsgruppe ist einem hohen Unfall- und Verletzungsrisiko ausgesetzt. Je nach Berufsfeld benötigen die Handwerker eine Schutzkleidung mit dem angesprochenen Knieschutz oder sie tragen Sicherheitsschuhe. Reflektoren an der Kleidung machen Arbeitnehmer, die im Dunkeln tätig sind, sichtbar.

Saisongerechte Kleidung für optimale Arbeitsbedingungen

Viele Handwerksbetriebe erwerben Sicherheitskleidung, die Handwerker das ganze Jahr tragen müssen. Wenn im Sommer die Temperaturen über die 25-Grad-Marke steigen, möchte niemand in langen Hosen auf der Baustelle unterwegs sein. Durch den sinkenden Komfort steigt im selben Zug die Gefahr, Fehler zu machen.

Unternehmen der Handwerksbranche sollten ihre Arbeitnehmer immer saisonal einkleiden: Die Sicherheitskleidung für die warme Saison besteht aus Kurzarm-Shirts und Shorts, die das Arbeiten bei sommerlichen Temperaturen angenehmer macht. Sonnenbrillen und atmungsaktive Basecaps unterstützen Handwerker bei der Arbeit unter dem freien Himmel.

Persönliche Schutzausrüstung für besondere Situationen

Auch wenn sich die Hersteller von Schutzkleidung flexibel zeigen und ihre Produkte an die Wünsche des Handwerksbetriebes anpassen können, gibt es Fälle, für die eine persönliche Schutzausrüstung (PSA) benötigt wird. Sie schützt die Ohren und Augen der Handwerker vor Verletzungen.

Unternehmen müssen die 2016 veröffentlichte Verordnung (EU) 2016/425 berücksichtigen. Große Vorsicht ist bei Billigprodukten geboten:

Seit einigen Jahren erleben wir eine wahre Inflation von Billigstangeboten, bei denen der kleine Preis vielfach zu Lasten der Sicherheit geht.
Dr. Hans-Jörg Windberg, BAuA

Optisch sind die minderwertigen Artikel kaum von Qualitätsprodukten zu unterscheiden. Im praktischen Einsatz zeigt sich, wie schlecht sie Handwerker vor Gefahren schützen.

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