2016 wird mehr Energieeffizienz gefördert und gefordert

2016 müssen Bauherren und Hausbesitzer einige Neuerungen in den Bereichen Heizen, Bauen und Energie beachten. Neue Initiativen und Förderprogramme sollen die Energieeffizienz im Gebäudebereich steigern. Die Bundesregierung will damit dem Ziel nahekommen, den Primärenergieverbrauch in Deutschland bis zum Jahr 2020 gegenüber 2008 um 20 Prozent zu senken und bis 2050 zu halbieren. So gibt es seit dem 1. Januar das Energieeffizienzlabel für alte Heizungen. Es soll die Austauschrate von Heizkesseln erhöhen und informiert über die Effizienz des Heizkessels. Im Moment ist es noch freiwillig. Heizungsinstallateure, Schornsteinfeger und bestimmte Energieberater dürfen es vergeben. Sie sollen Verbraucher auf weiterführende Energieberatungen oder auch Förderangebote hinweisen.

Neues Aktionsprogramm

Parallel dazu wurde ein Förderpaket zur Optimierung von Heizungen und Lüftungen eingeführt. Geld gibt es für den Einbau besonders effizienter Heizungen inklusive Maßnahmen zur Optimierung des gesamten Heizsystems einschließlich der Heizkörper und Rohre. Durch die Förderung des Einbaus von Lüftungsanlagen in Kombination mit einer Sanierungsmaßnahme an der Gebäudehülle soll die Qualität der Sanierungsmaßnahmen erhöht und Schimmel vermieden werden.Dieses Anreizprogramm Energieeffizienz, das von der KfW verwaltet wird, ist der Ersatz für die im Bundesrat wiederholt gescheiterte steuerliche Abschreibung für Sanierungsmaßnahmen. Die sei, so die Bundesregierung, damit vom Tisch.Dafür gibt es im Aktionsprogramm Energieeffizienz 165 Millionen Euro pro Jahr über drei Jahre für Zinsverbilligungen und Zinszuschüsse. Die KfW gewährt Zuschüsse für den Heizungsaustausch und den Einbau von Lüftungsanlagen in Höhe von 15 Prozent und maximal 7.500 Euro pro Wohneinheit.

Verschärfte Standards

Außerdem gibt es für Neubauten seit Januar verschärfte Standards der EnEV 2014. Die Obergrenze für den zulässigen Energiebedarf eines Gebäudes wird um 25 Prozent gesenkt. Die Anforderungen an den Wärmeschutz steigen um 20 Prozent. Die KfW reagiert mit ihren Förderprogrammen ab April. Das bis dahin noch mögliche KfW-Effizienzhaus 70 entfällt als Fördertatbestand, da es keinen großen Unterschied mehr gibt zwischen EnEV und dem Effizienzhaus 70. Es verdoppeln sich aber die Förderkredite der KfW für energieeffiziente Neubauten auf 100.000 Euro pro Wohneinheit. Auch bei nicht genehmigungspflichtigen Bauvorhaben greift die verschärfte EnEV, wenn mit den Baumaßnahmen am 1. Januar 2016 oder später begonnen wird. Bestandsgebäude sind nicht betroffen.

Neuerungen beim Stromverbrauch

Änderungen gab es zum Jahreswechsel auch für die Betreiber von Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung. Betreiber erhalten nun einen KWK-Zuschlag in Höhe von 8 statt bisher 5,41 Cent für jedes kW ins Netz gespeisten Stroms. Die Förderung für selbst verbrauchten Strom sinkt von 5,41 auf 4 Cent pro kWh. Den Zuschlag gibt es nicht mehr für zehn Jahre, sondern für 60.000 Vollbenutzungsstunden. Wer neue Wärmepumpen einsetzt, kann diese bei der Primärenergiebilanz des Hauses besser berücksichtigen. Seit dem 1. Januar gilt mit 1,8 ein geringerer Primärenergiefaktor für Strom. Der Primärenergiefaktor bildet den Strommix ab und beschreibt das Verhältnis von der eingesetzten Primärenergie zur abgegebenen Endenergie. Je mehr Erneuerbare im Strommix sind, desto niedriger wird der Faktor. Durch die Änderung verringert sich die Berechnung des Primärenergiebedarfs von Wärmepumpen.

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